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	<title>Erfurt Archive &#8226; MOBIT</title>
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		<title>Teil 5: Proteste gegen den Dammbruch: Das Bündnis Auf Die Plätze Erfurt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jun 2021 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtspopulismus]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaftlicher Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Kemmerich]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilcourage]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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<p>Am 05.02.2020 wurde Thomas Kemmerich von der FDP mit den Stimmen von CDU, AfD und FDP zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt. Dieser Dammbruch sorgte bundesweit für entsetzen und zahlreiche Proteste. Binnen weniger Stunden versammelten sich mehrere tausend Menschen thüringenweit, um gegen die Zusammenarbeit mit der AfD zu demonstrieren. Das Bündnis AufDiePlätze organisierte täglich Proteste in Erfurt, bis Thomas Kemmerich schließlich am 08. Februar seinen Rückzug ankündigte. Über 15.000 Menschen aus ganz Deutschland setzten am 15.02. 2020 bei der Großdemonstration #NichtMitUns ein deutliches Zeichen gegen die Zusammenarbeit mit der AfD. Mit der Wahl von Bodo Ramelow am 8. März endete die Amtszeit des Ministers, aber nicht die Zusammenarbeit der drei Parteien ausgelöste Regierungskrise. Mit dem Stabilitätspakt einigten sich DIE LINKE, SPD; B90/ DIE GRÜNEN auf eine Auflösung des Parlaments mit Neuwahlen. Noch ist unklar, ob das Versprechen eingehalten wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>In welchem Kontext sind die Proteste entstanden?</strong></h3>



<p>Direkt nachdem Kemmerich am 05. Februar gewählt worden war, meldeten wir eine Kundgebung für 17 Uhr auf dem Anger an. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Wir waren alle aufgebracht, wütend, aber auch ängstlich. Wir wussten nicht, was kommen würde. Eine Regierung von AFD-Gnaden wäre für viele Menschen katastrophal gewesen. </p></blockquote>



<p>Wir koordinierten uns aber schnell über Messengerdienste und in den Gruppen von Fridays for Future Erfurt und dem Auf die Plätze Bündnis. Auch die Seebrücke hatte für den Tag schon länger eine Veranstaltung in einem anderen Kontext angemeldet und nachdem diese beendet war, zogen wir gemeinsam mit dieser zu unserer Kundgebung auf dem Anger. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich auch eine andere Demo von den Gewerkschaften vom Landtag auf den Weg zur Staatskanzlei gemacht und wir hatten ausgemacht, die Demos dort zu verbinden, was perfekt funktionierte. Gemeinsam mit ca. 3.500 Menschen jeder Altersgruppe und aus der breiten Zivilgesellschaft, zeigten wir schließlich vor der Staatskanzlei deutlich, dass diese Wahl und diese Zusammenarbeit von FDP und CDU mit Faschist:innen nicht nur völlig inakzeptabel war und ist, sondern auch für viele Menschen gefährlich und wir diese Kooperation nicht hinnehmen würden.</p>



<p>Von Mittwoch (05.02.2020) bis Samstag (08.02.2020) meldeten wir daraufhin jeden Tag eine Mahnwache, Kundgebung und/oder Demonstration an, bis Kemmerich endlich wirklich zurücktrat.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was waren die Ziele der Proteste?</strong></h3>



<p>Wir und eine sehr breite Masse der Erfurter:innen, Thüringer:innen, sogar deutschlandweiten Zivilgesellschaft, wollten und konnten es nicht einfach hinnehmen, dass der Sekundenkleber am Hintern eines Ministerpräsidenten von AfD-Gnaden im Büro des MP fest wird und er unwidersprochen dieses Amt übernehmen kann und Menschen durch dieses Amt und seine Abhängigkeit von der AFD womöglich sogar Schaden zufügen würde.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Zum einen wollten wir mit den Protesten allen Menschen einen Raum geben ihren Unmut, ihrer Verzweiflung und ihrer Angst Luft zu machen. Zum anderen wollten wir Kemmerich, der AfD und der CDU deutlich zeigen, dass wir mitbekommen haben was da gelaufen ist. Die Zivilgesellschaft hat verstanden, was genau da passiert ist und dass sie sich nicht mit irgendwelchen fadenscheinigen Ausreden aus der Affäre ziehen können. </p></blockquote>



<p>Unsere konkrete Forderung, die wir immer wieder auch während der Proteste aufstellten war, dass alle die an dieser Kooperation beteiligt gewesen waren von ihren Ämtern zurücktreten müssten. Mittlerweile ist gut dokumentiert, dass die Parteispitzen der CDU und FDP sowohl auf Länder- als auch Bundesebene wussten, dass die AFD die Strategie nutzen wollte, die sie schließlich durchzog. Dass es trotzdem zu der Wahl Kemmerichs kam, ist ein Skandal, für den wir Konsequenzen sehen wollten. Der Rücktritt Kemmerichs war dabei nur unser erstes und wichtigstes Ziel.</p>



<p>Überall wird immer gesagt „Wehret den Anfängen!“. Wo waren denn diese Bedenken und der Skrupel aller beteiligten Abgeordneten, die bei diesem alles entscheidenden dritten Wahlgang Kemmerich gewählt haben?! Wo war denn sein Skrupel als er diese Wahl angenommen hat?</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was lief gut und welche Schwierigkeiten gab es?</strong></h3>



<p>In diesen vier Tagen haben wir bei der Organisation der Proteste unglaublich viel Unterstützung und Solidarität erfahren: Von Organisationen oder Bündnissen, die regelmäßig Technik stellten, die Demos bewarben, Tee und Kaffee vorbeibrachten und noch vieles mehr. Aber auch von Menschen, die oft nicht einmal an den Demos teilnahmen und uns ihre Unterstützung aussprachen. Eine ältere Dame bat uns am Rand der ersten Demo darum, immer dafür zu kämpfen, dass der Faschismus nie wieder eine Chance haben dürfe und dankte uns für unser Engagement. Solche Interaktionen gab es in diesen Tagen dutzendfach.</p>



<p>Auch die Koordination mit anderen Demos in Erfurt funktionierte, trotz der Spontanität dieser Tage, immer richtig gut, egal ob Gewerkschafts- oder Naturfreunde-Demo.</p>



<p>Dennoch, wir waren in diesen vier Tagen sehr überlastet und sehr dünn gestreckt. Viel Arbeit in diesen ersten, so wichtigen Tagen, blieb an einem Kreis von ehrenamtlich arbeitenden Menschen hängen, die nach Kemmerichs Rücktritt, nach der Großdemonstration am 15.02. und der letztlichen Wiederwahl Ramelows völlig überarbeitet waren. Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht noch einmal Danke zu sagen an alle, die mitgemacht haben, für diese Tage, diesen Monat alles gegeben haben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-10036" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-1024x683.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-1536x1024.jpg 1536w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-2048x1365.jpg 2048w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-880x587.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-1280x853.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-1600x1067.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2021/06/IMG_1644-1920x1280.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Wie bewertet ihr rückblickend die Proteste?</strong></h3>



<p>Gerade die Proteste vom Beginn des Amtsantritts Kemmerichs – des Dammbruchs – bis zu seinem wirklichen Rücktritt am 08.02. waren unheimlich wichtig. Hätte es diese Proteste nicht gegeben und wären sie nicht so groß gewesen oder so breitflächig gewesen (allein in Thüringen gab es am 05.02. über 60 Veranstaltungen gegen den Dammbruch!), wäre Kemmerich wahrscheinlich nicht zurückgetreten. Gerade Kemmerich, der ja behauptete die „Mitte der Gesellschaft“ zu vertreten, konnte so eindeutig nicht behaupten, den Großteil der Bevölkerung zu repräsentieren. In diesem Sinne, waren die Proteste ein riesiger Erfolg. Sie konnten den Damm zumindest ein Stück weit wiederherstellen.</p>



<p>Der Effekt der Proteste scheint aber nicht sonderlich langlebig zu sein. In Sachsen-Anhalt spielt die CDU schon wieder mit dem Gedanken einer Zusammenarbeit mit der AfD. Und auch hier in Thüringen, hat der Dammbruch kaum Konsequenzen für die Parteien nach sich gezogen, die so zentral an ihm beteiligt waren. Die CDU in Thüringen ist in Umfragen wieder bei ca. 22 Prozent, wo sie nach der Wahl Kemmerichs rapide auf 13 abgefallen war. Die FDP könnte es wieder in den nächsten Landtag schaffen. Noch dazu hat sich die CDU im letzten September entschieden, Christian Hirte zu ihrem Vorsitzenden zu machen. Der Mann, der aus seinem Job als Ostbeauftragter der Bundesregierung geworfen worden war, weil er explizit die Wahl Kemmerichs befürwortete und unterstützte. Ein stärkeres Signal, dass sie nicht verstanden haben, was sie falsch gemacht haben, könnte die CDU kaum senden. Und die FDP hält weiter an Kemmerich fest, der in seinen Veröffentlichungen immer wieder deutlich macht, dass er das Problem nicht verstanden hat. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Der Damm, der am 05. Februar gebrochen war, ist also nicht repariert. Er ist gerade so gekittet worden. Und die CDU und FDP scheinen weiterhin bereit, irgendwann wieder gemeinsame Sache mit Faschist:innen zu machen. Unsere Proteste dürfen also nicht aufhören. Wir müssen weiter gegen Faschismus kämpfen, wo und wie auch immer er auftaucht.</p></blockquote>



