NPD und Freie Kräfte organisieren die RechtsRock-Saison

19.04.2013

Im Frühling und Sommer 2013 plant die NPD gemeinsam mit regionalen Gruppen Freier Kräfte wieder die drei Großveranstaltungen "Eichsfeldtag" in Leinefelde (04.05.), "Thüringentag der nationalen Jugend in Kahla (15.06.) und das "Rock für Deutschland in Gera (06.07.). Zusätzlich dazu organisieren nordthüringer NPD-Funktionäre auch das Neonazi-Fest "In.Bewegung", das am 10.08. in Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) stattfinden wird.
Seit Jahren ist Thüringen das Bundesland mit den meisten Neonazi-Open-Air-Veranstaltungen. "Thüringentag der nationalen Jugend" (seit 2002) und "Rock für Deutschland" (seit 2003) sind nach elf bzw. zehn Jahren feste Konstanten der RechtsRock-Szene geworden, für die es bundesweit keinen Vergleich gibt.
Fast alle der bisher 30 Neonazifeste dieser Art wurden durch die NPD angemeldet. Mittlerweile stellen sie für die Partei eine einträgliche Einnahmequelle dar. Für das Jahr 2011 gab die NPD ihre Einnahmen aus den Eintrittsgeldern mit 21.385,00 Euro an.
Diese Großveranstaltungen vermögen darüber hinaus biedere Parteipolitik mit der subkulturellen Neonazi-Szene zu verbinden. Zwischen den Musikdarbietungen treten Redner aus NPD und Freien Kräften auf, vermitteln extrem rechte Standpunkte und festigen die Ideologie. NPD-Mitglied und Leitfigur der Rechtsrock-Szene Michael Regener formulierte es 1999 so: "Rockmusik hat gegenüber Büchern, Demonstrationen und Flugblättern den Vorteil, daß (sic!) man sie sich täglich wieder reinziehen kann, ohne daß (sic!) es langweilig wird."
Wie wichtig Musik als Vermittlungsinstrument extrem rechter Propaganda ist, zeigt auch in diesem Jahr wieder die Konzert-Chronik der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT). Im vergangenen Jahr veranstaltete die extrem rechte Szene nach MOBIT-Zählung 23 Konzerte. Darunter finden sich auch Liederabende und die Großveranstaltungen.
"Diese jährlichen Events der Thüringer extrem rechten Szene sind gut etablierte Werbe- und Wahlkampfveranstaltungen" so Stefan Heerdegen von (MOBIT). So könne sich die NPD auch gegenüber dem nicht parteigebundenen, neonazistischem Spektrum als aktivistisch präsentieren, schaffe sie doch faktisch "national befreite Zonen" rund um die Veranstaltungsorte. Zusammengenommen mit den anderen RechtsRockkonzerten wird ein gut ausgebautes Angebot an neonazistischem Lifestyle sichtbar, das im vorpolitischen Raum wirkt, demokratie- und menschenfeindliche Positionen schürt und insbesondere im ländlichen Raum demokratische Werte in die Defensive drängt.

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