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	<title>Reichsbürger Archive &#8226; MOBIT</title>
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		<title>Im Blick – Quartal 1/2024</title>
		<link>https://mobit.org/im-blick-1-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 09:35:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[RechtsRock]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen Quartalsbericht: Im Blick – 01/2024 Die ersten Monate des neuen Jahres zeigten in Thüringen, was in diesem&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/im-blick-1-2024/">Im Blick – Quartal 1/2024</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen</h2>



<p><strong>Quartalsbericht: Im Blick – 01/2024</strong></p>



<p>Die ersten Monate des neuen Jahres zeigten in Thüringen, was in diesem Jahr zu erwarten ist: Die Aktivitäten verschiedener extrem rechten Spektren bewegen sich bereits zum Jahresbeginn auf einem hohen Niveau. Eine Steigerung&nbsp; darüber hinaus ist im Vorfeld der Wahlen zu erwarten.</p>



<p>Am 10. Januar <a href="_wp_link_placeholder" data-wplink-edit="true">veröffentlichte die Plattform „Correctiv“ eine Recherche zu einem extrem rechten Treffen rund um das Thema „Remigration“ in Potsdam</a>: Daran beteiligt waren AfD-Politiker*innen, Neonazis, Konservative und Unternehmer*innen. Referiert hatte bei der Zusammenkunft u.a. Martin Sellner, eine der bekanntesten Figuren der „Identitären Bewegung“ in Deutschland und Österreich. Die Inhalte des Treffens, welche die Recherche ans Tageslicht brachte, sind keineswegs neu. Diese Pläne sind seit Jahren bekannt und wurden beispielsweise schon 2018 durch die AfD-Führungsfigur Björn Höcke publiziert. In seinem Interviewband heißt es:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow" style="font-style:italic;font-weight:200">
<p class="has-medium-font-size">„Ich bin sicher, daß – egal wie schlimm die Verhältnisse sich auch entwickeln mögen – am Ende noch genug Angehörige unseres Volkes vorhanden sein werden, mit denen wir ein neues Kapitel unserer Geschichte aufschlagen können. Auch wenn wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen“</p>
<cite>Höcke, Björn, Nie zweimal in denselben Fluss. Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig, Lüdinghausen und Berlin, 2018, S. 257.</cite></blockquote>



<p>Trotz der – zumindest einem Fachpublikum bereits bekannten – dokumentierten Inhalte der Recherche, führten die Veröffentlichungen bundesweit zu Massenprotesten gegen die extreme Rechte. Auch in Thüringen gingen über Wochen Tausende Menschen in zahlreichen Orten auf die Straße. Am 14. Januar fand nur wenige Tage nach den Veröffentlichungen dann der erste Wahlgang der Landratswahl im Saale-Orla-Kreis statt. Bereits Ende 2023 hatte sich das lokale Bündnis „Dorfliebe für alle“ gegründet, um für die Wahl demokratischer Kandidat*innen zu werben. Im ersten Durchgang erreichte der AfD-Kandidat Uwe Thrum mit Abstand die meisten Stimmen und es kam zu einer Stichwahl mit dem CDU-Kandidaten Christian Herrgott Ende Januar 2024. Trotz ähnlicher Konstellationen wie in Sonneberg, konnte Herrgott sich in der Stichwahl mit rund 5%-Punkten Vorsprung gegen Thrum durchsetzen. Dies dürfte nicht zuletzt auch mit der zivilgesellschaftlichen Mobilisierung zu erklären sein. Die Wahl im Saale-Orla-Kreis ist dabei als Vorbote für die Kommunalwahlen Ende Mai zu sehen. Vor allem in den ländlich geprägten Landkreisen dürfte es zu ähnlichen Verläufen kommen. Die AfD wird bei den Kommunalwahlen versuchen, ihre Präsenz massiv auszubauen, um die möglichen Erfolge für die Landtagswahl im September zu nutzen. Die Partei setzt unterdessen – wie auch außerhalb der Wahlkampfzeiten – ihre Aktivitäten in der Breite fort. So führt die Partei zahlreiche als „Bürgerdialoge“ bezeichnete Vortragsveranstaltungen und Infostände durch und zum anderen versuchen vor allem Aktivist*innen der Jungen Alternative in den sozialen Netzwerken wie Instagram und TikTok mit kurzen Videos ihre Inhalte zu verbreiten. Ein besonderer Coup gelang Höcke, als CDU-Landesvorsitzender Mario Voigt sich auf ein TV-Duell mit ihm einließ. Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, dem 11. April, diskutierten beide Politiker bei einem Video-Format der WELT. Der extrem rechte AfD-Politiker Höcke mit besten Verbindungen auch in die Neonazi-Szene wird damit im beginnenden Wahljahr zum akzeptablen Diskussionspartner demokratischer Akteur*innen befördert. Die Normalisierungsstrategie der AfD hat damit im beginnenden Wahljahr einen enormen Schub erhalten.</p>



<p><strong>„Bauernproteste“ und themenflexibles Protestspektrum</strong></p>



<p>Seit der Corona-Pandemie hat sich ein themenflexibles Protestspektrum entwickelt, welches sich bis zur „Reichsbürger“-Szene zieht. Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen hat sich dieses Spektrum immer wieder neue Themen gesucht, die sich an der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation orientierten, im Kern aber auch rassistische und demokratiefeindliche Inhalte verbreiteten. Im Zuge dieser Proteste wurde immer wieder auch versucht, neuentstandene Protestbewegungen zu vereinnahmen. Dazu gehörten auch die Bauernproteste im beginnenden Jahr 2024. Einerseits tauchten einschlägige Akteur*innen bei den Bauernprotesten auf und versuchten einen Schulterschluss zu inszenieren. Andererseits wurden bei den eigenen Protesten Traktoren als Symbol genutzt. Wirklich profitieren konnte die Szene allerdings nicht. Bei Aufrufen, die versuchten, an die Bauernproteste anzuschließen, aber nicht von den Bauernverbänden unterstützt wurden, kamen kaum mehr Personen zusammen als in den Monaten davor. Abgesehen von einzelnen Ausnahmen sind die meist am Montag stattfindenden Proteste der Mischszene auf wenige Dutzend Teilnehmende zusammengeschrumpft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Reichsbürger“</strong></h2>



<p>Die „Reichsbürger“-Szene in Thüringen ist nach wie vor fester Bestandteil der Proteste auf der Straße und in Teilen Bündnispartner der Thüringer AfD. Allen voran der langjährige Aktivist Frank Haußner aus Zeulenroda, eine der Führungsfiguren von „Freies Thüringen“. Im ersten Quartal 2024 ist eine deutliche Aktivierung der Szene-Strukturen im Freistaat zu beobachten. Einerseits versuchen lokale Akteur*innen sich über die Mobilisierung, vor allem bei Telegram, dem Protestgeschehen auf der Straße anzuschließen oder mit eigenen Initiativen sich weiter zu verfestigen. Zum anderen ist Thüringen Veranstaltungsort für bundesweite Netzwerke. Regelmäßig finden in zahlreichen Regionen Vorträge unterschiedlicher „Reichsbürger“-Gruppen statt. Vor allem die Expansion des von Peter Fitzek begründeten „Königreich Deutschland“ (KDR) ist in Thüringen in den zurückliegenden Monaten deutlich wahrzunehmen. So wurde im letzten Jahr nicht nur bekannt, dass Fitzeks Netzwerk eine Immobilie in Gera erworben hat, sondern seit einigen Monaten hat das „Königreich Deutschland“ vor allem in der Region Ilmenau seine Veranstaltungszahl deutlich erhöht. Neben Vorträgen und Seminaren finden in Thüringen mittlerweile auch regelmäßig Wanderungen beispielsweise in den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen. Hildburghausen oder dem Ilmkreis statt, zu denen das KDR einlädt. Passend zum Immobilienerwerb des KDR in Gera mobilisierte die Szene für den 6. April für ein sogenanntes Treffen der Bundestaaten. Die Veranstaltung fand bisher zwei Mal statt, zunächst in Magdeburg und in Dresden. Sie ist eine Mischung aus Reden einschlägiger Szene-Aktivisten und einer Demonstration mit reichlich „Reichsbürger“-Kitsch wie Fahnen und Uniformen. Am 6. April nahmen rund 1000 Menschen an der Veranstaltung in Gera teil.</p>



<blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Gestern fand in <a href="https://twitter.com/hashtag/Gera?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw" target="_blank">#Gera</a> das größte öffentliche <a href="https://twitter.com/hashtag/Reichsb%C3%BCrger?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw" target="_blank">#Reichsbürger</a>-Treffen der letzten Jahrzehnte statt. Das sogenannte „Große Treffen der Bundesstaaten“. Dazu einige Anmerkungen… <a href="https://t.co/085gD9uedt" target="_blank">pic.twitter.com/085gD9uedt</a></p>&mdash; Felix M. Steiner (@FelixMSteiner) <a href="https://twitter.com/FelixMSteiner/status/1776942105597743284?ref_src=twsrc%5Etfw" target="_blank">April 7, 2024</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> 



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Neonazis</strong></h2>



<p>Im Vergleich zu den vorangegangenen Teilbereichen der extrem rechten Szene, ist die Neonazi-Szene in Thüringen weiterhin deutlich weniger aktiv als vor der Corona-Pandemie. Das Agieren der Strafverfolgungsbehörden in Eisenach und dem Wartburgkreis zeigte auch im Bereich RechtsRock Wirkung. Seit der Inhaftierung des Funktionärs der Neonazi-Partei DIE HEIMAT, Patrick Wieschke im Zuge des Verfahrens gegen die extrem rechte Kampfsport-Gruppe „KnockOut51“<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> fand im ersten Quartal des Jahres 2024 keine Live-Musikveranstaltung in der Landesgeschäftsstelle der Partei statt. In 2023 war das sogenannte Flieder Volkshaus mit 12 durch MOBIT gezählte Konzerte der noch am höchsten frequentierte Veranstaltungsort für RechtsRock in Thüringen mit teilweise bundesweit angereistem Publikum und folglich zahlreichen Gelegenheiten zur Pflege extrem rechter Netzwerke.</p>



<p>Eine Zusammenarbeit der überregionalen Neonazi-Musik-Szene zeigte sich im März in Sonneberg. Die Aufnahme eines Musikvideos der lokalen RechtsRock-Band „Unbeliebte Jungs“ um Ricky Nixdorf entstand durch Personen des extrem rechten Musiklabels „NDS-Records“ aus dem bundesländerübergreifenden Umfeld der Identitären Bewegung.</p>



<p>Trotz der Inhaftierung der zentralen Führungsfigur Patrick Wieschke, mobilisiert die Neonazi-Partei Die Heimat (ehemals NPD) mit dessen Konterfei zur Unterschriftensammlung für die Wahlteilnahme an der Kreistagswahl im Wartburgkreis. Wieschke war zuletzt in der Neonazi-Szene in Verruf geraten, da in der Szene die Information kursiert, er habe im Zuge des „Knockout51“-Verfahrens eine längere Aussage gemacht. Dies gilt in der Szene als Verrat.</p>



<p>Seit Frühjahr 2024 scheint sich außerdem eine neue Jugendgruppe zu formieren. Unter dem Namen „Aktive Jugend Thüringen“ besteht seit einigen Wochen ein Account in den sozialen Medien. Die Aktivitäten der Gruppe bewegen ich scheinbar vor allem im Umfeld der Kleinstpartei Der 3. Weg und sind bisher lokal in Gotha und vor allem Erfurt aufgefallen. Zur Selbstdarstellung der Gruppe in den sozialen Netzwerken gehören auch Kampfsporttrainings.</p>



<p>Insgesamt zeigt sich in den ersten drei Monaten des Jahres, dass die extrem rechte Szene ihre Aktivitäten insgesamt steigert. Die Proteste der letzten Monate und die anstehenden Wahlen fördern dieses Aktivitätsniveau offenbar weiter. Besonders in der Neonazi-Szene bleibt es abzuwarten, welchen Einfluss die laufenden Verfahren auf die Szene haben werden. So gab beispielsweise das Oberlandesgericht Jena bekannt, dass drei der vier Inhaftierten aus dem Knockout-Verfahren aus der Untersuchungshaft entlassen werden sollen (https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/jena/knockout-prozess-neonazis-eisenach-100.html). <a href="https://www.generalbundesanwalt.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/Pressemitteilung-vom-04-04-2024.html?nn=478184" target="_blank">Gleichzeitig gab die Bundesanwaltschaft bekannt, dass sie Anklage gegen vier Beschuldigte wegen Rädelsführerschaft des verbotenen Netzwerks „Combat 18 Deutschland“ erheben wird, darunter auch zwei Thüringer Neonazis</a>.</p>



