Drei Tage mit Vielfältigen Aktionen gegen das Neonazi-Fest in Gera

08.07.2013

Auch in diesem Jahr beteiligten sich zahlreiche Engagierte an mehreren Aktionen gegen das Neonazi-Fest „Rock für Deutschland“. Wie im Vorjahr wurde dieses vom NPD-Kreisverband Gera in Zusammenarbeit mit den sogenannten „Feien Kräften“ organisiert. NPD und gewaltbereite Neonazis vollziehen bei diesen Veranstaltungen den offenen Schulterschluss.
Bereits am Donnerstag Nachmittag begannen die Aktionen gegen das „Rock für Deutschland“ mit einem Protestcamp auf dem geplanten Versammlungsort der Rechten. Engagierte Menschen aus Gera bauten rund 10 Zelte auf dem Bahnhofsvorplatz in Gera auf. Nach der Räumung des Camps zu Gunsten der Neonazis am Freitag Morgen schloss sich bereits mittags die zivilgesellschaftliche Begleitung des Aufbaus für das Neonazi-Fest an. Das Aktionsbündnis Gera meldete hierzu fünf Kundgebungen rund um das Gelände der Neonazis an. Am Samstag, dem eigentlichen Veranstaltungstag, zog zunächst eine Demonstration zum Hauptbahnhof, die in die Protestkundgebung des „Runden Tisches“ mündete. Neben zahlreichen Engagierten aus mehreren Städten Thüringens nahmen auch Vertreter_innen aus der Landespolitik teil. Parallel begaben sich Engagierte aus Gera für eine Protestaktion auf das Gelände der Neonazis. In einer Reihe aufgestellt ergaben die mit einzelnen Buchstaben bedruckten T-Shirts den Slogan „Feste feiern ohne Nazis“.
„Die Vielfältigkeit der Protestformen und die dabei an den Tag gelegte Ausdauer waren in diesem Jahr bemerkenswert. Mit dem gemeinsamen Ziel das Neonazi-Fest zu verhindern, konnten sich viele Menschen eine für sie passende Aktionsformen auswählen“, stellt Mikis Rieb von MOBIT fest.
Auch auf Grund der Proteste der vergangenen Jahre nahm die Teilnehmer_innenzahl der RechtsRock-Veranstaltung im Vergleich zum Vorjahr ab. Dennoch bleibt die Neonazi-Veranstaltung in prestigeträchiger Lage vor dem Hauptbahnhof Gera bedeutend für die Neonaziszene vor Ort und darüber hinaus. Offen vollziehen hier NPD und gewaltbereite „Freie Kräfte“ den Schulterschluss.
„Dass Neonazis erneut offen ihre menschenverachtende Ideologie mitten in der Innenstadt von Gera zur Schau stellen und diese bei RechtsRock geradezu zelebrieren, ist skandalös. Es wird zugelassen, dass Reden nahe am Straftatbestand der Volksverhetzung gehalten werden und Besucher_innen auf T-Shirts ihre Sympathie für den mutmaßlichen NSU Unterstützer Ralf Wohlleben zeigen“, kritisiert Mikis Rieb.

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