<p></p>
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		<series:name><![CDATA[Bündnisse kommen zu Wort]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Prozessauftakt zum Angriff auf das AJZ Erfurt: Ein fatales Signal an rechte Gewalttäter</title>
		<link>https://mobit.org/presseerklaerung/prozessauftakt-zum-angriff-auf-das-ajz-erfurt-ein-fatales-signal-an-rechte-gewalttaeter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2020 14:03:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>In dieser Woche stehen zwei Neonazis wegen eines Angriffs auf das autonome Jugendzentrum Erfurt im Mai 2016 vor dem Amtsgericht in Erfurt. Dass der Prozess erst 4 Jahre nach der Tat eröffnet wird, ist ein fatales Signal &#8211; auch an die Täter. <br>Erst im Sommer geriet Erfurt mit zwei schweren Übergriffen durch Personen aus dem extrem rechten Milieu bundesweit in den Schlagzeilen. Die brutalen Angriffe an der Thüringer Staatskanzlei und auf dem Erfurter Herrenberg sind erneute Vorfälle in einer langen Reihe von Übergriffen, die vom extrem rechten Milieu ausgingen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><br> „Zwischen den Angeklagten im Prozess wegen des Überfalls auf das AjZ und dem mutmaßlichen Täterkreis des brutalen Überfalls an der Erfurter Staatskanzlei bestehen personelle  Überschneidungen. Es handelt sich im Kern um das selbe vernetzte Neonazis-Milieu, aus dem die Täter entstammen. Man muss hier also auch die Frage stellen, ob ein   konsequenteres Handeln  der Justiz die Übergriffe aus dem Sommer 2020 hätte verhindern können“</p><cite>So Romy Arnold, Projektleitung der Mobilen Beratung in Thüringen</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> „Die lange Verfahrensdauer und die Tatsache, dass nur zwei Personen der deutlich größeren  Gruppen von Angreifern vor Gericht stehen, ist ein großes Problem.“ </p><cite>so Arnold weiter.</cite></blockquote>



<p>Neonazis werden hierdurch Handlungs-Spielräume eröffnet, ihre gewalttätige Ideologie über Jahre weiter auszuleben. Diese verzögerte Strafverfolgung trägt dazu bei, dass sich gewalttätige Neonazi-Strukturen weiter festigen können und Erfurt zu einem unsicheren Ort für Menschen machen, die nicht in das neonazistische Weltbild passen. Es braucht eine deutliche Solidarität und Unterstützung für Betroffene von Gewalt und denjenigen, die sich seit Jahren gegen die extreme Rechte engagieren &#8211; aber ebenso ein konsequentes behördliches Agieren gegen die Täter.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Erfurt: Seit Jahren Hort neonazistischer Gewalt</title>
		<link>https://mobit.org/presseerklaerung/erfurt-seit-jahren-hort-neonazistischer-gewalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2020 11:52:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilien der extremen Rechten]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Kampfsport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten Wochen kam es in Erfurt zu mehreren Übergriffen durch Personen aus dem extrem rechten Milieu. Neu ist diese Gewalt in&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>In den letzten Wochen kam es in Erfurt zu mehreren Übergriffen durch Personen aus dem extrem rechten Milieu. Neu ist diese Gewalt in der Landeshauptstadt keineswegs, vielmehr zeigt sich seit Jahren eine Kontinuität derartiger Angriffe. Die Verfahren gegen die mutmaßlichen Täter ziehen sich teils über Jahre.<br> Die brutalen Angriffe an der Thüringer Staatskanzlei und auf dem Erfurter Herrenberg sind erneute Vorfälle in einer langen Reihe von Übergriffen, die vom extrem rechten Milieu ausgegangen sind. Bereits 2012 griffen Neonazis Besucher<em>innen des Erfurter Kunsthauses an, 2016 kam es zum brutalen Angriff auf das AJZ in Erfurt und wenige Jahre später nun auf vermeintliche politische Gegner</em>innen und Geflüchtete. Neben den medial stärker wahrgenommenen gewalttätigen Angriffen kommt es nahezu wöchentlich zu rechten und rassistischen Vorfällen in Erfurt. In der Landeshauptstadt konnte sich in den letzten Jahren ein extrem rechtes Milieu entwickeln, welches mit zahlreichen Treffpunkten über eine verfestigte Infrastruktur verfügt. Die Immobilie in der Stielerstraße existiert bereits seit einem halben Jahrzehnt und ist nur ein Beispiel, wie Angsträume durch Neonazis geschaffen werden. Zum Teil bereiten sich Neonazis in derartigen Immobilien gezielt auf den Straßenkampf vor und professionalisieren so ihre Gewalt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><br> „Die kürzlich geschehenen extrem rechten Übergriffe in Erfurt sind schockierend, Menschen wurden dabei schwer verletzt. Sie sind aber keineswegs überraschend, sondern Teil einer jahrelangen Kontinuität brutaler extrem rechter Gewalt in der Landeshauptstadt“</p><cite>  sagt Felix Steiner, Sprecher der Mobilen Beratung in Thüringen  </cite></blockquote>



<p>Dieser Kontinuität neonazistischer Gewalt muss entschieden begegnet   werden. „Ein zentrales Problem, welches wir in Thüringen immer wieder   sehen, sind die viel zu langen Zeiträume, die zwischen den Taten und den   Gerichtsverfahren vergehen. So gab es beispielsweise nach mehr als  vier  Jahren immer noch kein Verfahren wegen des Angriffs auf das  Erfurter  Jugendzentrum AJZ“, so Steiner weiter.<br>Im Umgang mit diesen Taten ist es vor allem wichtig, die Betroffenen   extrem rechter Gewalt zu unterstützen und schon beim Entstehen von   Angsträume in der Stadt diesem entschieden entgegenzuwirken. Hier bedarf   es sowohl zivilgesellschaftlicher Solidarität mit den Betroffenen als   auch konsequenten Agierens der Sicherheitsbehörden.  </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mobit/IDZ: Sandro Witt und Matthias Quent warnen vor rechtsextremen Vereinnahmung der Corona-Krise</title>
		<link>https://mobit.org/presseerklaerung/mobit_idz-rechtsextreme-vereinnahmung-der-corona-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 08:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zivilgesellschaftlicher Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mobit e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[corona]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand2020]]></category>
		<category><![CDATA[Gera]]></category>
		<category><![CDATA[extreme Rechte Thüringen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sandro Witt, u.a. Vorstandsvorsitzender von Mobit e.V und Matthias Quent, Soziologe und Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena und ebenfalls&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/presseerklaerung/mobit_idz-rechtsextreme-vereinnahmung-der-corona-krise/">Mobit/IDZ: Sandro Witt und Matthias Quent warnen vor rechtsextremen Vereinnahmung der Corona-Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Sandro Witt, u.a. Vorstandsvorsitzender von Mobit e.V und Matthias Quent, Soziologe und Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena und ebenfalls Vorstandsmitglied bei Mobit e.V., warnen davor, dass in der Coronakrise Rechtsextreme Ängste schüren und neue Protestbewegungen vereinnahmen.</strong></p>



<p>In verschiedenen deutschen Städten haben am vergangen Wochenende Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen demonstriert. Über das Internet gründet sich derzeit ein Zusammenschluss namens „Widerstand 2020“, der bereits auch über virtuelle Untergruppen in Thüringen verfügt.</p>



<p>Dass die massiven psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu Frustrationen, Verunsicherungen, Protesten und zu neuen politischen Akteuren führen, ist verständlich und völlig normal. Menschen suchen nach Antworten, die die Politik offenbar nicht für alle befriedigend und verständlich liefert. Sie suchen auch nach Ventilen für die Frustrationen und Ängste, die uns derzeit alle begleiten und doch gerade die wirtschaftlich Schwächeren besonders hart treffen. Das Virus macht uns gleich und aus der Krise kann Gutes und Neues entstehen: Mehr Solidarität, mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichheit und mehr Zusammenhalt aller – unabhängig von Herkunft, Religion, Abstammung oder Geschlecht. Die große Solidarität, die vielen kleinen und großen Hilfen und die beeindruckende Rücksichtnahme der Allermeisten in diesem Land zeigen dies.<br>Doch die Krise wird bereits auch dazu benutzt, um Menschen gegeneinander, gegen die Wissenschaft und gegen politische Verantwortungsträger aufzubringen. Wir beobachten besorgt, dass antidemokratische und rechtsextreme Akteure auch in Thüringen bereits versuchen, die Situation zu instrumentalisieren und die aufkeimenden Proteste zu vereinnahmen: Unter anderem in Erfurt und Gera. Dies geschieht zum Einen, in dem die Coronakrise mit sachfremden, aber klassisch rechtsextremen Themen wie Migration und Muslimfeindlichkeit in Verbindung gebracht wird oder in dem die Krise als Komplott von Angela Merkels Bundesregierung oder von besonders reichen Menschen, wie Bill Gates, dargestellt wird. Oft steht dahinter die antisemitische Ideologie über<br> eine angebliche jüdische Verschwörung, um mit der Krise eine „Neue Weltordnung“ (NWO: „New World Order“) gegen die deutsche Bevölkerung durchzusetzen. Zum anderen haben sich mancherorts, wie in Gera, Halle an der Saale und in Chemnitz, bereits bekannte Rechtsextreme an die Spitze der Proteste gestellt. Propagandistische Beiträge rechtsextremer Medien wie „Compact“ oder „Journalistenwatch“ werden in den Corona-Protestgruppen geteilt und damit einer Normalisierung des Rechtsextremismus Vorschub geleistet.</p>



<p>Die Protagonisten geben dabei vor, weder rechts noch links zu sein, sondern das Volk erwecken und vereinen zu wollen. Sie missbrauchen Unzufriedenheit und Naivität von Mitläufern und schaden letztlich legitimen, demokratischen Anliegen wie dem Schutz von Grundrechten – zu denen gehört auch die Religionsfreiheit für alle und der Schutz vor Diskriminierung. Rechtsextreme instrumentalisieren die Krise und verstärken die Verunsicherungen durch Falschnachrichten, Übertreibungen, Emotionalisierung und das Schüren von Ängsten.</p>