<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> https://prozessdoku-thueringen.de/category/knockout51prozess/</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/im-blick-1-2024/">Im Blick – Quartal 1/2024</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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		<series:name><![CDATA[Im Blick - Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen]]></series:name>
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		<title>Im Blick &#8211; Quartal 3/2023</title>
		<link>https://mobit.org/im-blick-3-2023/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Nov 2023 10:03:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[RechtsRock]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaftlicher Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Immobilien der extremen Rechten]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen Im dritten Quartal des Jahres konnten erneut Aktivitäten der extrem rechten Szene auf einem hohen Niveau beobachtet&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/im-blick-3-2023/">Im Blick &#8211; Quartal 3/2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen</h2>



<p class="has-text-align-left">Im dritten Quartal des Jahres konnten erneut Aktivitäten der extrem rechten Szene auf einem hohen Niveau beobachtet werden: Von RechtsRock über „Reichsbürger“ bis hin zur AfD. Die Neonazi-Szene wurde besonders durch das Verbot der Vereinigung der Hammerskins und des Vereins „Artgemeinschaft &#8211; Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“ erschüttert. Es folgte eine Welle von Organisations-Selbstauflösungen in der Szene.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>RechtsRock</strong></h2>



<p>In den vergangenen Monaten waren vor allem zwei Trends der Thüringer RechtsRock-Szene zu beobachten: Zum einen manifestierte sich, dass 2023 die Anzahl der Konzerte in Thüringen wieder auf das hohe Niveau wie vor der Pandemie steigt. Auffällig dabei ist, dass sich der Großteil der Konzerte auf einige wenige zentrale Immobilien der Szene konzentriert. Die am meisten frequentierte Immobilie ist dabei die Landesgeschäftsstelle der Heimat, ehemals NPD, in Eisenach. Hier zeigt sich immer wieder deutlich der Vernetzungscharakter dieser Musik-Veranstaltungen. Am 8. Juli 2023 wurde beispielsweise ein Konzert aus den Netzwerken der kurz danach verbotenen Hammerskins in der Wartburgstadt veranstaltet. Die vor Ort getragenen Insignien der Teilnehmenden ließen sich eindeutig den bundesweiten Netzwerken der Hammerskins zuordnen und bilden damit deutlich sichtbar die bundesweite und sogar internationale Vernetzung der Szene ab, welche sich in Thüringen trifft. Mitte September wurde bei einem weiteren Konzert in Eisenach auch die spektrenübergreifende Vernetzung: So nahm an einem Konzert des Neonazis Michael Regener, der als Lunikoff auftritt, auch der Protestorganisator Christian Klar aus Gera teil. Klar mobilisiert dort das themenbewegliche Protestspektrum innerhalb eines Netzwerkes von „Reichsbürgern“, den extrem rechten „Freie Sachsen“, dem Compact-Magazin bis zur AfD und nimmt an überregionalen Veranstaltungen teil. Mit der Anwesenheit bei dem Konzert demonstrierte er erneut seine offene Verbundenheit mit der Neonazi-Szene.</p>



<p><strong>Neonazi-Szene: Verbote und Auflösungen</strong></p>



<p>Rund zwei Monate nach dem Hammerskin-Konzert in Eisenach kam es zum <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2023/09/verbot-hammerskins.html" target="_blank">Verbot der Neonazi-Gruppe</a>. Die seit Beginn der 1990er-Jahre in Deutschland aktive Neonazi-Organisation war vor allem im internationalen RechtsRock-Geschäft und -Vertrieb tätig und verfügte nach Angaben der Behörden über 130 Mitglieder in Deutschland. Im Zuge des ausgesprochenen Vereinsverbotes kam es auch in Thüringen zu mehreren Razzien, die vor allem im Raum Altenburg stattfanden. Der Freistaat ist seit Jahren nicht nur Treffpunkt der Szene, sondern auch Sitz diverser Strukturen. Dies zieht sich von den Kadern bis hin zu den Versandgeschäften, die dem Netzwerk zugeordnet werden können. Mittlerweile haben verschiedene Personen der Hammerskins Klage gegen das Verbot eingereicht.</p>



<p>Kaum zwei Wochen später folgte ein weiteres durch das Bundesinnenministerium ausgesprochenes <a href="https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/razzia-artgemeinschaft-rechtsextremismus-100.html" target="_blank">Vereinsverbot gegen die „Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“</a>. Laut MDR gab es in Thüringen im Zuge des bundesweiten Verbotes mindestens drei Razzien, bei denen auch Waffen und Munition sichergestellt wurden: <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/artgemeinschaft-verbot-100.html)" target="_blank">In Ilfeld, Probstzella und Walterhausen</a>.</p>



<p>Die Verbote der Hammerskins und der „Artgemeinschaft“ lösten bundesweit eine regelrechte Welle von Selbstauflösungen in der Szene aus. So gab beispielsweise der in Thüringen ansässige Neonazi Thorsten Heise bekannt, dass sich auch die „Arische Bruderschaft „und die „Niedersächsische Kameradschaft Northeim“ aufgelöst hätten. Die Auflösungen sind eine Strategie der Szene, um weiteren Verboten und staatlicher Repression zuvor zu kommen. Die Netzwerke bestehen weiter fort. Gleichzeitig riefen Neonazis dazu auf, in die bestehenden neonazistischen Parteien einzutreten, um weiteren Verboten unter dem Schirm des Parteienrechtes zu entgehen.</p>



<p><strong>Prozessbeginn gegen „Knockout-51“ und neonazistische Kampfsport-Szene</strong></p>



<p>Am 21. August begann am Oberlandesgericht in Jena der Prozess gegen einen Teil der militanten Neonazi-Gruppe „Knockout-51“ aus Eisenach (https://www.tagesschau.de/investigativ/mdr/knockout51-eisenach-rechtsextremismus-100.html). Verhandelt wird gegen vier der mutmaßlichen Führungskräfte der Gruppe, denen die Gründung einer kriminellen Vereinigung und zahlreiche Gewalttaten und Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen werden. Der Hauptprozess ist dabei nur der Auftakt zu einer ganzen Prozessreihe gegen die Mitglieder und Unterstützer der Neonazi-Gruppe, welche in den kommenden Monaten folgen soll. Bereits zu Beginn des Prozesses war die Anbindung der Gruppierung an bundesweite Neonazi- und Rocker-Gruppen ersichtlich. <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/west-thueringen/wartburgkreis/knockout-neonazi-prozess-100.html" target="_blank">So zeigten aus der gesamten Bundesrepublik angereiste Neonazis und Rocker bereits bei den ersten Prozesstagen Präsenz</a>.</p>



<p>Der Prozess gegen die vier Hauptangeklagten ist bis Ende März 2024 terminiert. Gemeinsam mit ezra, der Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen, organisiert MOBIT eine Prozessdokumentation, die hier zu finden ist:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://prozessdoku-thueringen.de/" target="_blank"><img decoding="async" src="https://prozessdoku-thueringen.de/wp-content/uploads/2023/09/cropped-Bildschirmfoto-2023-09-16-um-13.48.40.png" alt=""/></a></figure>



<p>Hier geht&#8217;s zum Blog: <a href="https://prozessdoku-thueringen.de/" target="_blank">https://prozessdoku-thueringen.de</a></p>



<p>Dass die neonazistische Kampfsport-Szene weiterhin aktiv ist, lässt sich aus zwei Veranstaltungen aus bundesweiten Zusammenhängen ablesen. Zum einen fand Ende September im Baden-Württembergischen Lahr eine Kampfsport-Turnier statt, an welchem auch Personen aus der Thüringer Neonazi-Szene als Kämpfer teilnahmen, darunter mindestens ein Kämpfer aus dem Netzwerk von „Knockout-51“. Daneben wird aktuell für November eine neonazistische „Kampfsportgala“ angekündigt, welche in „Mitteldeutschland“ stattfinden soll. Trotz der Inhaftierung zentraler Akteure und einiger Veranstaltungsverbote ist Kampfsport weiterhin ein zentrales Aktionsfeld der extremen Rechten.</p>



<p><strong>„Reichsbürger“ in Thüringen und unterwegs</strong></p>



<p>In Thüringen ist die „Reichsbürger“-Szene nach wie vor äußerst aktiv. Neben den Strukturen, die sich vor allem im Konflikt mit Verwaltungen und Sicherheitsbehörden befinden, sucht ein Teil der Szene weiterhin verstärkt die Öffentlichkeit. Allen voran sind es die sogenannten Wahlkommissionen, die seit 2022 in Thüringen öffentlich aktiv sind. Zwischen Juni und September 2023 verteilten die Aktivist*innen dieser Struktur nach eigenen Angaben über 700 Plakate in Thüringen, um für ihre Fantasie-Wahl zu werben. Neben dieser öffentlichen Aktion nahm auch eine größere „Reichsbürger“- Gruppe aus Ostthüringen, Erfurt, dem Eichsfeld und weiteren Orten Thüringens an einer bundesweiten „Reichsbürger“-Demonstration in Magdeburg am 19. August teil. <a href="https://www.mz.de/mitteldeutschland/sachsen-anhalt/magdeburg-reichsbuerger-demo-trifft-auf-csd-umzug-demos-in-magdeburg-3675593" target="_blank">Dort hatten bundesweite Strukturen zum sogenannten „Treffen der Bundestaaten“ aufgerufen</a>. An dem Treffen nahmen laut Angaben der Polizei insgesamt rund 700 Menschen teil. Ein Nachfolgetreffen ist bereits für den 28. Oktober in Dresden geplant. Auch zu diesem organisiert die Szene in Thüringen erneut mehrere Reisebusse.</p>



<p>Neben den Strukturen, die seit Monaten in Thüringen agieren, erweiterte auch das „Königreich Deutschland“ rund um seinen Anführer Peter Fitzek seine Strukturen im Freistaat. Wie aus den Recherchen für eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=I8jb217uy9o" target="_blank">Arte-Dokumentation</a> bekannt wurde, sollen die Netzwerke um Peter Fitzek bereits Anfang 2023 eine Immobilie in Gera erworben haben. Offenbar unter der Einbindung dort seit Jahren agierender Szene-Angehöriger. Daneben kündigten die Kreise um Fitzek Ende September ein „Seminar“ in der Umgebung von Ilmenau an. Hier scheinen sich also weitere Aktivitäten dieser bisher eher in Sachsen-Anhalt und Sachsen aktiven Gruppe abzuzeichnen.</p>



<p><strong>AfD: Bürgermeisterwahl in Nordhausen und die extrem rechten Netzwerke</strong></p>



<p>Nach dem Sieg bei der Landratswahl in Sonneberg im Juni 2023 ist die extrem rechte AfD bestrebt bei den zahlreichen anstehenden Wahlen ihren Erfolg zu wiederholen. Dies dürfte für die Partei nicht zuletzt die lange Vorbereitung auf die Kommunal- und Landtagswahl 2024 in Thüringen sein. Nach der Wahl in Sonneberg erwartete die AfD ihren nächsten Erfolg in Nordhausen feiern zu können. Hier fand am 10. September die Oberbürgermeisterwahl statt, welche durch die Umstände bereits im Vorfeld für große mediale Aufmerksamkeit sorgte. Für die AfD trat der lokale Unternehmer Jörg Prophet als Kandidat an. Prophet trat öffentlich gemäßigt in Erscheinung und versuchte sich – zumindest nach außen &#8211; vom radikalen Kurs um den Landesvorsitzenden Björn Höcke zu distanzieren. Das Prophets Einstellungen in weiten Teilen nicht von denen des AfD-Vorsitzenden Höcke zu unterscheiden sind, zeigte die Berichterstattung rund um die Wahl.  Im Zentrum stand dabei vor allem die <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/nord-thueringen/nordhausen/afd-joerg-prophet-buergermeister-wahl-kandidat-100.html" target="_blank">geschichtsrevisionistischen Äußerungen Prophets, auf welche der Direktor der Stiftung der KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, hingewiesen hatte</a>. Prophet sprach in einem Beitrag 2021 beispielsweise von einem „linken Nationalsozialismus“ und setzte die amerikanische Regierung mit den Nationalsozialisten gleich. Diese Einlassungen Prophets waren besonders wegen der in Nordhausen befindlichen KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora frappierend und hatten selbst internationale Empörung gegen die Wahl eines geschichtsrevisionistischen Oberbürgermeisters hervorgerufen (https://www.juedische-allgemeine.de/politik/auschwitz-komitee-warnt-vor-wahl-des-afd-kandidaten/). Passend zu diesen Äußerungen hatte Prophet am 13. August 2023 &#8211; mitten im Wahlkampf &#8211; als Redner am Sommerfest des extrem rechten Compact-Magazins teilgenommen. Neben Prophet nahmen auch Neonazis wie der Liedermacher Frank Rennicke sowie der RechtsRock-Unternehmer und Die Heimat!-Politiker Patrick Weber aus Sonderhausen oder der „Reichsbürger“ Frank Haußner aus Zeulenroda an der Veranstaltung in Sachsen-Anhalt teil.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-15228" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-1024x682.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-1536x1024.jpg 1536w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-2048x1365.jpg 2048w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-880x586.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-1280x853.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-1600x1066.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/11/2023-09-16-14-41-04-755-1920x1280.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Proteste gegen ein Bürgerfest der AfD im September 2023 in Nordhausen. Bild: MOBIT</figcaption></figure>



