Angriff auf Demokratieladen in Kahla

18.04.2013

In der Nacht vom 17. auf den 18.04. wurden die Scheiben des erst am 16.04. eröffneten Demokratieladens in der Kahlaer Margaretenstraße eingeworfen. Der Täter bzw. die Täter müssen auch diesmal in der lokalen extrem rechten Szene vermutet werden.
Im Rahmen des vom Bundesfamilienministerium bundesweit initiierten Tages „Wir für Demokratie – Tag und Nacht für Toleranz“ wurde am 16.04. in Kahla ein Demokratieladen im Beisein der Thüringer Sozialministerin Heike Taubert und des Landrats des Saale-Holzland-Kreises Andreas Heller eröffnet. Dieser Laden ist eine Initiative der Kahlaer Zivilgesellschaft zur Förderung eines demokratischen Klimas in ihrer Stadt.
Bereits am Morgen der Eröffnung fanden die Engagierten mit Kreide auf den Gehweg geschrieben „Meinungsfreiheit statt eurer ‚Zivilcourage‘“ und einmal mehr „Freiheit für Wolle“ (gemeint ist der inhaftierte mutmaßliche NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben) vor. Im Verlauf des Aktionstages auf dem nahegelegenen Kahlaer Marktplatz unternahmen immer wieder Angehörige und Sympathisanten der örtlichen extrem rechten Szene Versuche, Präsenz auf dem Markt zu zeigen, um Anwesende einzuschüchtern.
Bereits in der Nacht zum 26.03. waren die Scheiben des sozial engagierten Vereins „Täglich-Brot-Insel“ in Kahla zerstört worden.
„Die Neonazi-Szene rund um das Freie Netz Kahla versucht im Vorfeld des extrem rechten Großereignisses ‚Thüringentag der nationalen Jugend‘ am 15.06. Gegenaktivitäten zu stören und somit Engagierte einzuschüchtern“ bewertet Stefan Heerdegen von der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT) das Geschehen. Man versuche für die Bürger in Kahla eine öffentlich wahrnehmbare Drohkulisse zu erzeugen, um die Beteiligung an den Protesten zu unterbinden. Nicht nur die Zivilgesellschaft ist aufgerufen den demokratisch engagierten Aktiven in Kahla zur Seite zu stehen. Ebenso ist weitere öffentliche Unterstützung von Landespolitik und Polizei gegen die rechten Einschüchterungsversuche nötig.

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