<p>Auch die Thüringer AfD versucht sich als Sprachrohr aller derer darzustellen, die mit den Einschränkungen in der Coronakrise unzufrieden sind und schnell wieder zur alten Normalität zurückkehren wollen. Konzepte, wie dies gehen soll, ohne eine Überforderung des  Gesundheitssystems und damit womöglich zehntausende Tote, vor allem ältere Menschen, in Kauf zu nehmen, werden jedoch nicht geliefert. Es bleibt beim Verleugnen und beim bequemen Lamentieren gegen Verantwortungsträger*innen, die derzeit schwierige und weitreichende  Entscheidungen zu treffen haben.</p>



<p><a href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2020/april/mehr-ungleichheit-undrepression- gefaehrden-weltweit-demokratie-und-marktwirtschaft" target="_blank">Eine internationale Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung warnte kürzlich davor, dass die Corona-Krise von Staats- und Regierungschefs weltweit zur Festigung autoritärer Strukturen genutzt werden könnte</a>. Auch im Netz und auf Thüringer Straßen ist schon von einer so genannten „Coronadiktatur“ die Rede. </p>



<p>Wir teilen übrigens die Sorge um die Einschränkung von Grundrechten und ein Erstarken autoritärer Politik unter dem Vorwand der Coronakrise, wie dies unter Orbans-Rechtsaußenregierung in Ungarn zu beobachten ist. Doch Deutschland ist nicht Ungarn, Brasilien oder die USA, wo rechte Populisten und Wissenschaftsfeinde in Regierungsverantwortung sind. Wer um die Demokratie und um unseren Wohlstand fürchtet, darf sich aber im Angesicht der massiven, aber zeitlich begrenzten Einschränkungen nicht zum Gehilfen eines rechten Rands machen lassen, dessen Wissenschaftsfeindlichkeit und dessen Forderungen nach nationalistischer Abschottung und Isolation, nach einem autoritären, illiberalen und unsozialen Staat die Grundpfeiler von Demokratie, Zusammenhalt und Wohlstand langfristig untergraben. Nur durch die Solidarität aller Menschen und durch globale Zusammenarbeit im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess kann diese Krise bewältigt werden. Gerade für diejenigen, die in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind, für prekär Beschäftigte, Erwerbslose, Alleinerziehende, Selbstständige und Unternehmer ohne finanzielles Polster muss die Politik noch mehr bewegen<br> und Wege aus der Zukunftsangst aufzeigen. Die Thüringer  Landesregierung sollte sich noch stärker dafür einsetzen, dass im Land und auf Bundesebene die sozialen und wirtschaftlichen Nöte und Alltagsprobleme der Menschen im Vordergrund stehen, statt wie derzeit öffentlich gefühlt, vor allem die Interessen der großen Unternehmen und Lobbygruppen.</p>



<p>Selbstverständlich ist es in einer Demokratie absolut legitim, Unzufriedenheit und Protest auf die Straßen zu tragen und es ist geradezu Aufgabe einer wachsamen Zivilgesellschaft in einer Krise die Regierungspolitik kritisch zu begleiten. Dabei sollte dringend darauf geachtet werden, weder sich, noch die Polizei oder Unbeteiligte dem Risiko einer Infizierung auszusetzen. Doch wer Rechtsextremismus und absurden Verschwörungsdenken Vorschub leistet, Risikogruppen gefährdet und Lügen verbreitet, der beschädigt die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wiederholt die Fehler von vor fünf Jahren, als sich in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ Ängste und Ressentiments von Rechtsextremen radikalisieren ließen.<br>Damit die Sorge um die Demokratie in der Coronakrise nicht zum Bumerang wird, sind bei „Widerstand 2020“ und anderen Corona-Protesten jetzt unmissverständliche Distanzierungen und der Ausschluss von Personen, Parteien und Gruppen notwendig, die antisemitische und rechtsextreme Positionen, Medien und Quellen verbreiten. Außerdem braucht es in der Politik einen noch stärkeren Blick für die berechtigten Sorgen und Ängste der Menschen und einen noch intensiveren,  transparenteren Austausch zwischen Regierenden und den betroffenen Menschen, um während der gemeinsamen Bewältigung der Pandemie demokratisch und solidarisch miteinander zu wachsen.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/presseerklaerung/mobit_idz-rechtsextreme-vereinnahmung-der-corona-krise/">Mobit/IDZ: Sandro Witt und Matthias Quent warnen vor rechtsextremen Vereinnahmung der Corona-Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kontinuierliche Zunahme extrem rechter Liederabende in Thüringen</title>
		<link>https://mobit.org/presseerklaerung/kontinuierliche-zunahme-extrem-rechter-liederabende-in-thueringen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2020 08:36:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaftlicher Protest]]></category>
		<category><![CDATA[RechtsRock]]></category>
		<category><![CDATA[Themar]]></category>
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		<category><![CDATA[Sonneberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) zählt 2019 durchschnittlich mehr als eine RechtsRock-Veranstaltung pro Woche. Insgesamt fanden 65 Konzerte in Thüringen statt. Vor&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/presseerklaerung/kontinuierliche-zunahme-extrem-rechter-liederabende-in-thueringen/">Kontinuierliche Zunahme extrem rechter Liederabende in Thüringen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) zählt 2019 durchschnittlich             mehr als eine RechtsRock-Veranstaltung pro Woche. Insgesamt fanden 65 Konzerte in Thüringen statt. Vor allem Balladenabende bzw. Unplugged-Konzerte bildeten den Schwerpunkt, während weniger Großveranstaltungen zu beobachten waren. Thüringen bleibt auch weiter RechtsRock-Hotspot.</strong></p>



<p>Trotz eines leichten Rückgangs der Konzert-Zahlen im Vergleich zum Vorjahr, lagen die RechtsRock-Konzertzahlen in Thüringen auch 2019 auf hohem Niveau. Der Trend zu Balladen- oder Liederabenden hält weiter an. Hier stieg die Zahl von 46 im Jahr 2018 auf 49 in 2019 an.</p>



<p>Die auf den ersten Blick ungefährlicher erscheinenden Liederabende sind in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen „Die Liederabende werden – ebenso wie andere Konzerte – zum Aufbau und zur Pflege neonazistischer Netzwerke und zur Vermittlung Menschenverachtender Ideologie genutzt“           erklärt Stefan Heerdegen, Berater bei MOBIT. Besonders die szeneeigenen Immobilien bieten kontinuierlich Raum für RechtsRock-Veranstaltungen wie in der Verteilung der Konzerte auf Thüringer Landkreise zu erkennen ist (Grafik 3). Mit 16 Musikveranstaltungen ist der Landkreis Hildburghausen am stärksten von RechtsRock-Aktivitäten betroffen. Darüber hinaus sind aber auch weitere szeneeigene Immobilien wie im Raum Sonneberg, Eisenach, Erfurt oder Kirchheim teils seit Jahren           genutzte Veranstaltungsorte.</p>



<p>Zudem erkennt MOBIT eine Abkehr von der öffentlichen Bewerbung von           Konzerten und Liederabenden. Damit könnte die Dunkelziffer im Jahr 2019 wieder gestiegen sein. Außerdem versuchen einige Konzertveranstalter wieder stärker, ihre RechtsRock-Konzerte als „private“, nicht-öffentliche Veranstaltungen zu deklarieren, um damit die Eingriffsmöglichkeiten der Behörden zu begrenzen. Großveranstaltungen,  wie z.B. dem „Eichsfeldtag“ oder den „Tagen der nationalen Bewegung“ in Themar begegnete die Zivilgesellschaft immer wieder mit kreativem Protest mit landesweiter Beteiligung. Diese Proteste verbunden mit rigideren Auflagen und einer           konsequenteren Ahndung von Verstößen durch die Polizei, dürfte den neonazistischen Groß-Events die Attraktivität genommen haben. Wichtig ist hier die Unterstützung des kontinuierlich stattfindenden zivilgesellschaftlichen Protestes und ein konsequentes Vorgehen der Behörden wie in Themar 2019.</p>



<p>Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist für 2020 nur ein Groß-Event angekündigt. Hier zeigt sich, dass Großveranstaltungen deutlich an Attraktivität für die Szene verloren haben. Wie der weitere Umgang der extremen Rechten vor allem im Zuge der Corona-Krise sein wird, bleibt abzuwarten. Digitale Formate, die bereits vereinzelt durchgeführt werden, können und werden           die Live-Konzerte- und Liederabende nicht dauerhaft ersetzen.Daher kann keine Entwarnung gegeben werden: Für einige der abgesagten Konzerte in Thüringen werden bereits Nachholtermine angekündigt. Die Zahlen aus 2019 belegen, dass Thüringen weiterhin der bundesweite Hotspot der           neonazistischen Musikszene bleibt.</p>



<p><a href="https://mobit.org/rechtsrock-statistik-2019/">Hier findet sich die ausführliche Statistik für 2019.</a></p>
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			</item>
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		<title>Keine harmlosen Heimatmelodien: Kontinuierliche Zunahme von rechten Liederabenden in Thüringen</title>
		<link>https://mobit.org/rechtsrock-statistik-2019/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2020 08:07:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[RechtsRock]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[zivilgesellschaftliches Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilien der extremen Rechten]]></category>
		<category><![CDATA[Themar]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenach]]></category>
		<category><![CDATA[Haselbach]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) zählt 2019 durchschnittlich mehr als ein Konzert pro Woche. Insgesamt fanden 65 RechtsRock-Veranstaltungen in Thüringen statt. Vor&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/rechtsrock-statistik-2019/">Keine harmlosen Heimatmelodien: Kontinuierliche Zunahme von rechten Liederabenden in Thüringen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) zählt 2019 durchschnittlich mehr als ein Konzert pro Woche. Insgesamt fanden 65 RechtsRock-Veranstaltungen in Thüringen statt. Vor allem Balladenabende bzw. Unplugged-Konzerte bildeten mit 49 Veranstaltungen den Schwerpunkt, während weniger Großveranstaltungen zu beobachten waren.</strong></p>