<p>Im ersten Wahlgang am 10. September erreichte Prophet mit 42,1%-Punkten die meisten der abgegebenen Stimmen und musste sich gegen den Amtsinhaber Kai Buchmann einer Stichwahl stellen. Im Zuge des Wahlkampfes hatte das zivilgesellschaftliche Bündnis „Nordhausen zusammen“ gegen die Wahl des AfD-Mannes mobilisiert. Bei der Stichwahl am 24. September unterlag Prophet dann mit rund 10%-Punkten Abstand gegen den Amtsinhaber Kai Buchmann. Ein Unterschied zur Wahl in Sonneberg scheint in Nordhausen vor allem die breite zivilgesellschaftliche Mobilisierung gewesen zu sein und die deutliche öffentliche Positionierung von Akteur*innen aus Kultur- und Bildungseinrichtungen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/im-blick-3-2023/">Im Blick &#8211; Quartal 3/2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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		<title>Die „Reichsbürger“-Szene in Thüringen – Ein Überblick</title>
		<link>https://mobit.org/reichsburger-in-thuringen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Sep 2023 07:53:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Freies Thüringen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sogenannte Reichsbürger sind spätestens seit 2016 und den tödlichen Schüssen auf einen Polizeibeamten in Bayern in der Öffentlichkeit sehr präsent. Die politischen und&#8230;</p>
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<p>Sogenannte Reichsbürger sind spätestens seit 2016 und den tödlichen Schüssen auf einen Polizeibeamten in Bayern in der Öffentlichkeit sehr präsent. Die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der letzten Jahre haben der Szene Aufwind verschafft. Mit aktuell mindestens 1.000 Reichsbürgern ist die Szene in Thüringen größer denn je.<a href="#_ftn1" id="_ftnref1">[1]</a> Ein Überblick.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Reichsbürger“!? Was ist das?</strong></h2>



<p>Der Begriff „Reichsbürger“ hat sich in den letzten Jahren auch in einer breiten Öffentlichkeit etabliert. Ursprünglich ist er wohl eine Selbstbezeichnung eines Teils der Szene. Daneben finden auch Begriffe wie „Staatsleugner“ oder „Reichsideologen“ in der Literatur Verwendung. All diese Begriffe haben ihre Vor- und Nachteile, sie eint, dass es sich um Sammelbegriffe handelt, die eine sehr heterogene und nicht selten zerstrittene Szene unter einem Begriff zusammenfassen.<a id="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a> Die Szene der „Reichsbürger“ ist sowohl in Organisation, Ideologie als auch Strategie sehr heterogen. Dennoch gibt es – auch im historischen Rückblick – Kernelemente, welche die Szene verbinden. Der Autor Jan Rathje hat bereits 2017 eine Systematisierung der Szene vorgelegt, welche nach wie vor ihre Gültigkeit besitzt und zur Strukturierung hilfreich ist. Es handelt sich bei Rathjes Darstellung um idealtypische Kategorien. Das bedeutet, dass diese in der Realität natürlich Überschneidungen und Vermischungen aufweisen. Besonders in der „Reichsbürger“-Szene gibt es vor allem ideologisch sehr diffuse Bezugnahmen, die sich je nach Kontext auch widersprechen können.</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td></td><td><strong>Rechtsextreme</strong> <strong>seit 1945</strong></td><td><strong>„Reichsbürger“</strong></td><td colspan="2"><strong>„Selbstverwalter“</strong></td><td><strong>„</strong><strong>Souveränisten</strong><strong>“</strong></td></tr><tr><td><strong>Ideologische Klammer</strong></td><td colspan="5">Deutschland wird von einer fremden Macht beherrscht, die im Hintergrund die Fäden zieht.</td></tr><tr><td><strong>Ideologeme</strong></td><td colspan="3">• BRD kein legaler/legitimer Staat • Deutsches Reich existiert</td><td>• BRD kein legaler/legitimer Staat</td><td>• Deutschland nicht souverän</td></tr><tr><td><strong>Beispiele</strong></td><td>• Sozialistische Reichspartei • Teile des Bundes der Vertriebenen •Teile der NPD</td><td colspan="2">•&nbsp; Kommissarische Reichsregierung (KRR) • Exilregierung Deutsches Reich</td><td>• Germanitien • Königreich Deutschland</td><td>• COMPACT-Magazin • Teile der AfD •Teile von PEGIDA • Xavier Naidoo</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Quelle: Rathje, Jan: Reichsbürger, Selbstverwalter und Souveränisten. Vom Wahn des bedrohten Deutschen, Münster 2017, S. 46.</figcaption></figure>



<p></p>



<p>Zwei Punkte der Übersicht sollen hier besondere Beachtung finden: Zum einen ist die Entwicklung der Szene nicht neu, sondern setzte in verschiedenen Ausprägungen bereits kurz nach Ende des 2. Weltkrieges ein. Zum anderen unterscheidet Rathje zwischen „Reichsbürgern“ (Personen, die behaupten das Deutsche Reiche bestehe fort), „Selbstverwaltern“ (Personen, die die Legitimität der Bundesrepublik abstreiten und teilweise eigene „Staatenkonstrukte“ ausrufen) und „Souveränisten“ (Personen, die behaupten die BRD sei nicht souverän und werde beispielsweise noch von den USA geführt).</p>



<p>Von einer homogenen „Szene“ kann also nicht gesprochen werden. Die große ideologische Klammer, welche die Szene verbindet, ist die verschwörungsideologische Annahme, dass eine fremde Macht im Hintergrund die Fäden zieht und Deutschland bzw. die Welt regiert. Dieser Verschwörungsglaube bedingt, dass Antisemitismus ein zentrales Ideologieelement der verschiedenen Personen und Gruppierungen darstellt.</p>



<p>Spätestens seit den 1980er-Jahren haben sich verschiedene Gruppen entwickelt, welche die Szene mit ihren Strategien und Aktionsformen bis heute prägen. Dazu gehört beispielsweise das Ausstellen eigener Ausweise und das Versenden extrem langer pseudo-juristischer Schreiben („Paperterrorism“). Dabei gilt der 2014 verstorbene Wolfgang Ebel als einer der Vordenker der Szene. Eine Dokumentation aus dem Jahr 2003 fasst Ebels Auftreten anschaulich zusammen:<a href="https://www.youtube.com/watch?v=WTXx47bZccM" target="_blank" rel="noreferrer noopener" target="_blank"> <em>Dokumentarfilm &#8211; Der amtierende Reichskanzler</em> (YOUTUBE-Link)</a></p>



<p>In der Nähe von Pößneck lebt mit Volker L. ein „Reichsbürger“, der sich selbst als den legitimen Nachfolger des verstorbenen Ebel sieht. Seit Jahren agiert er vor Ort und ist noch 2021 bei mindestens einer gemeinsamen Kranzniederlegung mit dem AfD-Landtagsabgeordneten Dr. Wolfgang Lauerwald in Erscheinung getreten.</p>



<p>Seit den 1980er-Jahren sind diverse Strömungen und Strukturen entstanden, die teilweise kooperieren und sich vernetzen, teilweise aber auch verstritten sind und/oder sich ideologisch widersprechen. Die Entwicklung der Szene verlief in den Jahren immer auch entlang gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen und der Gesamtentwicklung der extremen Rechten. Vor allem seit 2015 mit den gestiegenen Geflüchtetenzahlen und dann ab 2020 mit der Corona-Pandemie hat die Szene Aufwind bekommen. Zum einen, weil die als Krisen wahrgenommenen komplexen Entwicklungen Menschen bei der Deutung der Situation auch für Verschwörungserzählungen anfälliger gemacht haben und zum anderen, weil die rechte Erzählung von einer Diktatur deutlich an Dynamik gewann und so eine grundsätzliche Ablehnung der demokratischen Strukturen beförderte. Hier war auch ein zunehmend aggressives Auftreten der „Reichsbürger“-Szene zu verzeichnen. Für die letzten Jahre der Corona-Pandemie ist aber vor allem die weite Verbreitung von Verschwörungserzählungen als Brücke zwischen den verschiedenen Spektren wie Pandemie-Leugner*innen, Esoteriker*innen und „Reichsbürgern“ als Radikalisierungsbeschleuniger zu nennen. Die Pandemie-Leugner*innen-Demonstrationen waren für viele ein Zwischenstopp ihrer Radikalisierung, die über das Thema Verschwörungserzählungen bis zur „Reichsbürger“-Szene führte.</p>



<p><strong>Rückblick: „Reichsbürger“ in Thüringen</strong></p>



<p>Wie schon die bundesdeutsche Entwicklung zeigt, sind „Reichsbürger“ kein Phänomen, welches erst in den vergangenen Jahren entstanden ist. Dies gilt ebenso auch in Thüringen. &nbsp;Mindestens seit 1992 gab es verschiedene, wenn auch wenige, Aktivitäten verschiedener Organisationen, welche Reichsideologie verbreiteten. Dazu gehörten beispielsweise das „Deutsche Kolleg“, die Zeitschrift „Recht &amp; Wahrheit“ oder die „Exilregierung des Deutschen Reiches“. Die ersten Veranstaltungen, die im Freistaat stattfanden, waren eher für interne Kreise ausgerichtet und wurden vor allem szeneintern beworben. Bis in die beginnenden 2000er Jahre fand hier zunächst ein Transfer der Ideologie statt, Thüringen wurde schon damals als Tagungsort genutzt. Dafür dienten und dienen bis heute vor allem zwei Immobilien im Freistaat, eine im Wartburgkreis (Landgasthof „Frische Quelle“ Mosbach) und eine weitere im Landkreis Nordhausen („Hufhaus“ Ilfeld). Mit den beginnenden 2000er-Jahren dürfte dann auch die breitere Nutzung des Internets und die damit deutlich erleichterte Verteilung der ideologischen Schriften zu einer Ausbreitung der Szene beigetragen haben. Zu Beginn der 2010er-Jahre kam es dann zum verstärkten Auftreten sogenannter Selbstverwalter. Die Szene trat insgesamt deutlich stärker öffentlich auf und zeigte sich zunehmend aggressiver. Als beispielhaft für diese Entwicklung kann das „Deutsche Polizei Hilfswerk“ (DPHW) genannt werden. Dieses agierte zwischen 2012 und 2013 in verschiedenen Bundesländern, vor allem aber auch in Thüringen. So fanden nicht nur Veranstaltungen im Freistaat statt, sondern es kam zu mehreren Vorfällen wie dem Festnahmeversuch einer Gerichtsvollzieherin oder dem Bedrängen von Verwaltungsmitarbeiter*innen. Hier ist deutlich zu erkennen, auf welcher Ebene „Reichsbürger“ vor allem aktiv sind: In der Auseinandersetzung mit Verwaltungen, Justiz und Polizei. Schon damals zeigte sich, dass die vertretene Reichsideologie vor allem gegenüber Vertreter*innen des Staates auch Gewalt als Mittel rechtfertigt. Angestellte der Verwaltung oder Justiz werden als Repräsentant*innen eines illegitimen Systems und damit als „Kriminelle“ eingeordnet. Angriffe auf sie werden oft als „Selbstverteidigung“ interpretiert und damit letztlich auch Gewalt gerechtfertigt.</p>



<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=-g0Q-S70rKM" target="_blank"><em>MDR Exakt: DPHW  &#8211; Die selbsternannten Hilfsheriffs </em>(YOUTUBE-Link)</a></p>



