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	<title>Halle Archive &#8226; MOBIT</title>
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		<title>Rechtsextremer Anschlag an Jom Kippur</title>
		<link>https://mobit.org/presseerklaerung/rechtsextremer-anschlag-an-jom-kippur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2019 13:30:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundesverband Mobile Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverband Mobile Beratung e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Halle]]></category>
		<category><![CDATA[Jom Kippur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gesellschaftliche Zusammenhänge benennen und Betroffenen beistehen PRESSESTATEMENT (Bundesverband Mobile Beratung, Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sowie des Bundesverbands RIAS)&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mobit.org/presseerklaerung/rechtsextremer-anschlag-an-jom-kippur/">Rechtsextremer Anschlag an Jom Kippur</a> erschien zuerst auf <a href="https://mobit.org">MOBIT</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Gesellschaftliche Zusammenhänge benennen und Betroffenen beistehen</strong></p>



<p>PRESSESTATEMENT (<a href="http://www.bundesverband-mobile-beratung.de" target="_blank">Bundesverband Mobile Beratung</a>, <a href="https://www.verband-brg.de/" target="_blank">Verband der  Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und  antisemitischer Gewalt</a> sowie des <a href="https://www.report-antisemitism.de/" target="_blank">Bundesverbands RIAS</a>)</p>



<p>Die Ereignisse in Halle haben die Sorgen der jüdischen Communities in
 Deutschland bestätigt: Antisemitismus ist für Jüdinnen und Juden in 
Deutschland nicht nur eine alltagsprägende Erfahrung, sondern nach wie 
vor eine potentiell tödliche Bedrohung. Über fünfzig Personen mussten im
 Innern der Synagoge von Halle am höchsten jüdischen Feiertag 
stundenlang verharren, nachdem der rechtsextreme Täter versuchte, schwer
 bewaffnet zu ihnen vorzudringen. Der folgende mörderische Anschlag auf 
einen Dönerimbiss erfolgte nicht aus Zufall, sondern war rassistisch 
motiviert.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><em>„Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt und rechter  Terror sind alltägliche Realität in Deutschland. Die Forderungen nach  Schutz der Betroffenen von Rassismus, Antisemitismus und  Rechtsterrorismus müssen endlich ernstgenommen werden. Es braucht mehr  Solidarität und die konsequente Entwaffnung und Strafverfolgung  bewaffneter Neonazi-Netzwerke, um eine weitere Eskalation zu  verhindern.“</em></p><cite> <em>Dr. Kai Stoltmann, Mitglied im Vorstand des VBRG</em> </cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><em>„Solche Attentate passieren nicht im „luftleeren Raum“. Sie  werden von Tätern verübt, die sich bestätigt fühlen von einem  politischen Klima, in dem sich die Grenzen des Sagbaren online wie  offline immer weiter verschieben und die Feindbildbestimmung zur  Normalität der politischen Auseinandersetzung geworden ist.“</em></p><cite> <em>Pascal Begrich, Mitglied im Vorstand des BMB</em></cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><em>„Der Terroranschlag von Halle muss tiefgreifende Konsequenzen  haben: diese dürfen nicht bei symbolischen Gesten stehen bleiben.  Sicherheitsbehörden, Bildungseinrichtungen, Medien, Zivilgesellschaft  und Politik haben die Pflicht jede Form des Antisemitismus zu erkennen,  zu benennen und zu ächten. Nur so kann das Gefühl in den jüdischen  Gemeinschaften `alleine dazustehen´ überwunden werden.“ </em></p><cite> <em>Benjamin Steinitz, Geschäftsführer Bundesverband RIAS</em></cite></blockquote>



<p>Das maßgebliche Tatmotiv war allem Anschein nach ein 
verschwörungsideologischer Antisemitismus, als Teil eines geschlossenen 
rechtsextremen Weltbildes. In diesem greifen Antisemitismus, Rassismus 
und Antifeminismus eng ineinander. Alle als bedrohlich wahrgenommenen 
gesellschaftlichen Entwicklungen werden dabei aber letztendlich auf 
einen vermeintlichen jüdischen Einfluss zurückgeführt. Rechtsextreme 
Ideologie mündet unweigerlich in Gewalttaten gegen die als Feindbild 
markierten Gruppen. Aus der ständig wiederholten Erzählung eines 
permanenten, endzeitlichen „Abwehrkampfes“ gegen eine angebliche 
„Umvolkung“ ergibt sich das Bestreben nach Bewaffnung, um an einem 
selbst gewählten „Tag X“ losschlagen und Vernichtungsfantasien in die 
Tat umsetzen zu können.&nbsp;<br>Die Erzählung des „Einzeltäters“ und einer „neuen Qualität der Gewalt“ führen daher in die Irre. </p>



<p>Die Tat reiht sich ein in eine Liste mehrerer rechtsextremer 
Anschläge der vergangenen Jahre, die sich in Inszenierung und virtueller
 Sozialisation der männlichen, weißen Täter gleichen. Zu nennen sind 
etwa die Anschläge von Utøya und Oslo 2011 sowie die Anschläge auf zwei 
Moscheen in Christchurch im März 2019 und auf die Synagoge in Pittsburgh
 2018. Die Täter bewegen sich in Netzwerken, tauschen sich über 
Online-Foren aus, unterstützen sich gegenseitig und ahmen einander nach.
 Sie profitieren von der jeweiligen Aufmerksamkeit und dem zur Verfügung
 gestellten Erfahrungswissen anderer Täter. Die Gewalt gegen Jüdinnen 
und Juden hat in Deutschland zudem seit Jahrzehnten eine traurige 
Tradition – so werden etwa die Morde an Shlomo Lewin und Frida Poeschke 
1980 oder die Brandanschläge auf die Synagogen in Lübeck (1994) und 
Düsseldorf (2000) in der aktuellen Diskussion nahezu ausgeblendet.&nbsp;</p>



<p>Rechtsextreme Diskurse haben eine klare Botschaft an die Betroffenen:
 ihr seid nicht sicher und ihr gehört nicht dazu. Der Anschlag in Halle 
hat ein weiteres Mal vor Augen geführt:&nbsp; Antisemitismus und Rassismus 
töten. Es ist an der Zeit, dies ernst zu nehmen und einzustehen für eine
 solidarische, offene und vielfältige Gesellschaft, in der alle 
angstfrei leben können.</p>
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