<p>Trotz eines leichten Rückgangs der Zahlen im <a href="https://mobit.org/presseerklaerung/rechtsrock-statistik-2018/">Vergleich zum Vorjahr</a>, lagen die RechtsRock-Konzertzahlen in Thüringen 2019 auf hohem Niveau. Der Anteil der Genres Rock, Metal und Hatecore schrumpfte dabei von 22 auf 14 Konzerte. Indes hält der Trend zu Balladen- oder Liederabenden weiter an. Hier stieg die Zahl von 46 im Jahr 2018 auf 49 in 2019 an.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="605" height="375" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT-RechtsRock-Statistik.png" alt="RechtsRock 2019: Gesamtstatistik extrem rechter Konzerte in Thüringen" class="wp-image-7257" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT-RechtsRock-Statistik.png 605w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT-RechtsRock-Statistik-300x186.png 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT-RechtsRock-Statistik-320x198.png 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT-RechtsRock-Statistik-440x273.png 440w" sizes="(max-width: 605px) 100vw, 605px" /><figcaption>Gesamtstatistik extrem rechter Konzerte in Thüringen. Grafik: MOBIT</figcaption></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading">Leisere Töne, aber nicht weniger gefährlich</h3>



<p>Die auf den ersten Blick ungefährlicher erscheinenden Liederabende sind in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen: Zum einen sind nicht selten Protagonisten der altbekannten Bands der extrem rechten Musikszene mit ihren Liedern unplugged zu erleben. Zum anderen werden die Liederabende – ebenso wie andere Konzerte – zum Aufbau und zur Pflege neonazistischer Netzwerke genutzt. Die über Texte und Ansagen vermittelten Botschaften sind keineswegs harmloser: Auch die leiseren Töne werden zur Vermittlung menschenverachtender rechter Ideologie genutzt.<br>Gleichzeitig bedeuten Liederabende für die Organisatoren einen geringeren organisatorischen Aufwand. Sie werden darüber hinaus auch häufig als Rahmenprogramm für politische ersammlungen oder neonazistische Schulungen genutzt. Die Vermutung liegt nahe, dass der geringe Einblick von außen Liedermacher dazu ermutigt, verbotene bzw. indizierte Lieder  teilweise mit NS-Bezug zu spielen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Brennpunkte szeneeigene Immobilien</h3>



<p>Besonders die szeneeigenen Immobilien bieten kontinuierlich Raum für RechtsRock-Veranstaltungen wie in der Verteilung der Konzerte auf Thüringer Landkreise zu erkennen ist. Das Zusammenspiel einer lokalpolitischen Verankerung mit Hilfe eines extrem rechten Wählerbündnisses im Landkreis Hildburghausen, der Betrieb einer Gaststätte mit Konzerträumlichkeiten in Kloster Veßra und die Pachtung einer Festwiese im Nachbarort Themar durch den ortsansässigen Neonazi Tommy Frenck schaffen ideale Bedingungen für RechtsRock-Veranstaltungen, die Besucherinnen und Besucher genauso wie Neonazi-Funktionäre aus der Region bis hin zum europäischen Ausland anziehen.<br>Mit 16 Musikveranstaltungen innerhalb von 12 Monaten ist der Landkreis Hildburghausen am stärksten von RechtsRock-Aktivitäten betroffen. Darüber hinaus sind aber auch weitere szeneeigene Immobilien wie im Raum Sonneberg, Eisenach, Erfurt oder Kirchheim teils seit Jahren genutzte Veranstaltungsorte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter is-resized"><img decoding="async" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT_RechtsRock_Verteilung-Landkreise.png" alt="RechtsRock 2019: Verteilung der Konzerte nach Landkreisen" class="wp-image-7253" width="605" height="450" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT_RechtsRock_Verteilung-Landkreise.png 605w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT_RechtsRock_Verteilung-Landkreise-300x223.png 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT_RechtsRock_Verteilung-Landkreise-320x238.png 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/MOBIT_RechtsRock_Verteilung-Landkreise-440x327.png 440w" sizes="(max-width: 605px) 100vw, 605px" /><figcaption>Verteilung der Konzerte auf die einzelnen Landkreise. Grafik: MOBIT</figcaption></figure></div>



<p>MOBIT beobachtet hinsichtlich der Mobilisierung zu Rechts-Rock Konzerten eine Abkehr von der allzu öffentlichen Bewerbung von Konzerten und Liederabenden. Die Dunkelziffer an nicht erkannten RechtsRock-Konzerten könnte im Jahr 2019 wieder gestiegen sein. Die Bewerbung und Mobilisierung verschiebt sich zunehmend weg von Facebook hin zu verschiedenen alternativen Kanälen wie Telegram. Dies erschwert die Mobilisierung der Szene für RechtsRock-Konzerte aber auch das Monitoring.<br>Außerdem versuchen einigeKonzertveranstalter auch wieder stärker, RechtsRock-Konzerte als „private“, nicht-öffentliche Veranstaltungen zu deklarieren. Vor ein paar Jahren wurde diese Praxis eher genutzt, um Wirte über den Charakter von Veranstaltungen zu täuschen. In den heutigen szeneeigenen Immobilien ist das nicht mehr nötig. Allerdings versuchen die Veranstalter damit die Eingriffsmöglichkeiten der Behörden zu begrenzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Strategien zivilgesellschaftlichen Handelns zeigen Erfolge</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="567" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/190522_Leinefelde-Eichsfeldtag_Gegendemo.jpg" alt="" class="wp-image-7261" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/190522_Leinefelde-Eichsfeldtag_Gegendemo.jpg 850w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/190522_Leinefelde-Eichsfeldtag_Gegendemo-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/190522_Leinefelde-Eichsfeldtag_Gegendemo-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/190522_Leinefelde-Eichsfeldtag_Gegendemo-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/190522_Leinefelde-Eichsfeldtag_Gegendemo-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2020/04/190522_Leinefelde-Eichsfeldtag_Gegendemo-440x294.jpg 440w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption>Demonstration gegen den &#8222;Eichsfeldtag&#8220; in Leinefeld im Mai 2019. <br>Bild: MOBIT.</figcaption></figure></div>



<p>Großveranstaltungen, wie z.B. dem „Eichsfeldtag“ oder den „Tagen der nationalen Bewegung“ begegnete die Zivilgesellschaft immer wieder mit kreativen Protesten in unmittelbarer Nähe zu den extrem rechten Veranstaltungen. Diese Proteste, die teils mit landesweiter Beteiligung  stattfanden, verbunden mit rigideren Auflagen und einer konsequenteren Ahndung von Verstößen durch die Polizei, dürfte den neonazistischen Groß-Events die Attraktivität genommen haben.<br>Eine rechtliche Prüfung des Charakters extrem rechter Musikveranstaltungen strebt die <a href="https://www.facebook.com/wirfuerthueringen/" target="_blank">Thüringer Initiative „Wir für Thüringen“</a> an. Engagierte aus thüringenweiten Bündnissen u.a. aus Kirchheim, Kloster Veßra bzw. Themar oder Mattstedt, reichten im April 2019 eine Petition mit 20.000 Unterstützungs-Unterschriften beim Thüringer Landtag ein. Ziel der Initiative ist eine höchstrichterliche Klärung durch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, ob die weitestgehend kommerzialisierten RechtsRock-Großveranstaltungen unter dem Schutz des Versammlungsrechts stehen und eine Präzisierung der Grenze zwischen politischen Versammlungen und kommerziellen Veranstaltungen. Um über das Vorhaben deutschlandweit zu informieren und Netzwerke zu bilden sowie für den langwierigen Klageweg Spenden zu sammeln, plante die begleitende <a href="https://www.facebook.com/wirfuerthueringensupporter/" target="_blank">Initiative „Wir für Thüringen Supporter“</a> seit Anfang 2020 mit bekannten Punk-Bands auf bundesweiten Tourneen und Sommer-Festivals unterwegs zu sein. Zum aktuellen Zeitpunkt zwingen die Schutzmaßnahmen vor dem Corona-Virus zu einer unfreiwilligen Pause. Spenden werden online aber weiter gesammelt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ausblick</h3>



<p>Die regelmäßige Herausforderung der <a href="https://mobit.org/category/zivilgesellschaftlichher-protest/">Thüringer Zivilgesellschaft</a>, RechtsRock-Konzerte nicht unwidersprochen zu lassen, bleibt auch in 2020 bestehen. So kontinuierlich wie ihr solidarischer Protest sollte ein konsequentes Vorgehen der Behörden sein: das Handeln gegen das RechtsRock-Festival in Themar 2019 kann hier als Anfang gewertet werden, muss aber auf alle Arten von Hasskonzerten übertragen werden. Wichtig ist hierbei auch, die Zivilgesellschaft in Thüringen weiter zu unterstützen und ihre Expertise ernst zu nehmen.<br>Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist für 2020 allerdings nur ein Groß-Event angekündigt. Auch ohne die Auswirkungen der Corona-Pandemie ist deutlich zu sehen, dass Großveranstaltungen aufgrund des zivilgesellschaftlichen Protests, des konsequenteren Umgangs der Behörden und damit einhergehenden finanziellen Einbußen deutlich an Attraktivität für die Szene verloren haben. Wie der weitere Umgang der extremen Rechten damit im Zuge der Corona-Krise sein wird, bleibt abzuwarten. Digitale Formate, die bereits vereinzelt durchgeführt werden, können und werden die Live-Konzerte und Liederabende nicht ersetzen.<br>Daher kann keine Entwarnung gegeben werden: Für einige der abgesagten Konzerte in Thüringen werden bereits Nachholtermine angekündigt. Die Zahlen aus 2019 belegen: Thüringen bleibt weiterhin der bundesweite Hotspot der RechtsRock-Szene in Bezug auf Veranstaltungen.</p>
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		<item>
		<title>20 Jahre nach dem Brandanschlag auf die Erfurter Synagoge: Jüdische Landesgemeinde, MOBIT und ezra rufen zum Online-Gedenken auf</title>
		<link>https://mobit.org/presseerklaerung/20-jahre-nach-dem-brandanschlag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2020 15:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 20. April 2000, einem für die rechte Szene zentrales Datum, verübten drei Neonazis einen Brandanschlag auf die Neue Synagoge in Erfurt. Gemeinsam&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am 20. April 2000, einem für die rechte Szene zentrales Datum,  verübten drei Neonazis einen Brandanschlag auf die Neue Synagoge in  Erfurt. Gemeinsam rufen die <a href="http://www.jlgt.org/" target="_blank">Jüdische Landesgemeinde Thüringen</a>, die Mobile Beratung in Thüringen – für Demokratie gegen Rechtsextremismus (MOBIT)  und <a href="https://ezra.de/" target="_blank">ezra – die Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und  antisemitischer Gewalt in Thüringen</a> zum Gedenken in sozialen Netzwerken  unter der Veranstaltung „Gegen jeden Antisemitismus – Online-Gedenken“  und dem Hashtag #BrandanschlagGedenken auf. Zusammen fordern sie ein  breites Bekenntnis für ein aktives, sichtbares jüdisches Leben in  Thüringen und entschlossenes Handeln gegen jede Form von Antisemitismus.</p>