<p>Mit der „Europäischen Aktion“ (EA) war dann in den 2010er-Jahren in Thüringen auch eine Organisation aktiv, die die Schnittmengen zwischen „Reichsbürger“-Szene bzw. -Ideologie und der klassischen Neonazi-Szene deutlich zeigte (siehe hierzu: <a href="https://www.antifainfoblatt.de/artikel/das-ende-der-%E2%80%9Eeurop%C3%A4ischen-aktion%E2%80%9C" target="_blank">Antifaschistisches Infoblatt &#8211;  Das Ende der „Europäischen Aktion“?</a>). In der EA fand sich eine Mischung aus Holocaustleugnung, Antisemitismus und Reichsideologie wieder. Auch personell beteiligten sich bei Demonstrationen sowohl bekannte Thüringer Neonazis als auch „Reichsbürger“. Die Gruppe führte in Thüringen auch wehrsportähnliche Übungen durch und war auf zahlreichen Demonstrationen gegen Geflüchtete in den Jahren ab 2015 präsent. 2017 kam es dann zu mehreren Durchsuchungen und der zumindest öffentlichen Selbstauflösung der Organisation. </p>



<p>Bundesweit war vor allem in den Jahren 2015/2016 eine erste deutliche Radikalisierung der Szene wahrzunehmen. <a href="https://www.nordbayern.de/region/roth/reichsburger-schiesst-in-georgensgmund-polizisten-nieder-1.5561463" target="_blank">Diese mündete in mehreren bewaffneten Auseinandersetzungen mit der Polizei und im Oktober 2016 im Mord an einem Polizeibeamten in Bayern.</a></p>



<p>Seither haben die Sicherheitsbehörden das Phänomen der „Reichsbürger“ nach jahrelanger Verharmlosung deutlicher stärker in den Fokus gerückt und Maßnahmen ergriffen. Dennoch mangelt es vor allem für Verwaltungsmitarbeiter*innen und Angestellte der Justiz in Thüringen auch sieben Jahre nach den Todesschüssen in Bayern immer noch an einem adäquaten Angebot an Schulungen im Umgang mit der Szene.&nbsp;</p>



<p><strong>Die Corona-Pandemie: Öffentliche Präsenz der Szene und der bewaffnete Kampf</strong></p>



<p>In den letzten Jahren waren es vor allem die Corona-Pandemie und die politischen und gesellschaftlichen Folgen, welche eine weitere Ausbreitung von Reichsideologie und Verschwörungserzählungen begünstigten. Die rechte Hetze während der Pandemie dürfte hier noch eine weitere Radikalisierung begünstigt haben. Besonders die diversen Verschwörungserzählungen boten schon zu Beginn der Proteste Anschlussmöglichkeiten für „Reichsbürger“-Ideologie. Und auch die Erzählungen vom baldigen Ende des Systems war hier anschlussfähig. In Thüringen waren zentrale Akteur*innen der Szene bereits 2020 auf den Protestveranstaltungen der Pandemie-Leugner*innen-Szene und der AfD zu sehen oder agierten – wie in Gera – sogar als Anmelder. Der misslungene „Reichstagssturm“ 2021 führte dann in Teilen der Szene zu einem strategischen Umdenken. Bei einer Rede im Juni 2022 erklärte Thomas V., einer der zentralen Figuren der selbsternannten „Wahlkommissionen“ bei einer Versammlung in Schmalkalden:</p>



<p><em>„…Reichstagssturm, waren wir mit dabei, haben wir gemerkt, hat nicht so viel gebracht…haben wir uns darauf spezialisiert, den Personenstand festzustellen und Gemeinden zu aktivieren. Weil in jedem Deutschen von uns…steckt ein Schlüssel. Dieser Schlüssel heißt Souveränität.“</em></p>



<p>In den Jahren 2021 und 2022 entstanden mehrere Gruppierungen, die verschiedene „Wahlkommissionen“ gründeten, welche vor allem durch verschiedene Homepages und Telegram-Kanäle präsent sind. Daneben veranstalteten die Gruppen mehrere Vortragsabende, sogenannte Wahlhelferschulungen oder auch Konzerte mit einschlägigen extrem rechten Musiker*innen. Die bisher größte Veranstaltung aus dem Umfeld der selbsternannten „Wahlkommissionen“ ist der „Zukunftskongress“. Im Oktober 2022 fand in Pfiffelbach im Weimarer Land der erste Durchgang statt, bei dem sich auch die „Wahlkommissionen“ dem Publikum vorstellen wollten. Zu der mehrtägigen Veranstaltung, die zu den größten „Reichsbürger“-Vernetzungstreffen der letzten Jahre zählt, reisten rund 200 bundesweite Gäste an. Neben Referenten aus dem „Reichsbürger“-Milieu und Verschwörungsideologen trat auch die extrem rechte Liedermacherin Kathrin E. („Eine deutsche Frau“) bei der Veranstaltung auf. Angekündigt war auch der Neonazi Axel Schlimper, der gemeinsam mit E. eine CD veröffentlicht hat. Interessant sind diese Netzwerke, weil Schlimper bereits als Gebietsleiter der „Europäischen Aktion“ für Thüringen auftrat. Die neuen „Reichsbürger“-Strukturen knüpfen also an langjährig bestehende Netzwerke an. Die zweite Auflage dieses „Zukunftskongresses“ fand vom 2. bis 4. Juni 2023 auf der „Bonda Ranch“ in Worbis im Thüringer Eichsfeld statt.<a href="#_ftn3" id="_ftnref3">[3]</a> Die „Bonda Ranch“ als Austragungsort des Treffens zeigt die Bedeutung lokaler Unternehmer*innen für die Szene &#8211; sei es durch die Übernahme organisatorischer Aufgaben oder, wie im beschriebenen Fall, durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten. An dem Treffen nahmen laut Polizeiangaben etwa 170 Personen teil. Binnen weniger Monate war dies das zweite Treffen dieser Dimension in Thüringen und damit erneut eine der größten Vernetzungsveranstaltungen der Szene bundesweit. Bereits jetzt wird für den dritten „Zukunftskongress“ im Oktober geworben. Auch hier ist eine Durchführung in Thüringen wahrscheinlich.</p>



<p>Im Dezember 2022 kam es zu bundesweiten Razzien gegen ein „Reichsbürger“-Netzwerk, dass Umsturzpläne gegen die Bundesrepublik gehabt haben soll. Von den Durchsuchungen waren auch mehrere Objekte in Thüringen betroffen – u.a. das Jagdschloss des lange als „Reichsbürger“ bekannten Heinrich XIII. „Prinz“ Reuß im Saale-Orla-Kreis. In der Immobilie sollen unter anderem konspirative Treffen der Gruppe stattgefunden haben.<a href="#_ftn4">[4]</a> <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-08/reichsbuerger-gruppe-prinz-reuss-waffenfund?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F"id="_ftnref4"  target="_blank">Bei den Durchsuchungen wurden auch hunderte scharfe Waffen und zehntausende Schuss Munition gefunden</a>. Neu war dies alles auch regional nicht: Schon 2021 war in der Region eine „Wahlkommission Reuß“ mit Aushängen in Erscheinung getreten.<a id="_ftnref5" href="#_ftn5">[5]</a> Über Reuß bestehen zahlreiche Kontakte in Thüringen, darunter nicht zuletzt auch zu Frank Haußner, einem zentralen Kopf des Netzwerkes „Freies Thüringen“. Haußner nahm laut eigenem Bekunden schon vor Jahren an Treffen teil, die von Heinrich Reuß initiiert wurden. Dieses Netzwerk zeigte sich auch Anfang des Jahres 2023 deutlich, als die Gruppe „Freies Thüringen“, das größte Protestnetzwerk der Pandemie-Leugner*innen in Thüringen, über ihren Telegram-Kanal Werbeflyer für die „Wahlkommissionen“ verbreitete. Haußner ist seit Jahren zentrale Mobilisierungsfigur für die Pandemie-Leugner*innen-Proteste und AfD-Bündnispartner. Schon 2020 trat er mit radikalen „Reichsbürger“-Inhalten bei einer Kundgebung der AfD in Gera auf. Mit dabei sowohl Landes- als auch Bundespolitiker der extrem rechten Partei.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1280" height="1021" data-id="15221" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1.jpg" alt="" class="wp-image-15221" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1-300x239.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1-1024x817.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1-768x613.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1-320x255.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1-640x511.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1-440x351.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/09/201007_twitter_Mobilisierung-Kundgebung-AfD-Gera16.10.2020-Brandner-Lauerwald-Haussner-Antisemitismus-Reichsbuerger-Verschwoerung_auschnitt-300x246-1-880x702.jpg 880w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bildquelle: Facebook-Seite de der AfD-Stadtratsfraktion Zeulenroda-Triebes, 05.10.2020</figcaption></figure>
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<p></p>



<p>Ende August 2023 lobte der AfD-Thüringen-Chef Björn Höcke Haußner bei einer öffentlichen Veranstaltung und bezeichnete dessen Aktivitäten als „historisches Verdienst“.<a id="_ftnref6" href="#_ftn6">[6]</a> Die „Reichsbürger“-Szene hat damit ihren festen Platz am rechten politischen Rand in Thüringen und beste Verbindungen bis in den Landtag.</p>



<p>Neben diesen politischen Entwicklungen, die öffentlich zu verfolgen sind, hat sich die Szene in den letzten Jahren in Thüringen weiter verfestigt. Nach der Phase der Proteste, zeigte sich in den letzten Monaten vor allem, dass die Szene versucht, ihre „alternativen Strukturen“ auszubauen. Hierzu gehört beispielsweise auch die Ausbreitung des von Peter Fitzek in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) betriebene „Königreich Deutschland“ nach Thüringen. Wie durch einer Arte-Dokumentation bekannt wurde, kaufte Fitzek bereits im Februar 2023 eine Immobilie in Gera. Doch dies ist nicht die erste Repräsentanz des „Königreich Deutschland“. Bereits seit Jahren existieren in Saalfeld mehrere Geschäfte, die sich dem KDR zurechnen sind. Diese versuchte Etablierung von eigenen Strukturen zeigt sich in Thüringen mittlerweile in ganzen Familienverbänden, die der „Reichsbürger“-Szene zuzurechnen sind. <a href="https://www.bild.de/bild-plus/news/inland/news-inland/reichsbuerger-paar-verheimlicht-tochter-das-kind-das-es-nicht-gibt-83022444.bild.html" target="_blank">Beispielhaft machte im Februar 2023 ein Paar Schlagzeilen, welches ihre 2015 geborene Tochter bis heute nicht bei den Behörden gemeldet hat</a>. Dieser öffentlich gewordene Fall dürfte bei weitem kein Einzelfall sein und deutet auf den zunehmenden Versuch der Szene, sich dem Staat gänzlich zu entziehen und dies auch bei Kindern umzusetzen. Dazu gehören in letzter Zeit auch verschiedene Versuche, eigener Schulgründungen oder Ferienangebote für Kinder, die in Thüringen verbreitet wurden. Diese Entwicklungen werden wohl die kommenden Jahre anhalten und zur Verfestigung des „Reichsbürger“-Milieus führen, welches sich zum einen von Staat und Gesellschaft abkoppeln wird und zum anderen Anlaufstellen bildet, um neues Personal für die Szene anzuwerben.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Vgl. Drucksache 7/7967. Die Zahlen des Innenministeriums dienen hier nur als Richtwert. Erfasst werden ohnehin nur „Reichsbürger“, die in irgendeiner Form mit ihrem Handeln bei Behörden und Verwaltung aufgefallen sind. Die Dunkelziffer dürfte demzufolge also deutlich höher liegen. Außerdem müssen aufgrund von Löschfristen Personen aus der Zählung gelöscht werden, falls es keine bekannten neuen Vorkommnisse gibt. Dies ist aber nicht gleichbedeutend mit einer Abkehr von Ideologie und Strukturen. Hinzu kommt, dann die Behörden das Phänomen jahrelang kaum beachtet haben und erst nach 2016 überhaupt eine Beobachtung einsetzte.</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Wir verwenden aus pragmatischen Gründen den Begriff „Reichsbürger“.</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/nord-thueringen/eichsfeld/reichsbuerger-treffen-worbis-bonda-pferde-ranch-100.html" target="_blank">https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/nord-thueringen/eichsfeld/reichsbuerger-treffen-worbis-bonda-pferde-ranch-100.html</a></p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> MDR Thüringen: Verdächtige nach Reichsbürger-Razzia in Bad Lobenstein weiter in Haft , Online: <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/saale-orla/reichsbuerger-badlobenstein-razzia-verdaechtige-untersuchungshaft-100.html" target="_blank">https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/saale-orla/reichsbuerger-badlobenstein-razzia-verdaechtige-untersuchungshaft-100.html</a> [20.03.2023].</p>



