Vielfältiger Protest in Greiz

25.11.2013

Am Samstag demonstrierten in Greiz mehr als 300 Menschen gegen einen extrem rechten Demonstrationsaufzug und für eine Änderung im Umgang mit den Geflüchteten im Landkreis Greiz. Zum rechten Fackelmarsch waren rund 180 Teilnehmer_innen angereist. Darunter Neonazis aus ganz Thüringen.
In Greiz fanden am Samstag zahlreiche Aktionen gegen extrem rechte Propaganda gegen Flüchtlinge statt. Neben einem Friedensgebet, an dem auch Sozialministerin Heike Taubert teilnahm, gab es zahlreiche Informations- und Gesprächsangebote seitens der Initiative „Willkommen in Greiz“. Ebenso waren aus Jena, Erfurt und Weimar zahlreiche Menschen angereist, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für einen verbesserten Umgang mit Asylsuchenden zu setzen. „Es war sehr erfreulich zu sehen, wie über 300 Menschen unterschiedlichster Gruppen gemeinsam gegen den Aufmarsch und für eine bessere Flüchtlingspolitik auf die Straße gehen“, sagte Katja Fiebiger, Projektkoordinatorin von MOBIT nach der Veranstaltung. Der Flüchtlingsrat Thüringen bietet den Aktiven vor Ort weiter seine Unterstützung an, um die Situation für die Flüchtlinge zu verbessern.
Bereits im Vorfeld hatte die extrem rechte „Bürgerinitiative“ versucht mit einem Vergleich zum sächsischen Schneeberg zu mobilisieren. Am Ende kamen laut Polizeiangaben nur rund 185 Teilnehmer_innen zum Aufmarsch gegen das Asylbewerberheim. Deutlich zeigte sich hier die Anbindung an die extrem rechte Szene in Thüringen und die NPD. So waren nicht nur auswärtige Vertreter_innen von „Freien Kameradschaften“ auf der Demonstration anwesend sondern auch zahlreiche NPD-Funktionäre. Der vorbestrafte Landesvorsitzende der NPD, Patrick Wieschke, trat außerdem als Redner auf. Felix Steiner von der MOBIT stellt dazu fest: „Am Wochenende in Greiz hat sich deutlich gezeigt, wie eng die ‚Bürgerinitiative‘ mit der extrem rechten Szene in Thüringen verbunden ist. Ohne die thüringenweite Mobilisierung von Neonazis wäre die Teilnehmerzahl erheblich geringer ausgefallen.“ Besonders der vielfältige Protest ist für MOBIT ein sehr positives Zeichen und zeigt, dass rassistische Argumentationen auch in Greiz nicht unwidersprochen bleiben.

 

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