Taktische Manöver beim NPD-Wahlkampf mit Nazi-Rock

04.08.2014

Der Thüringer NPD-Funktionär Patrick Weber verlegt das Rechtrock-Open-Air „In.Bewegung“ kurzfristig nach Sonderhausen in Thüringen. Er erwartet bis zu 1.000 Neonazis am kommenden Samstag in Nordthüringen. Mit der Verlegung findet mittlerweile das dritte Neonazi-Open-Air in diesem Jahr in Thüringen statt, zwei weitere sind noch geplant.
 
Sechs Wochen vor der für die NPD bedeutenden Landtagswahl in Thüringen dürfte diesem Event eine wichtige Mobilisierungsfunktion zukommen. Neben bundesweit bekannten Rednern sowie verschiedenen Informations- und Verkaufsständen sind sechs Bands für die Veranstaltung angekündigt. Neben der Mobilisierung vor der bevorstehenden Wahl dürfte die Veranstaltung auch eine wichtige Einnahme sein, um den bevorstehenden Wahlkampf zu finanzieren. Erneut findet entgegen vorheriger Ankündigungen die Veranstaltung nicht am ursprünglich beworbenen Ort statt. Wie bereits beim „Thüringentag der nationalen Jugend“ im Jahr 2011, der sehr kurzfristig von Nordhausen nach Sondershausen verlegt worden war, ist auch dieses Mal die kurzfristige Verlegung eine enorme Herausforderung für die Zivilgesellschaft. Trotz der kurzfristigen Bekanntgabe des Veranstaltungsortes wird es am Samstag Proteste gegen das extrem rechte Event geben.
 

Die länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren ist bei der Organisation der Proteste von zentraler Bedeutung.  „Egal wohin und egal wie kurzfristig Herr Weber seine antidemokratischen, menschenverachtenden Kundgebungen mit Festivalcharakter verlegt, wird er sich buntem und entschiedenem Protest des demokratischen Spektrums gegenüber sehen.“ kommentiert Katja Fiebiger von der Mobilen Beratung in Thüringen die veränderte Lage. Besorgniserregend bleibt allerdings der Umstand, dass Thüringen sein Alleinstellungsmerkmal als Festival-Land des RechtsRocks weiter ausbaut. Neben den alljährlichen NPD-Großveranstaltungen („Thüringentag der nationalen Jugend“, „Eichsfeldtag“ und „Rock für Deutschland“) planen extrem rechte Funktionäre auch in HBN am 23.08. ein ähnliches Event. Nunmehr könnten bis November demnach fünf derartige Großveranstaltungen in Thüringen stattfinden.

 

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