<p><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> Vgl.: <a>Hagen, Peter: „Verweser“-Wahl in Saaldorf angekündigt, Online: </a><a href="https://www.otz.de/regionen/bad-lobenstein/verweser-wahl-in-saaldorf-angekuendigt-id232183371.html" target="_blank">https://www.otz.de/regionen/bad-lobenstein/verweser-wahl-in-saaldorf-angekuendigt-id232183371.html</a> [20.03.2023].</p>



<p><a href="#_ftnref6">[6]</a> <a href="https://twitter.com/ostdivan/status/1696488958862262376?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Etweet"id="_ftn6"  target="_blank">https://twitter.com/ostdivan/status/1696488958862262376?ef_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Etweet</a></p>
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		<title>Im Blick – Quartal 1/2023</title>
		<link>https://mobit.org/im-blick-1-2023/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Apr 2023 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[RechtsRock]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Freies Thüringern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen Die ersten Monate des neuen Jahres setzen im Kern nahtlos in die Entwicklungen des Vorjahres fort. Zum&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/im-blick-1-2023/">Im Blick – Quartal 1/2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen</h2>



<p>Die ersten Monate des neuen Jahres setzen im Kern nahtlos in die Entwicklungen des Vorjahres fort. Zum Jahresanfang fanden bereits zahlreiche Aktivitäten des extrem rechten Musikspektrums statt. Der Blick auf das themenbewegliche Protestspektrum einer rechten Mischszene fokussiert die Rolle von lokalen Unternehmern innerhalb des Protestes sowie die selbsternannte Rolle der Thüringer AfD als „Friedenspartei“. Die „Reichsbürger“-Szene plant die Fortsetzung ihres „Zukunfts-Kongresses“. Hier geht es zum Interview mit<strong> <a href="https://www.radio-frei.de/index.php?iid=7&amp;ksubmit_show=Artikel&amp;kartikel_id=9650" target="_blank">Radio FREI</a>.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>RechtsRock: Zwischen „Reichsbürgern“, Neonazis und Protestbewegung</strong></h2>



<p>Anfang 2023 veröffentlichte MOBIT die RechtsRock-Zahlen für das vergangene Jahr. Erstmals war mit 31 Konzerten wieder ein deutlicher Anstieg seit Beginn der Corona-Pandemie zu verzeichnen. Diese Entwicklung scheint sich fortzusetzen. Bereits Im Januar fanden mehrere rechte Musikveranstaltungen statt. So veranstaltete die „Reichsbürger“-Gruppe „Wahlkommission Preußische Provinz Sachsen“ am 14. Januar einen Liederabend mit der Szene-Musikerin „Eine deutsche Frau“ im Eichsfeld.&nbsp; Ende Januar fand das erste RechtsRock-Konzert in der NPD-Geschäftsstelle in Eisenach statt. Hinzu kamen mehrere angekündigte Liederabende in der sogenannten Gedächtnisstätte in Guthmannshausen im Landkreis Sömmerda. Wie schon im Vorjahr zeigte sich, dass extrem rechte Musiker*innen auch ihren Weg in die extrem rechte Protestbewegung gefunden haben. Der Neonazi Frank Rennicke trat beispielsweise beim politischen Aschermittwoch des Compact-Magazins, der Miteinanderstadt Gera und der Freien Sachsen in Ronneburg auf. Besonders erschreckend ist, dass die Veranstaltung in einer städtischen Halle stattfinden konnte.<a id="_ftnref1" href="#_ftn1">[1]</a> Auch die Neonazi-Partei Der Dritte Weg wollte am 18. Februar einen Liederabend in der Parteiimmobilie in Ohrdruf durchführen. Die Veranstaltung wurde wegen Verstößen von der Polizei aufgelöst. Ebenso konnte die Polizei ein Neonazi-Konzert in Kahla verhindern, bei welchem Spenden für den inhaftierten NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben gesammelt werden sollten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="958" height="595" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/03/230221_RR-Diagram-Jahresvergleich_Alpenpanorama.jpg" alt="DIagramm Entwicklung der RechtsRock-Zahlen in Thüringen" class="wp-image-15108" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/03/230221_RR-Diagram-Jahresvergleich_Alpenpanorama.jpg 958w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/03/230221_RR-Diagram-Jahresvergleich_Alpenpanorama-300x186.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/03/230221_RR-Diagram-Jahresvergleich_Alpenpanorama-768x477.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/03/230221_RR-Diagram-Jahresvergleich_Alpenpanorama-320x199.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/03/230221_RR-Diagram-Jahresvergleich_Alpenpanorama-640x397.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/03/230221_RR-Diagram-Jahresvergleich_Alpenpanorama-440x273.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/03/230221_RR-Diagram-Jahresvergleich_Alpenpanorama-880x547.jpg 880w" sizes="(max-width: 958px) 100vw, 958px" /></figure>



<p>Neben den Musikveranstaltungen selbst wurden in den vergangenen Monaten Musikvideos der Szene im Freistaat gedreht. Dies verweist darauf, dass die Thüringer Szene fest in bundesweite Strukturen eingebunden ist und der Freistaat als Aktionsfeld genutzt wird. Anfang 2023 veröffentlichte die neonazistische Hooligan-Band „Kategorie C“ ein neues Musikvideo zu ihrem Lied „So sind wir“. Gedreht wurde das Video in Wolkramshausen in Nordthüringen. Nur wenige Monate später reiste der Sänger der Band, Hannes Ostendorf, erneut zu Dreharbeiten nach Thüringen. Gemeinsam mit der extrem rechten Liedermacherin „Eine deutsche Frau“ drehte er unter anderem bei Sondershausen ein Video für ein gemeinsames Lied. Am Rande führte die extrem rechte Aktivistin Liane Steup, die sich öffentlich selbst „Lilly Thüringen“ nennt, mehrere Interviews mit den beiden rechten Musikern und bewarb das Projekt auf ihren Social-Media-Kanälen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Andauernder Bedeutungsverlust der Neonazi-Szene</strong></h2>



<p>Die Thüringer Neonazi-Szene verlor in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik. Neben den Parteien NPD, Der III. Weg und der NSP gibt es nur noch wenige aktive Gruppen wie den „Treuebund“ in Sonneberg. Die NPD ist nur in einzelnen Regionen wahrzunehmen. Der Schwerpunkt der Partei ist &#8211; auch wegen ihrer Immobilie &#8211; Eisenach. Hier fanden im ersten Quartal nicht nur RechtsRock-Konzerte statt, sondern auch Faschingsveranstaltungen und andere an ein breites Publikum gerichtete Aktivitäten. Daneben ist es aktuell vor allem Patrick Weber, Landesschatzmeister der NPD-Thüringen, aus Sondershausen, der öffentlich in Erscheinung tritt. Weber mobilisiert seit einigen Monaten verstärkt zu sogenannten Montagsdemos in Sonderhausen, die unter verschiedenen Motti stattfinden &#8211; mal mit dem Slogan „Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung. Dem System die Zähne zeigen“ und mal „Nein zur Nato“. Der NPD-Funktionär versucht damit an die Protestbewegung anzuknüpfen, die sich in den vorangegangenen Monaten zwischen Pandemie-Leugnung und angeblicher Friedensforderungen entwickelt hat. Er tritt bei den Veranstaltungen auch als Redner in Erscheinung. Neben diesen regionalen Schwerpunkten gab es Ende Januar in den sozialen Medien die Bekanntmachung, dass sich die „Jungen Nationalisten“, die Jugendorganisation der NPD, im „Neuaufbau“ befände. Man wolle „nationale Freiräume für junge Nationalisten“ schaffen, hieß es in der Erklärung. Bisher waren neben lokalen Plakat-Aktionen, die faktisch außer in den eigenen Social-Media-Kanälen nicht öffentlich bekannt wurden, keine größeren Aktivitäten wahrzunehmen. Dies dürfte auch am geringen Personenpotential liegen, das sich im einstelligen Bereich bewegt. Zentral bei der Organisation sind vor allem junge Neonazis aus dem Raum Eisenach/Gotha, die zuvor bei der Neonazi-Partei Der III. Weg aktiv waren.</p>



<p>Neben den Aktivitäten im Freistaat selbst, reisten rund zwei Dutzend extrem Rechte im Februar zum geschichtsrevisionistischen „Trauermarsch“ nach Dresden. Darunter unter anderem Personen aus dem Umfeld des III. Weges ebenso wie Akteur*innen aus der „Reichsbürger“-Szene, von „Freies Thüringen“, dem Umfeld der NSP und der AfD Thüringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unternehmer als Teil extrem rechter Aktivitäten in Thüringen</strong></h2>



<p>Die Schwäche der neonazistischen Szene darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in Thüringen ein weitgehend festes Spektrum von Menschen etabliert hat, dass sich nahezu themenunabhängig zu extrem rechten Aufmärschen auf die Straße mobilisieren lässt. Tonangebend hierbei sind mehrheitlich nicht neonazistische Gruppierungen, sondern Netzwerke, die im Kontext der Pandemie-Leugner*innen-Proteste entstanden sind. Immer wieder wird zudem die enge Vernetzung und Kooperation mit der Thüringer AfD deutlich, die versuchte die Proteste für sich politisch nutzbar zu machen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-15130 size-full" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-1024x683.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-1536x1024.jpg 1536w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-2048x1365.jpg 2048w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-880x587.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-1280x853.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-1600x1067.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/269A2855-1920x1280.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Auffällig ist bei den Protesten vor allem, dass immer wieder lokale Unternehmer Teil der Organisationskreise sind.<a href="https://mobit.org/wp-admin/post.php?post=15128&amp;action=edit#_ftn2">[2]</a> Schon im Kontext der Pandemie-Leugner*innen-Proteste entstand beispielsweise das Netzwerk „Unternehmer mit Herz“, deren Leitungsperson nicht nur für das rechtsoffene Protestgeschehen mobilisiert, sondern auch Redebeiträge hält.</p>
</div></div>



<p>Durch die Beteiligung der Unternehmer steht zudem nötige Infrastruktur für Veranstaltungen der Bewegung zur Verfügung. So werden für Demonstrationen Firmenfahrzeuge als improvisierte Bühne oder mobile Plakatfläche genutzt. Vernetzungstreffen oder sogenannten Schulungen von „Reichsbürgern“ finden mitunter in den Immobilien lokaler Firmen statt.</p>



<p>Zudem ist davon auszugehen, dass diese Unternehmer die Proteste nicht nur organisatorisch und ideell, sondern auch finanziell unterstützen. Als beispielhaft kann hier die Spende des Weimarer Bauunternehmers Hartmut Issmer genannt werden, dessen Spende im Januar an die AfD in Höhe von 265.050 € zu den aktuell größten Einzelspenden in der gesamten Parteigeschichte zählt.<a href="#_ftn3" id="_ftnref3">[3]</a></p>



<p>Das alles sind Versuche, die Proteste der themenbeweglichen rechten Mischszene als Proteste aus der „gesellschaftlichen Mitte“ darzustellen. Das Engagement der Unternehmer führt teilweise zu einer veränderten Wahrnehmung des Protest-Geschehens und trägt zur Normalisierung rechter Positionen in der Gesellschaft bei.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-15129" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-1024x683.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-1536x1024.jpg 1536w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-2048x1365.jpg 2048w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-880x587.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-1280x853.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-1600x1067.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2023/04/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Buehne_Frank-Haussner-Peter-Schmidt-Christian-Klar-Heiko-Seidel_269A2940-1920x1280.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">v.l.n.r.: Frank Haußner (&#8222;Reichsbürger&#8220; und Vertreter von &#8222;Freies Thüringen&#8220;), Peter Schmidt (&#8222;Unternehmer mit Herz&#8220;), Christian Klar (Anmelder diverser extrem rechter Proteste u.a. in Gera) am 26.August 2022 auf der Bühne beim sogenannten Familienfest der &#8222;Miteinanderstadt Gera&#8220;. Bild: MOBIT</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>AfD im Dauerwahlkampf</strong></h2>



