Vorträge

„Extreme Rechte in Thüringen“

Die extreme Rechte in Thüringen umfasst eine ganze Reihe von Organisationen und Gruppierungen. Neben den Wahlparteien NPD, die RECHTE oder den III. Weg finden wir ein Netz rechter und neonazistischer Kameradschaften, die in Thüringen aktiv sind, extrem rechte Propaganda vor Ort betreiben, Ausgangspunkte für Dominanzbestrebungen in einzelnen Kommunen sind und als erste Andockstelle für die Rekrutierung von Jugendlichen dienen.

Was ist unter dem Begriff Rechtsextremismus zu verstehen? Wie stark sind extrem rechte Einstellungen in Thüringen verbreitet? Was sind die Strategien und Aktivitäten der extremen Rechte in Thüringen? Was lässt sich über ihre Stärke sagen? Welche Immobilien, Musikversandgeschäfte und Bands gehören ihnen?

Zeit: nach Absprache


„Zeichensprache der extremen Rechten – Symbolik, Codes und Outfits“

Zu Beginn der 90er Jahre war das Bild des neonazistischen Skinheads so bekannt wie allgegenwärtig. Wenngleich dieses Erscheinungsbild nicht gänzlich verschwunden ist, haben sich Auftreten, Kleidung und Symbolik der extremen Rechten gewandelt. Die Szene trägt jugendtypische Kleidung, die oftmals erst bei genauem Hinsehen Erkennungszeichen der extremen Rechten aufweist.

Doch hinter dem veränderten Lifestyle verbirgt sich mehr als ein neu entdeckter Hang zur Modernität. Gerade die strafrechtlichen Sanktionen gegen Kennzeichen der NS-Zeit haben die neonazistische Szene zu einem „Versteckspiel“ genötigt, das mittlerweile überraschend kreative Blüten treibt. Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird jetzt eine breite Palette an subkulturellen Bezügen geboten, mit dem sie sich identifizieren können und die sie für die rechte Szene ansprechbar machen können.

Dieses Modul vermittelt einen Überblick über die neuen Symbole und Erscheinungsformen der extremen Rechten und klärt über die Hintergründe der Verwandlung auf.

Zeit: 2–3 Stunden


„RechtsRock“ – Identitätsangebot und Schlagwortgeber für junge Menschen

Schon seit vielen Jahren existiert neben dem organisierten „politischen“ Rechtsextremismus eine ungeheuer facettenreiche subkulturelle Erscheinungsform, die plakativ als „RechtsRock“ bezeichnet wird. Gerade Thüringen hat sich zu einem bevorzugten Festival- und Erlebnisland der Szene entwickelt. Mit dem gezielten Einsatz von Musik als Vermittlungsform gelingt es Neonazis junge Menschen zu erreichen und für ihre Ideologie empfänglich zu machen.

Das Seminar beinhaltet die Vorstellung verschiedenen Richtungen des RechtsRock wie Black-Metal, Hatecore etc. in denen Einflüsse rechtsextremer Ideologie auftreten. Neben ausgewählten Hörbeispielen können Texte analysiert und ihre Umdeutungsfähigkeit nach Rechtsaußen sichtbar gemacht werden. Danach wird die praktische Nutzung des RechtsRocks in Thüringen durch rechtsextreme Parteien und die subkulturellen Szene dargestellt sowie in die Gesamtproblematik Rechtsextremismus eingeordnet.

Zeit: 2–3 Stunden


„Frauen in der rechtsextremen Szene. Zwischen Mütterkult und Emanzipation“

In vielen Medien wird das Bild von jungen, gewaltbereiten Männern in einschlägiger Kleidung oder Pose transportiert, wenn es sich um das Themenfeld Rechtsextremismus handelt. Dies suggeriert, dass sich ausschließlich männliche Akteure in der Szene tummeln. Seit Jahren verzeichnen Experten allerdings die stetige Zunahme einer aktiven Beteiligung von Mädchen und Frauen. Werden sie in ihren Aktionsmöglichkeiten unterschätzt? Oder fungieren sie lediglich als Anhängsel ihrer rechtsextremen Partner?

Nach einleitenden Begriffsklärungen stellt der Vortrag verschiedene Organisationen in Thüringen vor, in denen sich Frauen mit rechtsextremer Gesinnung betätigen können. Er beleuchtet Themenbereiche, in denen sich weibliche Mitglieder der rechtsextremen Szene engagieren und umreißt einige Aktivitäten.

In der anschließenden Diskussion sollen (geschlechtsspezifische) Handlungsmöglichkeiten erörtert werden, um die Attraktivität, welche die rechtsextreme Szene auf Mädchen und Frauen ausübt, zu vermindern.

Zeit: ca. 1,5 Stunden