<p>Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Bezug auf die
Corona-Pandemie musste ein geplanter Mahngang durch die Erfurter Innenstadt,
der die verschiedenen Formen von Antisemitismus thematisieren sollte, abgesagt
werden. „Wir werden ein Online-Gedenken in sozialen Netzwerken starten, um an
den Brandanschlag vor 20 Jahren zu erinnern. Wir freuen uns, wenn sich
zahlreiche Einzelpersonen und Organisationen beteiligen“, rufen die
Initiator*innen auf.</p>



<p>Zu der Zeit, als die drei Neonazis zwei
Molotowcocktails auf die Neue Synagoge warfen, befand sich im obersten
Stockwerk des Gebäudes die Wohnung von Wolfgang Nossen, dem damaligen
Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen. In der Gästewohnung war
zudem ein Gastrabbiner untergebracht. Einer der Molotowcocktails verfehlte nur
um einen halben Meter die Scheibe des Wohnzimmers. Reinhard Schramm, aktueller
Vorsitzender der jüdischen Landesgemeinde, erklärt: „Zu
Hitlers Geburtstag sollte unsere Synagoge brennen. Es war Zufall, dass Herr
Nossen, seine Ehefrau und der Rabbiner abwesend waren. Nachbarn löschten die
Molotowcocktails. So wurde Personenschaden verhindert. Dennoch war der
Schrecken groß. Es erschien uns unglaublich. Brennende Synagogen in der
„Kristallnacht“ haben sich im jüdischen Bewusstsein als Vorstufe des Holocaust
eingebrannt.“</p>



<p>Eine Konsequenz aus dem Brandanschlag war im Jahr
2001 die Gründung von MOBIT. Bis heute unterstützt das Beratungsteam landesweit
erfolgreich verschiedene Akteur*innen mit dem Ziel, eine demokratische,
emanzipatorische Kultur vor Ort zu stärken, unterhält verschiedene
Bildungsangebote und dokumentiert extrem rechte Aktivitäten in Thüringen wie
auch antisemitische Vorfälle. Auch der Thüringen Monitor, der im Schwerpunkt
rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Thüringen erfasst, ist
im Jahr 2000 unter dem Eindruck des Brandanschlags auf die Erfurter Synagoge
entstanden. Im aktuellen Bericht aus 2019 heißt es, dass immer mehr Menschen in
Thüringen antisemitischen Thesen zustimmen. </p>



<p>„Antisemitismus findet sich in allen Teilen der
Gesellschaft und nimmt zu. Aktuell zeigt sich das auch in der Verbreitung von
antisemitischen Verschwörungstheorien durch beispielsweise die extreme Rechte
in Thüringen im Zusammenhang mit Corona“, erklärt Romy Arnold, Projektleiterin
von MOBIT. Sie mahnt, dass „antisemitische Einstellungen die Grundlage für den
Brandanschlag auf die Erfurter Synagoge waren. Diesen müssen wir uns in allen
Bereichen der Gesellschaft entschieden entgegenstellen.“</p>



<p>Franz Zobel, Projektkoordinator der Thüringer
Opferberatungsstelle ezra, ergänzt, „dass es Solidarität und konkrete Unterstützung
nach antisemitischen Angriffen mit den Betroffenen braucht. Hierzu müssen die
Forderungen insbesondere von jüdischen Gemeinden ernst genommen werden. Der
Schutz von Synagogen, Räumen in denen sich Jüdinnen und Juden sicher fühlen
sollten, gehört genauso wie der Schutz im öffentlichen Raum dazu.“ Der
antisemitische und rassistische Terroranschlag in Halle im Oktober letzten
Jahres, bei dem mindestens 60 Menschen in einer Synagoge gezielt getötet werden
sollten, unterstreicht die Dringlichkeit der langjährigen Forderung der
jüdischen Gemeinden und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen.</p>



<p>Am <strong>20.04.2020 ab 18:00 Uhr </strong>veröffentlichen wir in der <a href="https://www.facebook.com/events/1424155631110700/" target="_blank">facebook-Veranstaltung</a> verschiedene Video-Statements im Gedenken an den Brandanschlag.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/presseerklaerung/20-jahre-nach-dem-brandanschlag/">20 Jahre nach dem Brandanschlag auf die Erfurter Synagoge: Jüdische Landesgemeinde, MOBIT und ezra rufen zum Online-Gedenken auf</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Verbot von „Combat 18“ kommt viel zu spät</title>
		<link>https://mobit.org/presseerklaerung/verbot-von-combat-18-kommt-viel-zu-spaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2020 10:24:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[RechtsRock]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenach]]></category>
		<category><![CDATA[Heise]]></category>
		<category><![CDATA[Combat18]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsterrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blood and Honour]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Themar]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Björn Höcke]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://mobit.org/?post_type=presseerklaerung&#038;p=7097</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach Auffassung der Mobilen Beratung in Thüringen &#8211; für Demokratie gegen Rechtsextremismus (MOBIT) ist „Combat 18“ in Thüringen seit Jahren aktiv. „Warum „Combat&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/presseerklaerung/verbot-von-combat-18-kommt-viel-zu-spaet/">Verbot von „Combat 18“ kommt viel zu spät</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nach Auffassung der Mobilen Beratung in Thüringen &#8211; für Demokratie gegen Rechtsextremismus (MOBIT) ist „Combat 18“ in Thüringen seit Jahren aktiv. „Warum „Combat 18“ erst jetzt verboten wurde und die Sicherheitsbehörden so spät eingreifen, ist völlig unverständlich,“ sagt Romy Arnold, Projektleitern von MOBIT. Über Jahre konnten zentrale Akteure und Netzwerke ungestört aktiv sein, auch in Thüringen. So gilt der in Fretterode ansässige Neonazi und NPD-Funktionär Thorsten Heise als Figur des militanten Arms des verbotenen „Blood &amp; Honour“-Netzwerks. Heise ist nicht nur bestens innerhalb der militanten Neonazi-Szene vernetzt, ihm werden auch enge Kontakte zum extrem rechten AfD-Funktionär Höcke nachgesagt. Personen und Bands, die „Combat 18“ zugerechnet werden, treten insbesondere bei den RechtsRock-Konzerten in Thüringen immer wieder öffentlich in Erscheinung. <a href="https://mobit.org/rechtsrock-festival-am-05-06-juli-in-themar/">Kurz nach dem Mord an Walter Lübke trat beispielsweise in Themar die „Combat 18“-Band <em>Oidoxie</em> auf</a>.<br> &#8222;Es ist daher auch kein Zufall, dass mit Stanley R. im vergangenen Jahr eine zentrale Führungsfigur von „Combat 18“ nach Thüringen zog,&#8220; so Arnold weiter. Die engen Vernetzungen zur Thüringer Neonazi-Szene sind seit Jahren bekannt. So veröffentlichte beispielsweise die <a href="https://exif-recherche.org/?s=combat+18" target="_blank">Rechercheplattform EXIF</a> 2018 eine umfangreiche Analyse zu den europaweiten Netzwerken und rechtsterroristischen Aktionen. Bezeichnend ist, dass der Verfassungsschutz im Bund und in Thüringen wenig gehaltvolle Erkenntnisse über die Strukturen von „Combat 18“ zu haben scheint. „Es ist vor allem den antifaschistischen Recherchen zu verdanken, dass über die so gewonnen Erkenntnisse öffentlicher Druck aufgebaut wurde. Diese Expertise muss zwingend ernster genommen werden,“ so Arnold abschließend.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/presseerklaerung/verbot-von-combat-18-kommt-viel-zu-spaet/">Verbot von „Combat 18“ kommt viel zu spät</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rassismus, völkische Revolution und Gewalt: Was steckt hinter der Partei Der Dritte Weg?</title>
		<link>https://mobit.org/was-steckt-hinter-der-partei-der-dritte-weg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mobit_Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Mar 2019 14:47:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Der Dritte Weg]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[extrem rechte Kampfsportszene]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Stielerstraße]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://mobit.org/?p=5591</guid>

					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Monaten hat die Neonazi-Partei Der Dritte Weg ihre Aktivitäten in Thüringen und besonders in Erfurt weiter ausgebaut. Ideologisch handelt es sich bei der Partei um radikale Antidemokrat*innen und Rassist*innen. Wir werfen einen genauen Blick auf die Entstehung und Ideologie der Partei.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/was-steckt-hinter-der-partei-der-dritte-weg/">Rassismus, völkische Revolution und Gewalt: Was steckt hinter der Partei Der Dritte Weg?</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In den vergangenen Monaten hat die Neonazi-Partei Der Dritte Weg ihre Aktivitäten in Thüringen und besonders in Erfurt weiter ausgebaut. Ideologisch handelt es sich bei der Partei um radikale Antidemokrat*innen und Rassist*innen. Wir werfen einen genauen Blick auf die Entstehung und Ideologie der Partei.</p>