<p>Im Februar feierte die AfD ihr zehnjähriges Bestehen. In Thüringen etablierte sie sich in dieser Zeit als feste Größe der extremen Rechten. &nbsp;Anlässlich des Jahrestages beschreibt die Thüringer AfD-Fraktion in einem Onlinebeitrag ihr „Erfolgsrezept“: Durch die permanente Präsenz mit Infoständen, „Bürgermobilen“ und „Bürgerdialogen“ versucht sich die Partei als „bürgernah“ und ansprechbar für konkrete Probleme zu stilisieren: „Mit uns gibt es keine Politik aus dem Elfenbeinturm, wir hören uns an, was die Bürger bedrückt.“ Fast wöchentlich ist die Partei Thüringenweit insbesondere im ländlichen Raum präsent und versucht eine regelrechte Omnipräsenz zu generieren.</p>



<p>Zu Beginn des Jahres versuchte die AfD den Ukraine-Krieg für sich thematisch nutzbar zu machen. Dabei bezeichnet sich die Partei „Friedenspartei“ und warb für einen „Brückenschlag über die Parteigrenzen hinweg“. Die mehrfach in Erfurt angemeldeten „Friedensspaziergänge“ blieben dennoch weitgehend erfolglos. Eine Mobilisierung jenseits des eigenen Milieus gelang kaum und die Teilnehmendenzahlen blieben mit wenigen Hunderten wohl deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Entsprechend erwartbar lässt sich aktuell beobachten, wie die Partei wieder verstärkt auf „bewährte“ Themen setzt. In aktuellen Statements agitiert die Thüringer AfD vor allem gegen Migration, fordert Grenzschließungen und verbreitet Panik vor einer angeblichen „Asylwelle“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Reichsbürger-Szene</strong></h2>



<p>Die Razzien gegen die sogenannte Wahlkommission Reuß im Dezember 2022 führten auch in Thüringen zu einem kurzfristigen Rückgang der wahrnehmbaren Aktivitäten der Szene. Dieser Einschnitt war aber nicht von langer Dauer. Bereits im Januar gab es das erwähnte Konzert mit „Einer deutschen Frau“ in der Nähe von Heiligenstadt. Am 1. März referierte der Verschwörungsideologe Hans-Joachim Müller in Leinefelde. Neben diesen Veranstaltungen gab es beispielsweise in der Nähe von Eisenach mehrere Protestaktionen der Szene entlang der Bundestraße 7. Seit März kursiert in den Szene-Medien außerdem eine Ankündigung für einen geplanten Kongress Anfang Juni 2023. Dieser soll als neue Auflage des „Zukunfts-Kongresses“ durchgeführt werden, welcher im Oktober 2022 in Pfiffelbach stattfand. Zur Veranstaltung reisten zwischen 2-300 Reichsbewegte aus der gesamten Bundesrepublik nach Thüringen. Aktuell wird der Kongress für den „Großraum Göttingen“ beworben. Aufgrund der herausgehobenen Bedeutung des Eichsfelds für die Strukturen der sogenannten Wahlkommissionen, ist auch Thüringen als Veranstaltungsort denkbar.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Vgl. ausführlicher: <a href="https://taz.de/Halle-fuer-Aschermittwoch-ueberlassen/!5917978/"id="_ftn1"  target="_blank">https://taz.de/Halle-fuer-Aschermittwoch-ueberlassen/!5917978/</a></p>



<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Eine Analyse des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts der Universität Leipzig zeigt extrem rechte Raumnahme durch zivilgesellschaftliches und unternehmerisches Engagement in Sachsen. Siehe dazu hier: <a href="https://efbi.de/files/efbi/pdfs/2023_EFBI_Policy%20Paper_Druckversion.pdf"id="_ftn2"  target="_blank">https://efbi.de/files/efbi/pdfs/2023_EFBI_Policy%20Paper_Druckversion.pdf</a></p>



<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> <a href="https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2023"id="_ftn3"  target="_blank">https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2023</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/im-blick-1-2023/">Im Blick – Quartal 1/2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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		<series:name><![CDATA[Im Blick - Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen]]></series:name>
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		<title>Jahresrückblick 2022</title>
		<link>https://mobit.org/jahresrueckblick-2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Dec 2022 17:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[RechtsRock]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Der Dritte Weg]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Freies Thüringen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Jahr 2022 fanden auch in Thüringen vielfältige Aktivitäten der rechten Szene statt. Neben den Mobilisierungen auf der Straße versuchte sich das Neonazi-Milieu&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/jahresrueckblick-2022/">Jahresrückblick 2022</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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<p>Im Jahr 2022 fanden auch in Thüringen vielfältige Aktivitäten der rechten Szene statt. Neben den Mobilisierungen auf der Straße versuchte sich das Neonazi-Milieu neu aufzustellen und auch die RechtsRock-Szene ist wieder im Aufwind. Unter anderem die bundesweiten Razzien gegen die „Reichsbürger“-Szene zeigen zudem die enge Vernetzung von Pandemie-Leugner*innen, AfD und „Reichsbürgern“. <a href="https://www.radio-frei.de/index.php?iid=7&amp;ksubmit_show=Artikel&amp;kartikel_id=9572" target="_blank">Hier</a> findet ihr auch ein Interview zum Jahresrückblick mit Radio F.R.E.I.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mobilisierung auf der Straße</strong></h2>



<p>Im beginnenden Jahr 2022 erreichten die Proteste der Pandemie-Leugner*innen-Szene ihren ersten Höhepunkt. Im Februar schaffte es die Szene landesweit etwas über 20.000 Menschen zu mobilisieren. Dabei fanden die Proteste im ganzen Freistaat statt, hatten aber lokale Schwerpunkte mit deutlich höheren Teilnehmendenzahlen. Dazu gehörten neben Gera und Altenburg auch Hildburghausen, Eisenach und Nordhausen. Bereits im Dezember 2021 hatte sich mit „Freies Thüringen“ die aktuell größte und mobilisierungsstärkste Gruppierung gegründet. Der Telegram-Kanal der Gruppe hat aktuell knapp 20.000 Follower. “Freies Thüringen“ ist zudem aktuell entscheidend verantwortlich für die Mobilisierung auf der Straße. Unter dem Dach der Gruppe sammeln sich Personen aus verschiedenen Spektren der extremen Rechten: Von Verschwörungsideologen über „Reichsbürger“ bis hin zu Neonazis und der AfD.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-15059" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1024x683.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1536x1024.jpg 1536w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-2048x1365.jpg 2048w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-880x587.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1280x853.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1600x1067.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1920x1280.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das sogenannte Familienfest der Pandemie-Leugner*innen im August 2022 in Gera. Bild: MOBIT</figcaption></figure>



<p>Im Februar 2022 war dann mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine thematisch eine deutliche Veränderung der Protestthemen wahrzunehmen. Mit den gelockerten Maßnahmen trat Corona als Thema in den Hintergrund und der Krieg in der Ukraine löste oberflächlich die Pandemie-Maßnahmen thematisch ab. Oberflächlich deshalb, weil die mobilisierte Protestszene die veränderten inhaltlichen Schwerpunkte einfach in ihre Erzählungen einpasste und es im Kern immer noch um den „Sturz des Regimes“ und des „Systems“ geht. Die Mobilisierungszahlen gingen im Frühjahr 2022 dennoch zurück. Seit dem Spätsommer haben die <strong>Proteste der extrem rechten Mischszene in Thüringen</strong> wieder deutlichen Zulauf erfahren. Den Organisations-Kern vor Ort bilden dabei Aktivist*innen, welche schon die Corona-Proteste organisierten&nbsp;und diese nun mit anderen Themen fortführen. Nun versuchten diese Netzwerke die Straßenproteste erneut zu vergrößern und zu radikalisieren. So phantasierte der Verleger und Höcke-Freund Götz Kubitschek von einem „unumgänglichen Aufstand“ und fordert &nbsp;<a href="https://mobit.org/die-extreme-rechte-aufstandsphantasien-und-die-frage-nach-der-deutungshoheit/">&nbsp;Proteste, die „nachhaltig, unversöhnlich und grundsätzlich“ werden sollen.</a> Die andauernde Energiekrise und steigende Preise hatten seit Mitte 2022 die Teilnehmendenzahlen wieder deutlich steigen lassen. Am 3. Oktober fand diese Entwicklung ihren bisherigen Höhepunkt, als sich <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/gera/demonstration-politik-bundesregierung-protest-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" target="_blank">nach offiziellen Angaben rund 36.000 Menschen in Thüringen</a> an den Protesten beteiligten. Trotz des vielfach herbeigesehnten „heißen Herbstes“ gingen die Teilnehmendenzahlen der Proteste immer weiter zurück. Ende November waren es thüringenweit kaum noch 10.000 Personen, die insgesamt an den Protesten teilnahmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verstärkte Präsenz von „Reichsbürgern“</strong></h2>



<p>Im Kontext der Pandemie-Leugner*innen-Proteste werden von Anfang an auch Ideologie-Fragmente sogenannter Reichsbürger verbreitet. Deren verstärkte Präsenz zeigte sich 2022 in Thüringen unter anderem in Form von Wahlaufrufen, die thüringenweit im öffentlichen Raum plakatiert wurden. Im Oktober fand in Pfiffelbach im Weimarer Land der „Zukunftskongress Deutschland“ statt. Zu der mehrtägigen Veranstaltung, die zu den größten „Reichsbürger“-Vernetzungstreffen der letzten Jahre zählt, reisten bundesweite Gäste an. Neben Referenten aus dem „Reichsbürger“-Milieu und Verschwörungsideologen waren auch Auftritte der extrem rechten Liedermacher*innen Axel Schlimper und „Eine deutsche Frau“ angekündigt. Die Veranstaltung und die Mobilisierung im Vorfeld sind ein weiterer Beleg der <a href="https://www.otz.de/politik/vernetzte-reichsbuerger-auf-zukunftskongress-grosses-treffen-mitten-in-thueringen-id236702863.html" target="_blank">engen Verzahnung von Pandemie-Leugner*innen, Neonazis und „Reichsbürgern“ in Thüringen</a>.</p>



<p>Im Dezember kam es zu bundesweiten Razzien gegen ein „Reichsbürger“-Netzwerk, dass Umsturzpläne gegen die Bundesrepublik haben soll. Von den Durchsuchungen waren auch mehrere Objekte in Thüringen betroffen – u.a. das Jagdschloss des lange als Reichsbürger bekannten Heinrich XIII. „Prinz“ Reuß im Saale-Orla-Kreis.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Umstrukturierung in der Neonazi-Szene</strong></h2>



<p>In Thüringen spielten die Akteure der Neonazi-Szene nur noch eine untergeordnete politische Rolle. Zumeist handelt es sich um lokale Schwerpunkte, in denen Gruppen oder Parteien aktiv sind und Einfluss ausüben können. Die <strong>NPD</strong> ist als thüringenweit aktive Partei schon seit Jahren kaum noch wahrzunehmen. Ihr <strong>Aktivitätsschwerpunkt liegt in Eisenach</strong>, wo die Partei nicht nur eine ihrer Hochburgen hat (10,2%-Punkte bei der letzten Stadtratswahl), sondern seit 2014 auch über eine Landesgeschäftsstelle verfügt. Das Haus ist in den letzten Jahren ein zentraler Dreh- und Angelpunkt der regionalen und überregionalen Neonazi-Szene geworden. Hier fanden Konzerte, Vortragsabende, Discoparties und auch Kampfsporttrainings für die militante Kameradschaftsszene rund um die Gruppe <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/justiz/id_100089446/neonazi-gruppe-knockout-51-und-die-polizei-jagd-auf-bullenschweine-.html" target="_blank">„Knockout 51“</a><strong> </strong>statt. Die Immobilie ist laut MOBIT-Zählung einer der meistgenutzten Räume der extrem rechten Szene im Freistaat. Die <strong>NPD</strong> versucht aufgrund ihrer politischen Bedeutungslosigkeit zunehmend ein neues Konzept zu entwickeln. Strategisch wolle man nun „als Netzwerker, Dienstleister, punktueller Bündnispartner und regionaler Motor von Bürgerprotesten und regierungskritischen Initiativen“ agieren. Im neu gewählten Bundesvorstand finden sich mit Thortsen Heise, Patrick Wieschke und Sebastian Schmidtke gleich mehrere Thüringer Neonazis und belegen damit die zentrale Rolle der Thüringer Szene auf Bundesebene. Am 10. September fand in Eisenach eine <strong>Netzwerktagung der Deutschen Stimme</strong>, der Parteizeitung der NPD, statt. Diese kann wohl als Folge der beabsichtigten Neuaufstellung gewertet werden. Unter den rund 100 Teilnehmenden befanden sich zahlreiche NPD-Funktionäre, Aktivist*innen aus dem Umfeld der Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg, Vertreter der Thüringer Heimatpartei, „Freies Thüringen“ und anderer teils bundesweiter extrem rechter Gruppen bzw. Organisationen.</p>



