Proteste gegen das RechtsRock-Konzert in Berga am 10.08.2013

06.08.2013

Thüringens extrem rechte Szene exportiert ihr Modell der RechtsRock-Großveranstaltungen in benachbarte Bundesländer. Am 10.08.2013 soll in Berga (Sachsen-Anhalt) eine Neonazi-Großveranstaltung stattfinden, die maßgeblich von der rechten Szene in Thüringen organisiert wird. Alle Menschen sind dazu aufgerufen ihren Protest gegen die menschenverachtenden Ideologien zu zeigen.
In Thüringen finden seit mehr als zehn Jahren regelmäßig RechtsRock-Großveranstaltungen unter freiem Himmel statt. In den vergangenen Jahren lockten jeweils drei dieser Veranstaltungen mehrere Hundert Neonazis an verschiedene Orte im Freistaat. Angemeldet und zumeist maßgeblich organisiert von der Thüringer NPD ist die extrem rechte Partei auch der Hauptprofiteur. Finanziell fließen die dort als Spende deklarierten Eintrittsgelder direkt in die Parteikasse. Offen wird der Schulterschluss mit den oft gewaltbereiten „Freien Kräften“ vollzogen, die Ordnerdienste oder den Getränkeverkauf übernehmen. Darüber hinaus versucht die NPD vor allem jene Neonazis anzusprechen und zu binden, die nicht auf Demonstrationen oder anderen Parteiveranstaltungen auftauchen. Gerade im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl im September sollen diese als NPD-WählerInnen gewonnen werden. „Extrem rechte Parteien zu wählen ist keine Alternative oder Protest. Mit der Wahl demokratischer Parteien kann jeder und jede ein Votum für die Demokratie abgeben“, merkt Steffen Lemme, Vorsitzender von MOBIT e.V. an.
In diesem Jahr versucht Thüringens rechte Szene dieses erprobte Konzept über die Landesgrenzen hinaus nach Sachsen-Anhalt zu exportieren. Für das am 10.08.2013 geplante RechtsRock-Konzert in Berga (Sachsen-Anhalt) ist maßgeblich der NPD-Kreisverband Kyffhäuserkreis verantwortlich, für den der NPD-Aktivist Patrick Weber im Stadtrat Sondershausen sowie im Kreistag des Kyffhäuserkreises sitzt. Weber ist zugleich der Betreiber des extrem rechten Germania-Versandes, der in der Neonaziszene überregional von Bedeutung ist. Da die Thüringer RechtsRock-Veranstaltungen ebenso wie die Veranstaltung in Berga aus Parteistrukturen der NPD angemeldet werden, ist ein Verbot nur schwer zu erreichen. Zivilgesellschaftlicher Protest ist daher dringend notwendig. „Es ist wichtig, dass alle gemeinsam gegen die dort propagierten menschenverachtenden Ideologien protestieren. Daher rufe ich alle Bürger und Bürgerinnen dazu auf, die Menschen in Berga bei ihrem Protest zu unterstützen“, äußert sich weiter Steffen Lemme.

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