<p> Neu ist Der Dritte Weg in Thüringen nicht. Schon seit mehreren Jahren verfügt die Partei über Stützpunkte im Thüringer Wald und in Ostthüringen. Seit dem Überlaufen weiterer Neonazi-Funktionäre aus dem Raum Erfurt/Weimar hat die Partei ihre Strukturen vor allem in der Landeshauptstadt weiter ausgebaut und verfügt hier nun über eine eigene Immobilie. <a href="https://mobit.org/dokumentation-extrem-rechte-aktionen-erfurt-herrenberg">Wir haben diese Entwicklung bereits vor einigen Wochen beschrieben</a>. Neben Flyer-Verteilungen und internen Veranstaltungen will die Neonazipartei nun auch mit insgesamt fünf Kandidaten zur Stadtratswahl in Erfurt antreten. Neben dem Spitzenkdanidaten Enrico Daniel Biczysko stehen noch Björn Mey, Doreen Lukei, Philipp Volkenanndt und Wolodja Wanjukow auf den Kandidatenflyern der Partei. Dabei handelt es sich um den kleinen Kreis an Funktionär*innen, die auch in einem Werbevideo der Partei als Organisator*innen rund um die Aktivitäten in der Immobilie in Erfurt Süd-Ost in Erscheinung getreten sind.<a href="https://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/erfurt/startseite/detail/-/specific/Gewaltbereite-Neonazis-draengen-in-die-Kampfsportszene-1522788656" target="_blank"> Erst vor kurzem hatte die Funke-Mediengruppe über die Kampfsportaktivitäten in Erfurt berichtet, bei welchen auch ein bundesweit bekannter und wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestrafter Aktivist der Neonazi-Partei teilnahm</a>. </p>



<p>Ein Blick hinter die eigene Außendarstellung der Partei als Kümmerer zeigt radikale Antidemokrat*innen aus einem Milieu, welches sich bis in den Rechtsterrorismus erstreckt. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Vom Kameradschaftsnetzwerk zur Partei</strong></h3>



<p>Die Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg wurde im September 2013 in Heidelberg gegründet. Der Gründung ging das Verbot des militanten Neonazi-Kameradschaftsnetzwerkes „Freies Netz Süd“ (FNS) in Bayern voraus. Hier hatte der Landtag 2012 das Verbot des Kameradschaftsnetzwerkes beschlossen und der bayrische Innenminister dann im Juli 2014 das Verbot ausgesprochen. In den zwei Jahren dazwischen ließen die bayrischen Behörden den Neonazis genug Zeit, sich neu zu organisieren und ab 2013 war dann auch öffentlich ein langsamer Übergang der FNS-Strukturen zur neugegründeten Kleinstpartei zu beobachten. Heute finden sich zahlreiche Führungsfiguren des FNS als Funktionäre des Dritten Weges wieder. Bundesweit werden der Partei rund 500 Mitglieder zugerechnet. In Thüringen tritt die Partei seit November 2013 in Erscheinung. Seither wurden zahlreiche Artikel mit Bezug zum Freistaat auf der Homepage veröffentlicht und auch Treffen, Parteitage und Demonstrationen durchgeführt. 2015 und 2017 führte die Partei ihren 1.-Mai-Aufmarsch zuerst in Saalfeld und dann in Gera durch. An beiden Veranstaltungen nahmen mehrere hunderte Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik teil. Besonders die Demonstration in Saalfeld sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit, da Teilnehmer der Neonazi-Demonstration nicht nur <a href="https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Polizeibekannte-Neonazis-offenbar-fuer-Uebergriffe-zur-Demo-in-Saalfeld-im-Mai-2-62245508" target="_blank">Gegendemonstranten schwer verletzten</a>, sondern es auch zu schweren<a href="https://m.tlz.de/web/mobil/weimar/detail/-/specific/182-Ermittlungsverfahren-nach-Mai-Ausschreitungen-in-Saalfeld-1730320810" target="_blank"> Zusammenstößen mit der Polizei </a>kam. </p>



<p><a href="https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2016/05/04/der-braune-1-mai-zwischen-ausschreitungen-und-flops_21559" target="_blank">Nur ein Jahr später zeigte sich am 1. Mai im sächsischen Plauen ein ähnliches Bild.</a> Nachdem die Demonstration des Dritten Weges aufgrund von Gegenprotesten zum Stehen kam, eskalierte die Lage und es kam zu schweren Angriffen auf die Polizei. Die Beamten mussten mit Wasserwerfern gegen die Neonazis vorgehen.</p>



<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/t0DrlvMcqgM" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen="" width="560" height="315" frameborder="0"></iframe></p>



<p>Hier zeigte sich das hohe Gewaltpotential des neonazistischen Milieus, welches die Partei umgibt. Nach außen versucht die Partei natürlich einen anderen Eindruck zu vermitteln. Aber auch in ihren Statements sind immer wieder offensichtliche Sympathien für bestimmte Taten zu finden. Als im thüringischen Rockensußra 2015 (Kyffhäuser-Kreis) eine geplante Asylunterkunft durch Brandstiftung zerstört wurde, kommentierte dies der Parteivorsitzende Klaus Armstroff folgendermaßen:  <em><span style="color: #ff4500;"><em>&#8222;Straftaten können und werden wir als Partei niemals für gut heißen. Egal wer und warum er diese begeht. Es gibt Taten, die man nicht verstehen kann und welche die man nachvollziehen kann. Taten, die zum Beispiel verhindern, daß Kinder mißbraucht werden, daß deutsche Frauen nachts sexuell belästigt werden oder junge Deutsche grundlos auf offener Straße verprügelt werden.“</em></span></em> </p>



<p>Aber auch das Personal der Partei bestätigt dieses Bild. So pflegte Matthias Fischer, jahrelang einer der aktivsten Neonazis in Bayern und heute zentrale Figur der Partei, schon in den 1990er-Jahren Kontakt zum späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos- Und auch in den Reihen der Partei selbst findet sich mit Karl-Heinz Statzberger ein verurteilter Rechtsterrorist. <a href="https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/radikalisiert-in-bayern-rechte-kleinstpartei-der-dritte-weg,R5Vumul" target="_blank">Anfang der 2000er-Jahre hatte der Neonazi mit anderen einen Bombenanschlag auf die Grundsteinlegung des jüdischen Gemeindezentrums in München diskutiert.</a></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ideologie: nationalsozialistisch, rassistisch und antidemokratisch</strong></h3>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5597" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-1024x683.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-880x587.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-1280x853.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-1600x1067.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/03/180707_Kirchheim_Jugend-im-Sturm_III-Weg-Event_Symbolbild_III-Weg-T-Shirt_IMG_1686-1920x1280.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Ein Teilnehmer des  Festivals „Jugend im Sturm“ der neonazistischen Kleinstpartei 2018 in Kirchheim. Bildquelle: MOBIT</figcaption></figure>



<p>Der Dritte Weg gehört unter den extrem rechten Parteien zweifellos zu den am radikalsten auftretenden Kräften. Auch in den offenen Bekundungen der Partei wird kein Hehl aus ihrem rassistischen Weltbild gemacht. So verstehen die Neonazis „Umweltschutz“ als „Heimatschutz“ und dies vor allem zur <em><span style="color: #ff4500;"><em>„Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes“</em></span>, </em>wie es im offiziellen 10-Punkte-Programm der Partei heißt. Noch deutlicher wird das Weltbild dann in einem internen Ideologie-Handbuch dargelegt, welches 2017 durch die Partei herausgegeben wurde. Hier heißt es im nationalsozialistischen Duktus: Das Volk sei eine <em><em><span style="color: #ff4500;"><em>„Blut- und Schicksalsgemeinschaft“</em></span>. </em></em>Und weiter:<em><em> <em><span style="color: #ff4500;"><em>„Das Blut ist der Schlüssel zum Verständnis der volkseigenen Kultur und der Seele des völkischen Lebens.“</em></span> </em></em></em>Die Partei vertritt damit eindeutig ein rassistisches Weltbild, welches quasi ihre gesamte Programmatik als Fundament durchzieht. So formuliert die Partei auch ihre Vorstellung einer Regierung für Deutschland:<em><em><em> <em><span style="color: #ff4500;"><em>„Wir bejahen darum ausdrücklich die Herrschaft einer Elite“</em></span>, </em></em></em></em>heißt es dazu in dem internen Papier knapp. Man wolle eine<em><em><em><em> <em><span style="color: #ff4500;"><em>„Elite […] des Blutes und der Leistung“</em></span> </em></em></em></em></em> schreiben die Neonazis weiter. Ihr Ziel will die Neonazi-Partei, die sich selbst als „nationalrevolutionär“ bezeichnet, durch eine „völkische Revolution“; erreichen. Das dabei offenbar auch vor Gewalt nicht zurückgeschreckt wird, schreibt die Partei intern deutlich: <em><span style="color: #ff4500;"><em>„Sofern es notwendig ist, dass einige Scheiben zerbrechen, um nicht nur das deutsche Volk in seiner ethnischen Existenz zu sichern, sondern auch um eine Jahrtausende umfassende Hochkultur zu retten, so werden wir dies nicht als Frevel ansehen“,</em></span></em> heißt es intern weiter. Und so soll am Ende der Vorstellungen der Neonazi-Gruppierung der „liberale Staat“ durch den „autoritären Staat“ abgelöst werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Fazit: Gemeinsames Agieren demokratischer Kräfte und keine Verharmlosung</strong> </h3>