<p>Der Dritte Weg eröffnete in <strong>Ohrdruf </strong>im Februar 2022 ein neues Bürgerbüro, welches seither Ausgangspunkt verschiedener Aktivitäten ist. Dazu gehören „Bürgersprechstunden“ ebenso wie ein „Skat- und Dartabend“ oder die kostenlose Verteilung von Schulmaterial an „Deutsche“. Vermutlich die personelle Schwäche der Partei lässt im Freistaat kaum Aktionen zu, die überregional wahrzunehmen sind. Durch eine Abspaltung im Jahr 2020/21 war aus dem Dritten Weg die Neonazi-Gruppe und später (November 2021) als Partei organisierte <strong>Neue Stärke Partei</strong> hervorgegangen. Die Gruppe rund um die Neonazis Michel Fischer und Enrico Biczysko hatte in Thüringen ihre<strong> Aktivitätsschwerpunkte in Erfurt und Gera</strong>. Nach einem kurzen Mobilisierungshoch im Jahr 2021, als rund 300 Neonazis zur Demonstration nach Erfurt anreisten, ging die Mobilisierungskraft der Gruppe stetig zurück. Am 1. Mai 2022 in Erfurt konnte die Gruppe nur noch rund 130 Personen mobilisieren. Nach internen Streitigkeiten und den Rück- und Austritten zahlreicher Funktionäre befindet sich die Partei seit Mitte 2022 im Zerfall und ist kaum noch wahrzunehmen. Dennoch stellen Mitglieder der Partei für die Menschen vor Ort eine Gefahr dar: Deutlich wurde dies nicht zuletzt durch zahlreiche Bedrohungen und Übergriffe im Erfurter Norden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="585" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-1024x585.jpg" alt="" class="wp-image-15060" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-1024x585.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-300x171.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-768x439.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-1536x877.jpg 1536w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-2048x1170.jpg 2048w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-320x183.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-640x366.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-440x251.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-880x503.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-1280x731.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-1600x914.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220501_Erfurt_Demo-der-neonazistsichen-Kleinstpartei-Neue-Staerke-1920x1097.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Demonstration der inzwischen im Zerfall befindlichen Neonazi-Kleinstpartei Neue Stärke am 1. Mai 2022 in Erfurt. Bild: MOBIT</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>RechtsRock: Zurück zu klandestinen Konzerten</strong></h2>



<p>Nach einigen Jahren, in denen die Neonazi-Szene in Thüringen eher den Weg in die Legalität suchte und RechtsRock-Konzerte in szeneeigenen Immobilien angemeldet oder als Versammlungen unter freiem Himmel durchgeführt hat, scheint sich im Jahr 2022 ein Wendepunkt abzuzeichnen. Zum einen werden die Konzerte in Bezug auf die Teilnehmendenzahl eher wieder in kleinerem Rahmen und zum anderen &#8211; jenseits der Partei-Immobilien wie in Eisenach – öfter unangemeldet durchgeführt. So wurden in Sonneberg, Gera und Großbreitenbach mehrere RechtsRock-Konzerte bzw. Liederabende von den Sicherheitsbehörden verhindert. Insgesamt dürfte dies auch mit dem Rückzug von geschäftigen Akteuren aus der Konzertorganisation sowie der Inhaftierung der „Turonen“ und damit deren Wegfall als RechtsRock-Netzwerk zusammenhängen. </p>



<p>Nachdem ein Liederabend der extrem rechten Musikerin „Eine deutsche Frau“ bereits im Vorfeld verhindert worden war, sagte diese stellvertretend für die aktuelle Situation in einem Interview: „…der nächste Tanzabend wird sicherlich stattfinden, natürlich nicht angemeldet bei der Stadt, ist ja klar…“. Gleichzeitig fanden extrem rechte Musiker*innen bei Veranstaltungen der Pandemie-Leugner*innen-Szene Zugang zu einem neuen Publikum, welches über das Spektrum der Teilnehmenden an RechtsRock-Konzerten hinaus geht.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-15061 size-full" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--683x1024.jpg 683w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--200x300.jpg 200w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--768x1152.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--1024x1536.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--1365x2048.jpg 1365w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--320x480.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--640x960.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--440x660.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--880x1320.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--1280x1920.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--1600x2400.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--1920x2880.jpg 1920w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/12/220826_Gera_Neonazi-Liedermacher-Frank-Rennicke-beim-sogannten-Familienfets-der-Pandemieleugner-Szene--scaled.jpg 1707w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Nachdem ein Liederabend der extrem rechten Musikerin „Eine deutsche Frau“ bereits im Vorfeld verhindert worden war, sagte diese stellvertretend für die aktuelle Situation in einem Interview: „…der nächste Tanzabend wird sicherlich stattfinden, natürlich nicht angemeldet bei der Stadt, ist ja klar…“. Gleichzeitig fanden extrem rechte Musiker*innen bei Veranstaltungen der Pandemie-Leugner*innen-Szene Zugang zu einem neuen Publikum, welches über das Spektrum der Teilnehmenden an RechtsRock-Konzerten hinaus geht.</p>



<p class="has-small-font-size"><em>Im Bild links: Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke bei seinem während des &#8222;Familienfestes&#8220; der Pandemie-Leugner*innen im August in Gera. Bild: MOBIT</em></p>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Insgesamt waren vor allem die extrem rechten Mobilisierungen im Zuge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges in Thüringen von zentraler Bedeutung. Hier zeigte sich, wie eng die AfD mittlerweile mit verschiedenen Spektren der extremen Rechten auch öffentlich kooperiert. Die Partei zählt zu den zentralen Strukturen für die extrem rechten Mobilisierungen auf der Straße und bei der Verbreitung von Verschwörungsmythen.</p>



<p>Die Thüringer Neonazi-Szene versucht sich dagegen neu zu organisieren und die aktuelle Situation auch für sich zu nutzen. Daneben beginnen die Konzertzahlen im Bereich RechtsRock wieder deutlich zu steigen, wenn diese auch eher an das eigene Szene-Publikum gerichtet sind und weniger Teilnehmende anziehen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/jahresrueckblick-2022/">Jahresrückblick 2022</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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		<series:name><![CDATA[Jahresrückblick]]></series:name>
	</item>
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		<title>Im Blick – Thüringens extrem rechte Szene</title>
		<link>https://mobit.org/im-blick-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mobit1]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2022 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[RechtsRock]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Beratung in Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie-Leugner:innen]]></category>
		<category><![CDATA[neue Stärke]]></category>
		<category><![CDATA[Höcke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den Sommermonaten 2022 konzentrieren sich die Aktivitäten der extrem rechten Szene vor allem auf die Mobilisierung auf der Straße und den Versuch&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/im-blick-2/">Im Blick – Thüringens extrem rechte Szene</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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<p>In den Sommermonaten 2022 konzentrieren sich die Aktivitäten der extrem rechten Szene vor allem auf die Mobilisierung auf der Straße und den Versuch die Proteste zu vergrößern und zu radikalisieren. Daneben ist Thüringen weiterhin Treffpunkt der bundesweiten extrem rechten Szene, wodurch eine weitere Vernetzung erzielt werden soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der „heiße Herbst“ und die Aufstandsphantasien der extremen Rechten</strong></h2>



<p>Seit dem Spätsommer haben die <strong>Proteste der extrem rechten Mischszene in Thüringen</strong> wieder deutlichen Zulauf erfahren. Den Organisations-Kern vor Ort bilden dabei Aktivist*innen, die schon die Corona-Proteste organisierten&nbsp;und diese nun mit anderem Themen fortführen. Das übergeordnete Ziel ist weiterhin die Delegitimierung der parlamentarischen Demokratie. Nun versuchen diese Netzwerke die Straßenproteste erneut zu vergrößern und zu radikalisieren. Die aktuelle Energiekrise und steigende Preise haben in den letzten zwei Monaten die Teilnehmendenzahlen wieder deutlich steigen lassen. Am 3. Oktober fand diese Entwicklung ihren bisherigen Höhepunkt, als sich <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/gera/demonstration-politik-bundesregierung-protest-100.html" target="_blank">nach offiziellen Angaben rund 36.000 Menschen in Thüringen</a> an den Protesten beteiligten. Diese hohe Beteiligung dürfte zum einen damit zusammenhängen, dass der 3. Oktober ein Feiertag ist und auf einen Montag fiel. Zum anderen wurde an diesem Tag deutlich strukturierter Proteste organisiert und teils bundesweit mobilisiert. <strong>Im Zentrum stand die ostthüringische Stadt Gera</strong>, wo ein breites extrem rechtes Netzwerk aus „Freies Thüringern“, der AfD, Neonazi-Gruppen und Reichsbürger-Aktivist*innen rund <a href="https://www.otz.de/regionen/gera/10-000-demonstranten-in-gera-afd-freie-sachsen-und-freies-thueringen-vereint-id236585229.html" target="_blank">10.000 Menschen mobilisieren</a> konnte. Die enge <strong>Zusammenarbeit von klassischer Neonazi-Szene, Verschwörungsideologen und AfD </strong>in Gera zeigte sich bereits bei einem &#8222;Familienfest&#8220; Ende August, bei dem auch der Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke einschlägiges Liedgut auf der Bühne spielte. Nach dem 3. Oktober sanken die Zahlen der Protestierenden wieder und pegelten sich bei etwas über 20.000 Menschen ein, was der Hochzeit der „Anti-Corona“-Proteste im Winter 2021/2022 entspricht. Ein stetiges und schnelles Wachstum der Proteste wie von der Szene erhofft war also bis Ende Oktober nicht zu beobachten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-15019" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1024x683.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1536x1024.jpg 1536w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-2048x1365.jpg 2048w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-880x587.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1280x853.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1600x1067.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220826_Gera_Familienfest-der-Miteinanderstadt_Symbolbild_Proteste-in-Gera_269A3447-1920x1280.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Das sogenannte Familienfest im August 2022 in Gera. Bild: MOBIT</figcaption></figure>



<p>Die extreme Rechte versucht indes die Proteste weiter anzufachen und zu radikalisieren. Der Verleger und Höcke-Freund Götz Kubitschek legte seine Vision von einem „heißen Herbst“ bereits Ende August in einer Artikelserie vor. So schreibt er unmissverständlich: „Ein Aufstand ist unumgänglich“. Er spricht weiter davon, dass die Proteste „nachhaltig, unversöhnlich und grundsätzlich“ werden sollen. Insgesamt bleiben Kubitscheks Texte in einigen Teilen vage. Aber auch Kubitschek kalkuliert bei seinen Überlegungen Gewalt ein, ohne selbst direkt dazu aufzurufen:</p>



<p class="has-luminous-vivid-orange-color has-text-color"><em>„Rechnen wir mit einzelnen Ausrastern, mit unschönem Gebrüll, mit fleischigen Händen, die Kameras niederdrücken, mit verwackelten Bildern fliehender Journalisten, überwundenen Baugittern und mit Wasserwerfern, die in der Dämmerung blaulichtumflackert gegen die Infanterie von rechts in Stellung gehen und ihre Salven zum Schutze der Volksvertreter abfeuern müssen.“</em></p>



<p>Gewalt wird als Erscheinung offenkundig erwartet, ja in Kauf genommen. Kubitscheks Rede vom „Aufstand“ dürfte im eigenen Milieu auch ohne weitere Aufrufe ankommen. Schon die Wortwahl setzt den Rahmen für die beabsichtigten Protestformen und zeigt eine neue Eskalationsstufe. <a href="https://mobit.org/die-extreme-rechte-aufstandsphantasien-und-die-frage-nach-der-deutungshoheit/">Wir haben dies bereits ausführlich in einem eigenen Text analysiert</a>.</p>



