Einschüchterungsversuch durch Neonazis in Kahla

26.03.2013

In der vergangenen Nacht sind in Kahla die Fensterscheiben des zivilgesellschaftlichen Vereins „Täglich-Brot-Insel e.V.“ durch Unbekannte eingeworfen worden. Der Verein versteht sich als ein sozial engagierter und daher auch politischer Verein. Er unterstützt derzeit auch das zivilgesellschaftliche Engagement gegen den von Neonazis angemeldeten „12. Thüringentag der nationalen Jugend“ am 08.06.2013 in Kahla.
Seit Bekanntwerden der Anmeldung der Neonazi-Großveranstaltung im letzten Sommer formiert sich zivilgesellschaftlicher Widerstand in Kahla. Im Herbst gründete sich das Bürgerbündnis "Initiative BürgerInnen für Zivilcourage". Auch die im Alltag spürbaren Dominanzbestrebungen des ortsansässigen „Freien Netzes Kahla“ werden seither in der Öffentlichkeit deutlich benannt. Am gestrigen Abend fand in den Räumen ein Treffen zur Vorbereitung gegen den „Thüringentag der nationalen Jugend“ in den Vereinsräumen statt.
Solches Engagement gegen die extreme Rechte wurde auch in der Vergangenheit bereits mit eingeworfenen Fensterscheiben beantwortet. Im Jahr 2009 wurden die Scheiben eines Kahlaer Jugendklubs zerstört, hinter denen ein Plakat gegen Neonazismus hing. Im nun eingeworfenen Fenster des Vereins „Täglich-Brot-Insel e.V.“ befand sich ebenfalls ein Plakat gegen die extreme Rechte. Ortsansässige Neonazis versuchten ihren Hegemonieanspruch am 13.03.2013 durch die demonstrative Anwesenheit bei einem internen Treffens von Vertreter_innen der Kahlaer Vereine zu behaupten, bei dem Aktionen gegen den „Thüringentag der nationalen Jugend“ beraten werden sollten. Am selben Abend war ebenfalls der Briefkasten des engagierten Vereins abgerissen und entwendet worden.
„Auch wenn die Täter noch nicht ermittelt sind, so liegt die Einschüchterung engagierter Bürger_innen durch Neonazis in Kahla doch klar auf der Hand“, wertet Stefan Heerdegen, Berater bei der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT), die Sachlage. „Ich fordere Vertreter_innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung auf, sich solidarisch an die Seite derer zu stellen, die sich alltäglich für ein demokratisches Klima, Menschenwürde, Solidarität und gegen Neonazismus einsetzen“, so Heerdegen.

drucken | zur├╝ck