<p>Diese kurzen Einblicke in die Ideologie und das Personal der Partei machen deutlich, welches Weltbild aktuell in Erfurt Süd-Ost verbreitet wird und welche Ziele die Partei verfolgt, die nun auch mehrere Kandidaten in den Stadtrat der Landeshauptstadt entsenden will. Diese klar nationalsozialistische Ausrichtung in der Kombination mit den zunehmenden Aktivitäten im Kampfsportbereich lassen schon erahnen, welche Folgen diese aktuelle Entwicklung haben könnte. So trainieren nicht nur Neonazis in der Immobilie in Erfurt Süd-Ost seit geraumer Zeit Kampfsport, sondern auch beim Festival „Jugend im Sturm“, welches 2018 in Kirchheim bei Erfurt stattfand, gehörte Kampfsport zum Programm. <a href="https://www.bnr.de/artikel/hintergrund/kindererziehung-beim-iii-weg" target="_blank">Seit einiger Zeit nimmt die Partei auch Kinder in den Fokus, um diese nach ihrem Weltbild zu erziehen</a>. Daher braucht es nicht nur Aufklärung, sondern auch ein geschlossenes Agieren aller demokratischen Kräfte in Erfurt, um sich dieser Entwicklung entgegenzustellen. Nicht zuletzt sind aber auch Politik und Sicherheitsbehörden gefragt, dies ernst zu nehmen und entschieden auf die Ausbreitung solcher Strukturen zu reagieren. </p>



<p>Für die kommenden Wochen kündigt die neonazistische Kleinstpartei für das Erfurter Stadtgebiet gleich mehrere Kundgebungen an:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>22.03.2019 &#8211; Kundgebung am Berliner Platz</li><li>24.03.2019 &#8211; Demo (Start am Willy-Brandt-Platz)</li><li>05.04.2019 &#8211; Kundgebung am Drosselberg</li><li>19.04.2019 &#8211; Kundgebung am Angerdreieck</li><li>27.04.2019 &#8211; Kundgebung am Wiesenhügel</li><li>25.05.2019 &#8211; Kundgebung am Fischmarkt</li></ul>



<p><strong><br></strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/was-steckt-hinter-der-partei-der-dritte-weg/">Rassismus, völkische Revolution und Gewalt: Was steckt hinter der Partei Der Dritte Weg?</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dokumentation der extrem rechten Aktionen rund um die Immobilie am Erfurter Herrenberg</title>
		<link>https://mobit.org/dokumentation-extrem-rechte-aktionen-erfurt-herrenberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mobit_Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jan 2019 10:50:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Chronik]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilien der extremen Rechten]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Der Dritte Weg]]></category>
		<category><![CDATA[Die Rechte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://mobit.org/?p=5330</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit dem Übertritt des ehemaligen Hooligans Enrico Biczysko aus Erfurt zur neonazistischen Kleinstpartei Der Dritte Weg, ist diese in der Landeshauptstadt so aktiv wie nie. Zentral hierfür ist zudem eine Immobilie im Erfurter Ortsteil Herrenberg. Entlang Biczysko politischer Entwicklung lässt sich auch die Verwendung der Immobilie nachzeichnen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/dokumentation-extrem-rechte-aktionen-erfurt-herrenberg/">Dokumentation der extrem rechten Aktionen rund um die Immobilie am Erfurter Herrenberg</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align:left">Seit dem Übertritt des ehemaligen Hooligans Enrico Biczysko aus Erfurt zur neonazistischen Kleinstpartei Der Dritte Weg, ist diese in der Landeshauptstadt so aktiv wie nie. Zentral hierfür ist eine Immobilie im Erfurter Ortsteil Herrenberg. Entlang Biczyskos politischer Entwicklung lässt sich auch die Nutzung der Immobilie nachzeichnen.</p>



<p>Extrem rechte Immobilien sind in Thüringen ein wichtiges Fundament der Neonazi-Szene für ihre zahlreichen Aktivitäten. Egal ob Parteitage, Konzerte, interne Treffen oder Familienfeste – die Immobilien der Szene bieten die Grundlage für all die verschiedenen Aktionen. Seit September 2015 existiert der Verein „Volksgemeinschaft“, der im selben Monat auch in das Vereinsregister eingetragen wurde. Kurze Zeit später mietete der Verein einen Teil eines ehemaligen Supermarktes in der Stielerstraße 1. Seitdem verfügt die Erfurter Neonazi-Szene mit ihren verschiedenen Organisationszusammenhängen über eine weitere Immobilie in der Landeshauptstadt. Mehrere hundert Quadratmeter stehen der Szene hier zur Verfügung und neben Konzerten, Kampfsporttrainings oder Parteiveranstaltungen wurden auch bereits Familienfeste durchgeführt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von der NPD zu Die Rechte </strong></h2>



<p>Noch 2014 war
Biczysko für die NPD in Thüringen aktiv und eröffnete Anfang des Jahres ein
Bürgerbüro im Stadtteil Herrenberg. Wenig später folgte dann sein Einzug in den
Erfurter Stadtrat. Nach seiner Wahl verkündete der Neonazi, man wolle nun in
Erfurt „auf mehr Bürgernähe setzen“ und „mit den Bürgern gemeinsam Lösungen […]
finden“. Während seiner Parteikarriere bei der NPD brachte es Biczysko im März
2015 immerhin zum Vorsitzenden des Kreisverbandes Erfurt-Sömmerda. Parallel
begannen die Aktivitäten des Vereins „Volksgemeinschaft“. Dass diese aber kaum
von der NPD zu trennen waren, zeigte sich im Februar 2016 als in den Räumen des
neugegründeten Vereins eine Mitgliederkonferenz der Parteistrukturen aus Erfurt
und dem Ilmkreis in den Räumlichkeiten stattfand. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" width="200" height="300" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/130501_Pro-Erfurt_Enrico-Biczysko_IMG_7111-200x300.jpg" alt="" class="wp-image-5339" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/130501_Pro-Erfurt_Enrico-Biczysko_IMG_7111-200x300.jpg 200w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/130501_Pro-Erfurt_Enrico-Biczysko_IMG_7111-683x1024.jpg 683w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/130501_Pro-Erfurt_Enrico-Biczysko_IMG_7111-320x480.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/130501_Pro-Erfurt_Enrico-Biczysko_IMG_7111-640x960.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/130501_Pro-Erfurt_Enrico-Biczysko_IMG_7111-440x660.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/130501_Pro-Erfurt_Enrico-Biczysko_IMG_7111.jpg 756w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption>Der Neonazi Enrice Biczysko bei einer extrem rechten 1.Mai-Demo 2013 in Erfurt  [Bildquelle: MOBIT] </figcaption></figure></div>



<p>Doch lange
währte&nbsp; Biczyskos Engagement in der NPD
nicht. Bereits im Sommer 2016 verließ er die Partei im Streit. Schon kurze Zeit
später &#8211; am 17. Juni 2016 &#8211; verkündete die Neonazi-Partei Die Rechte den
Wechsel des ehemaligen NPD-Stadtrates. In der Erklärung heißt es, das alle <em><span style="color: #ff4500;">„konstruktiven Versuche der NPD ein bisschen
frischen Wind einzuhauchen [….] von der Landesspitze im Keim erstickt“</span></em>
wurden. Daneben sei wegen der <em><span style="color: #ff4500;">„anhaltenden
innerparteilichen Streitigkeiten in der NPD, [sic] keine konstruktive
politische Arbeit mehr möglich“</span></em> so die Erklärung weiter. Mindestens seit
dem Wechsel zu Die Rechte steht der Neonazi Michel Fischer aus dem Weimarer Land
öffentlich fest an Biczyskos Seite. </p>



<p>Die ersten Veranstaltungen der Partei in Erfurt ließen nicht lange auf sich warten: Im Juli 2016 fand in den Räumen der „Volksgemeinschaft“ eine Vorstellungsveranstaltung der Partei statt. Als Redner wurde hier nicht nur Stadtrat Biczysko angekündigt, sondern auch der Kreisvorsitzende Michel Fischer und Christian Worch, damals noch Bundesvorsitzender der Neonazi-Partei. Rund 40 Neonazis folgten der Einladung. Noch weitaus mehr Neonazis und deren Familien nahmen dann am 30. Juli 2016 an einem Familienfest für „hilfsbedürftige deutsche Familien“ teil, welches ebenfalls in dem ehemaligen Supermarkt stattfand. Am 10. Dezember 2016 wurde &nbsp;erstmals der Bundesparteitag der Neonazi-Partei in der Erfurter Immobilie ausgerichtet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="252" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219-300x252.jpg" alt="" class="wp-image-5341" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219-300x252.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219-768x645.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219-1024x861.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219-320x269.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219-640x538.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219-440x370.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219-880x740.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/160501_Erfurt_Demo-Die-RECHTE_Michel-Fischer_2_IMG_2219.jpg 1134w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption>Seit Biczyskos Wechsel zu Die Rechte fest an seiner Seite:  Michel Fischer aus dem Weimarer Land [Bildquelle: MOBIT]</figcaption></figure></div>



<p>Schon hier zeigt sich die Bedeutung der Anmietung einer einzelnen Immobilie, die es ermöglicht bundesweite Neonazi-Veranstaltungen in der Thüringer Landeshauptstadt stattfinden zu lassen. Ohne die Immobilie wäre ein Großteil der in den vergangenen vier Jahren durchgeführten Veranstaltungen in Erfurt kaum möglich gewesen. Nach zahlreichen weiteren Veranstaltungen der Neonazi-Partei auf dem Erfurter Herrenberg kam es im Herbst 2017 erneut zum Bruch zwischen Biczysko und seiner parteipolitischen Heimat. Dies führte im November 2017 zur Niederlegung der Parteiämter und zum Austritt sowohl des inzwischen zum Landesvorsitzenden aufgestiegenen Biczysko, als auch dessen Stellvertreter Michel Fischer. Aus Sicht der Bundespartei stellten sich die Austritte folgendermaßen dar: </p>



<p><em><span style="color: #ff4500;">„Dort [Thüringen] war eine Personengruppe
aus dem Erfurter Raum offenbar mit einem falschen Verständnis von politischer
Arbeit in DIE RECHTE eingetreten, versuchte den eigenen Unmut durch das „vom
Zaun brechen“ interner Konflikte zu kompensieren und sorgte mit einer
zweifelhaften Auffassung kameradschaftlicher Mindeststandards beim Austritt für
eine intensive Auseinandersetzung […].“</span></em></p>