<p>Eine zentrale Gruppierung, die unter anderem gemeinsam mit der <strong>AfD Thüringen</strong> versucht die Proteste zu vergrößern, ist das durch Verschwörungs- und Reichsbürger-Ideologie geprägte<strong> Bündnis „Freies Thüringen“</strong>. Als landesweite Vernetzungsstruktur von lokalen Gruppen einer themenbeweglichen rechten Mischszene propagierte “Freies Thüringen“ seine „10 Forderungen“ Ende September zeitgleich bei Kundgebungen in mehreren Thüringer Städten. So ist in einem Redebeitrag eines Vertreters der Gruppe die Rede vom alliierten „Verwaltungskonstrukt BRD“ einem „aufgezwungenen Schuldkult“ und der „satanischen Globalisten-Clique, die sich mit einem nie dagewesenen Zerstörungswerk gegen die Schöpfung verschworen hat“. Die AfD-Thüringen wird hingegen als Partner gesehen:</p>



<p class="has-luminous-vivid-orange-color has-text-color"><em>„Die Höcke-AfD steht vorbehaltlos zu Patriotismus und den Werten, den Traditionen und der Kultur unseres Volkes und bekennt sich zu den Protesten auf der Straße. Deshalb ist die AfD eine Säule des Widerstandes.“</em></p>



<p>Auch die AfD Thüringen agiert mit den „10 Forderungen“ von „Freies Thüringen“, so mit deren Verlesung am 21.09. im Thüringer Landtag und einer anschließenden Demonstration in Erfurt. &nbsp;&nbsp;Aktuell wird aus diesem Netzwerk erneut eine „Großdemonstration“ am 12. November in Erfurt beworben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>NPD-Netzwerktag in Eisenach</strong></h2>



<p>Die <strong>NPD</strong> versucht aufgrund ihrer politischen Bedeutungslosigkeit zunehmend ein neues Konzept zu entwickeln. Im Mai 2022 fand in Hessen der NPD Bundesparteitag statt. Die NPD versuchte hier nicht nur ihren Namen in „Die Heimat“ zu ändern, sondern auch, sich ein neues strategisches Konzept zu geben. Die offizielle Namensänderung scheiterte jedoch am Widerstand der Delegierten. Strategisch wolle man nun „als Netzwerker, Dienstleister, punktueller Bündnispartner und regionaler Motor von Bürgerprotesten und regierungskritischen Initiativen“ agieren. In <strong>Eisenach</strong> marschierten die Neonazis bereits mit einem Transparent, welches nur noch die Aufschrift „Die Heimat“ trug, bei den wöchentlichen Demonstrationen mit. Am 10. September fand in Eisenach eine <strong>Netzwerktagung der Deutschen Stimme</strong>, also der Parteizeitung der NPD, statt. Diese kann wohl als Folge der beabsichtigten Neuaufstellung gewertet werden. Unter den rund 100 Teilnehmenden befanden sich zahlreiche NPD-Funktionäre, Aktivisten aus dem Umfeld der Neonazi-Kleinstpartei Der Dritte Weg, Vertreter der Thüringer Heimatpartei, „Freies Thüringen“ und anderer teils bundesweiter extrem rechter Gruppen bzw. Organisationen.<br>Im Zuge dieser versuchten Neuaufstellung kehrte auch der Thüringer Neonazi <strong>Patrick Wieschke</strong> aus Eisenach sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebene wieder auf Funktionsposten zurück. Wieschke ist nun nicht nur erneut Landesvorsitzender der NPD-Thüringen, sondern auch Bundesorganisationsleiter. Seine <a href="https://taz.de/Thueringens-NPD-Chef-Wieschke/!5033784/" target="_blank">zwielichtige Vergangenheit</a>, welche vor einigen Jahren zu seinen Rücktritten führte, scheint für die Partei aktuell kein Hindernis mehr zu sein. Die Thüringer Neonazi-Szene ist damit auch bundesweit weiterhin an zentralen Positionen eingebunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Neue Stärke Partei – Gewalt und Zerfallserscheinungen</strong></h2>



<p>Die Neue Stärke Partei (NSP) trat in den letzten Monaten vor allem durch gewalttätige Übergriffe ihres Umfeldes im <strong>Erfurter Stadtteil Ilversgehoven</strong> in Erscheinung. Hier bewohnt ein Partei-Aktivist eine Wohnung, von der aus es immer wieder zu verbalen und körperlichen Angriffen auf Anwohner*innen kam. Gleichzeitig scheint die Neonazi-Partei bereits wieder im Zerfall begriffen. Ende September musste die Partei den Rücktritt und Austritt ihres Vorsitzenden Michel Fischer bekanntgeben. Gründe wurden indes nicht genannt. Bis auf weiteres, so heißt es in der Erklärung, führe der aus Gera stammende Bryan Kahnes die Partei. Ein für den 22. Oktober angekündigter „Aktionstag“ in Sömmerda fand nicht statt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-15024" srcset="https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-1024x683.jpg 1024w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-300x200.jpg 300w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-768x512.jpg 768w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-1536x1024.jpg 1536w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-2048x1365.jpg 2048w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-320x213.jpg 320w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-640x427.jpg 640w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-440x293.jpg 440w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-880x587.jpg 880w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-1280x853.jpg 1280w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-1600x1067.jpg 1600w, https://mobit.org/wp-content/uploads/2022/11/220326_Gera_NSP-Aufmarsch_Gewahrsamnahme-Michel-Fischer-1_IMG1805-1920x1280.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Michel Fischer in Polizeigewahrsam bei einer Demonstration der Kleinstpartei im März 2022 in Gera. Bild: MOBIT</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Thüringen als Tagungsort der Reichsbürger-Szene</strong></h2>



<p>In den letzten Monaten zeigte sich wieder ein deutliches <strong>Erstarken der Reichsbürger-Szene in Thüringen</strong>. Vor allem die Corona-Proteste scheinen zu einer Radikalisierung eines Teils der Pandemie-Leugner*innen geführt zu haben, von denen einige nun auch in der Reichsbürger-Szene aktiv sind. Der verbindende Kitt sind für beide Szenen Verschwörungserzählungen. In den zurückliegenden Monaten waren in Thüringen vor allem sogenannte Wahlkommissionen aktiv. Diese fielen unter anderem durch das thüringenweite Plakatieren von <a href="https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/selbsternannte-wahlkommissionen-beschaeftigen-verfassungsschutz-id236064449.html" target="_blank">Ankündigungen anstehender „Wahlen“</a> auf. Daneben veranstalten diese Gruppierungen interne Seminare für „Wahlhelfer“ und Vorträge zur „Staatsangehörigkeit“. Der Schwerpunkt der Gruppen liegt vor allem in <strong>Heiligenstadt, Erfurt und Buttstädt</strong>. Vom 14. Bis 16. Oktober fand dann der „Zukunftskongress Deutschland“ in<strong> Pfiffelbach </strong>im Weimarer Land statt. Die Veranstaltung dürfte einer der größten Reichsbürger-Veranstaltungen der zurückliegenden Jahre gewesen sein und zeigte auch die deutliche Vernetzung zur Neonazi-Szene auf. Neben Verschwörungsideologen wie Veikko Stölzer war auch der Chef der „Freien Sachsen“, Martin Kohlmann, zu Gast. Daneben wurden die extrem rechten Liedermacher Axel Schlimper und „Eine deutsche Frau“ für das Rahmenprogramm angekündigt. Bei der Veranstaltung kamen rund 200 Personen aus der gesamten Bundesrepublik zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Skandalurteil im Fretterode-Prozess</strong></h2>



<p>Viereinhalb&nbsp;Jahre nach dem brutalen Neonazi-Angriff auf zwei Journalisten im Eichsfeld hat das Gericht die beiden Angeklagten zu äußerst milden Strafen verurteilt. Das Skandalurteil&nbsp;entpolitisiert die Tat&nbsp;und&nbsp;sendet ein fatales Signal an die&nbsp;Neonazis. Gleichzeitig stehen investigative Journalist*innen&nbsp;im Themenfeld „Extreme Rechte“&nbsp;im Fokus der Behörden. Der Fachjournalist Kai Budler hat für MOBIT die <a href="https://mobit.org/fretterode-brutaler-neonaziangriff-vor-gericht/">Hintergründe</a>, das <a href="https://mobit.org/strategie-der-verteidigung-im-fretterode-prozess/">Verfahren</a> und das <a href="https://mobit.org/gerichtlich-bestaetigte-no-go-area-fretterode/">Urteil</a> auf unserem Blog zusammengefasst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/im-blick-2/">Im Blick – Thüringens extrem rechte Szene</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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		<series:name><![CDATA[Im Blick - Dokumentation extrem rechter Aktivitäten in Thüringen]]></series:name>
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		<title>Weniger politisch motivierte Straftaten in Thüringen</title>
		<link>https://mobit.org/weniger-politisch-motivierte-straftaten-in-thueringen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mobit_Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2018 06:26:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressespiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Identitäre Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Thüringen ist im vergangenen Jahr auf 1353 zurückgegangen. &#8230; Thüringer Allgemeine vom 06.09.2018</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Thüringen ist im vergangenen Jahr auf 1353 zurückgegangen. &#8230;</p>
<p><a href="https://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Weniger-politisch-motivierte-Straftaten-in-Thueringen-2134258208" target="_blank">Thüringer Allgemeine vom 06.09.2018</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/weniger-politisch-motivierte-straftaten-in-thueringen/">Weniger politisch motivierte Straftaten in Thüringen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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		<title>Mehr gewaltbereite Rechte</title>
		<link>https://mobit.org/mehr-gewaltbereite-rechte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mobit_Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jul 2018 09:33:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressespiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Die Rechte]]></category>
		<category><![CDATA[Identitäre Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von der rechtsextremen Szene geht nach wie vor ein hohes Gefährdungspotenzial aus. Das rechte Personenspektrum ist auf 24.000 angewachsen, mehr als jeder zweite&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/mehr-gewaltbereite-rechte/">Mehr gewaltbereite Rechte</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von der rechtsextremen Szene geht nach wie vor ein hohes Gefährdungspotenzial aus. Das rechte Personenspektrum ist auf 24.000 angewachsen, mehr als jeder zweite Rechtsextremist wird als gewaltorientiert eingestuft. &#8230;</p>
<p><a href="https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/mehr-gewaltbereite-rechte" target="_blank">bnr.de vom 24.07.2018</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/mehr-gewaltbereite-rechte/">Mehr gewaltbereite Rechte</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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		<title>Unerkannte Bedrohung</title>
		<link>https://mobit.org/https-www-zeit-de-politik-deutschland-2018-05-rechtsextremismus-reichsbuerger-waffen-gefaehrder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mobit_Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2018 11:13:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressespiegel]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1.200 Reichsbürger und 750 Rechtsextremisten haben legal eine Waffe, sagt die Bundesregierung. Reichsbürgern werden sie abgenommen, Rechten aber kaum. &#8230; Zeit Online vom&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/https-www-zeit-de-politik-deutschland-2018-05-rechtsextremismus-reichsbuerger-waffen-gefaehrder/">Unerkannte Bedrohung</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>1.200 Reichsbürger und 750 Rechtsextremisten haben legal eine Waffe, sagt die Bundesregierung. Reichsbürgern werden sie abgenommen, Rechten aber kaum. &#8230;</p>
<p><a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-05/rechtsextremismus-reichsbuerger-waffen-gefaehrder" target="_blank">Zeit Online vom 22.05.2018</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/https-www-zeit-de-politik-deutschland-2018-05-rechtsextremismus-reichsbuerger-waffen-gefaehrder/">Unerkannte Bedrohung</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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		<title>Reichsbürger wollten Partisanenarmee aufbauen</title>
		<link>https://mobit.org/reichsbuerger-wollten-partisanenarmee-aufbauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mobit_Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Apr 2018 06:21:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressespiegel]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsbürger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu den deutschlandweiten Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen sogenannte Reichsbürger werden weitere Details bekannt. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN besteht der Verdacht, dass eine&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/reichsbuerger-wollten-partisanenarmee-aufbauen/">Reichsbürger wollten Partisanenarmee aufbauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span id="VR15S_123" class="VR15S VR15S_EOS">Zu den deutschlandweiten Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen sogenannte Reichsbürger werden weitere Details bekannt.</span> <span id="VR15S_124" class="VR15S VR15S_EOS">Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN besteht der Verdacht, dass eine größere Gruppe von Reichsbürgern versucht hat, eine Partisanenarmee aufzubauen.</span> &#8230;</p>
<p><a href="https://www.mdr.de/thueringen/razzia-reichsbuerger-bad-liebenstein-100.html" target="_blank">MDR Thüringen vom 10.04.2018</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/reichsbuerger-wollten-partisanenarmee-aufbauen/">Reichsbürger wollten Partisanenarmee aufbauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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