<p>Seither gibt es
faktisch keine aktiven Strukturen der Partei mehr in Thüringen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Dritte Weg, der dritte Versuch</strong></h2>



<p>Lange blieb das offenbar unzertrennliche Duo Biczysko und Fischer auch beim erneuten Parteiwechsel nicht ohne parteipolitische Heimat. Bereits im Februar 2018 nahmen beide Neonazis und eine Gruppe ehemaliger Die Rechte-Aktivisten an einer Demo der Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg in Nordhausen teil. Hier deutet sich bereits an, dass die Erfurter Neonazi-Strukturen rund um Biczysko ihre neue Organisation wohl in der erst 2013 gegründeten selbsternannten „Elitepartei“ finden würden. Anfang April 2018 fand dann ein Informationsabend zum 1.-Mai-Aufmarsch des Dritten Weges in Chemnitz statt. Bereits hier trat Bizcysko als Redner auf und warb für die Teilnahme an der Demonstration. Im August folgte dann schlussendlich Biczyskos endgültiger Übertritt zur Kleinstpartei Der Dritte Weg. Er wolle seine „politische Arbeit innerhalb und außerhalb des Stadtrates […] voll und ganz für die politischen Ziele der Partei ‚Der. III. Weg‘ widmen“, schrieb der Erfurter Neonazi auf seiner Facebook-Seite. Er habe nun endlich eine Partei gefunden, die „unsere Weltanschauung nicht nur predigt, sondern auch lebt“, tönte der ehemalige Hooligan im Herbst 2018 weiter und kündigte an, „dass mit der nächsten Stadtratssitzung ein ganz neuer Wind wehen“ würde. Wie schon nach Biczyskos vergangenen Parteiwechseln,  haben seither die Aktionen der neuen Neonazi-Strukturen erheblich zugenommen, vom Stadtrat ist hingegen wenig bis nichts wahrzunehmen. Zudem bietet die Nutzung der Räume der „Volksgemeinschaft“ der Partei Der Dritte Weg neue Möglichkeiten für die  Arbeit vor Ort. So fanden seither beispielsweise eine Parteivorstellung und eine Rechtsschulung in Erfurt statt. Zusätzlich werden die Räume als Materiallager der Partei genutzt. Die Räumlichkeiten stehen darüber hinaus für Kampfsporttrainings der parteiinternen „Arbeitsgemeinschaft Körper &amp; Geist“ zur Verfügung. Hinzu kamen mehrere Flyerverteilungen und Infostände im Erfurter Stadtgebiet. Die öffentlichen Aktionen unter dem Label des Vereins „Volksgemeinschaft“ sind seitdem eingestellt. So verschwand nicht nur das Facebook-Profil des Neonazi-Vereins, auch die Fassade der Immobilie selbst wurde umgestaltet und in den Farben und mit den Parteiinsignien des Dritten Weges gestaltet. Die Szene spricht nun von einem „nationalrevolutionärem Zentrum“ in der Landeshauptstadt. Erfurt dürfte damit zukünftig an Bedeutung für die Partei gewinnen. Schon seit Jahren fanden die Bundesparteitage in Kirchheim bei Erfurt statt. Und im vergangenen Jahr auch das <a href="https://mobit.org/informationen-zur-neonazistischen-partei-veranstaltung-jugend-im-sturm/">RechtsRock- und Kampfsport-Event „Jugend im Sturm“</a>. Mit der zusätzlichen Immobilie bieten sich neue Möglichkeiten für derartige Veranstaltungen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5342" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1-1024x683.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1-880x587.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2019/01/190116_Immobilie_Stielerstraße_IMG_5708-1.jpg 1134w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Die Fassade der Immobilie in der Stielerstraße 1 wurde mit den Parteiinsignien des Dritten Weges umgestaltet. [Bildquelle: MOBIT]</figcaption></figure>



<p>Auch jenseits
der Landeshauptstadt ist Der Dritte Weg zumindest in seiner digitalen Selbstinszenierung
aktuell die aktivste Neonazi-Partei in Thüringen. Es existieren weitere
Stützpunkte in Ostthüringen (Gera und Umgebung) und im Thüringer Wald-Ost, die
regelmäßig durch Flugblattaktionen in den Regionen in Erscheinung treten</p>



<p class="has-drop-cap"><strong><em>Zum Weiterlesen:</em></strong><br><a href="https://mobit.org/chronik-extrem-rechter-aktivitaeten-in-thueringen/"> Unsere vollständige Chronik extrem rechter Aktivitäten in Thüringen</a><br><a href="https://mobit.org/Material/MOBIT_Nach%20den%20rechten%20H%C3%A4usern%20sehen_2018.pdf"> Broschüre „Nach den rechten Häusern sehen“ – Immobilien der extrem rechten Szene in Thüringen</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Chronologie der Aktivitäten der Partei Der Dritte Weg rund um die Immobilie in der Erfurter Stielerstraße</h3>



<p><strong>29.03.2018</strong></p>



<p>Es wurde Material zur Mobilisierung für den extrem rechten
Aufmarsch am 1. Mai in Chemnitz verteilt.</p>



<p><strong>04.04.2018</strong></p>



<p>In den Räumen der Volksgemeinschaft fand eine Mobilisierungsveranstaltung der extrem rechten Partei Der Dritte Weg für den 1. Mai in Chemnitz statt. Nach einem Redebeitrag von Enrico Biczysko folgte ein Konzert des neonazistischen Musikers Lunikoff (Michael Regener).</p>



<p><strong>18.04.2018</strong></p>



<p>Es wurden mehrere Plakate der extrem rechten Partei Der
Dritte Weg zur Mobilisierung zum 1. Mai angebracht.</p>



<p><strong>01.05.2018</strong></p>



<p>Bei der 1. Mai-Demonstration der extrem rechten Partei Der Dritte Weg in Chemnitz nahmen u.a. Neonazis aus Erfurt, Weimar, Kahla und anderen thüringischen Orten teil.</p>



<p><strong>07.07.2018</strong></p>



<p>Mitglieder des Vereins Volksgemeinschaft e.V. verbreiteten einen Werbeclip für Kampfsporttraining. Im Video wurden auch Flugblätter der extrem rechten Partei Der Dritte Weg verteilt.</p>



<p><strong>15.08.2018</strong></p>



<p>Der Erfurter Neonazi Enrico Daniel Biczysko erklärte seinen Parteiübertritt zur extrem rechten Partei Der Dritte Weg. Zuvor war Biczysko Landesvorsitzender der extrem rechten Partei Die Rechte, davor ließ er sich für die NPD in den Erfurter Stadtrat wählen.</p>



<p><strong>22.08.2018</strong></p>



<p>Die extrem rechte Partei Der DritteWeg stellte sich in den Räumen des Vereins „Volksgemeinschaft e.V.“ vor.</p>



<p><strong>25.08.2018</strong></p>



<p>Die neue Erfurter Gruppe der extrem rechten Partei Der Dritte Weg führte eine Kundgebung auf dem Anger durch und verteilte homophobe Flugblätter gegen den Erfurter Christopher-Street-Day.</p>



<p><strong>25.08.2018</strong></p>



<p>Die extrem rechte Partei Der Dritte Weg führte eine Rechtsschulung in den Räumen des „Volksgemeinschaft e.V.“ durch.</p>



<p><strong>22.09.2018</strong></p>



<p>Die extrem rechte Partei Der Dritte Weg verteilte Flugblätter in Erfurt Süd-Ost.</p>



<p><strong>21.10.2018</strong></p>



<p>Der „Gebietsverband Mitte“ der extrem rechten Partei Der Dritte Weg traf sich zu einem Parteitag in den Räumen des „Volksgemeinschaft e.V.“.</p>



<p><strong>27.10.2018</strong></p>



<p>Die extrem rechte Partei Der Dritte Weg führte einen Infostand in Erfurt Nord durch</p>



<p><strong>27.10.2018</strong></p>



<p>Die extrem rechte Partei Der Dritte Weg führte in den Räumen des „Volksgemeinschaft e.V.“ eine Mitgliederschulung durch.</p>



<p><strong>04.11.2018</strong></p>



<p>Die Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg führte ein
sogenanntes Heldengedenken in Erfurt durch.</p>



<p><strong>18.11.2018</strong></p>



<p>Die Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg führte ein sogenanntes
Heldengedenken in Erfurt durch.</p>



<p><strong>15.12.2018</strong></p>



<p>Die Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg verteilte auf dem
Weihnachtsmarkt in Erfurt Propagandamaterial.</p>



<p><strong>24.12.2018</strong></p>



<p>Neonazis aus dem Umfeld der Partei Der Dritte Weg
veranstalteten in Erfurt eine Julfeier in den Räumen des Vereins
„Volksgemeinschaft“.</p>



<p><strong>31.12.2018</strong></p>



<p>Neonazis aus dem Umfeld der Partei Der Dritte Weg
veranstalteten in Erfurt eine Silvesterfeier in den Räumen des Vereins
„Volksgemeinschaft“.</p>



<p><strong>07.01.2019</strong></p>



<p>Aktivisten derNeonazi-Kleinstpartei
Der Dritte Weg reisten nach Italien um dort Aktivisten der faschistischen Casa
Pound Bewegung zu treffen. Unter anderem Michel Fischer und Enrico Biczysko
nahmen an der Reise teil.</p>



<p><strong>12.01.2019</strong></p>



<p>In den Räumen des Vereins „Volksgemeinschaft“ fand ein Neujahrsempfang  der Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg mit anschließendem  Kampfsporttraining und Liederabend statt. Unter den Gästen waren neben  den lokalen Kadern Michel Fischer und Enrico Biczysko auch der  Parteivorsitzende Matthias Fischer, sowie Tony Gentsch und Julian  Bender. </p>



<p> <br> <br><br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/dokumentation-extrem-rechte-aktionen-erfurt-herrenberg/">Dokumentation der extrem rechten Aktionen rund um die Immobilie am Erfurter Herrenberg</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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