Ein klares zivilgesellschaftliches Zeichen gegen das 10. RechtsRock-Open-Air in Gera

07.07.2012

Mehr als 2.000 Menschen Demonstrierten am 07.07.2012 trotz Regen gegen rund 650 angereiste Neonazis. Die Teilnehmer_innenzahl ist ein Erfolg für das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Neonazis. NPD, gewaltbereite Neonazis aus dem Spektrum der sogenannten „Freien Kräfte“ sowie zahlreiche subkulturell orientierte Rechte huldigen zeitgleich dem Nationalsozialismus und stellen ihre menschenverachtende Ideologie offen zur Schau. Die Verlegung der Neonazi-Veranstaltung auf den Bahnhofsvorplatz sendet jedoch leider ein falsches Signal.
Mit weit mehr als 2.000 Demonstrant_innen ist es einem überregionalen Bündnis, dem Aktionsbündnis Gera sowie dem Runden Tisch Gera erstmals gelungen weit mehr Gegendemonstant_innen zu mobilisieren als die NPD zu ihrem RechtsRock-Open-Air. Damit setzen engagierte Menschen aus Gera gemeinsam mit zahlreichen angereisten Unterstützer_innen ein klares Zeichen gegen das alljährliche Neonazi-Schaulaufen in Geras Innenstadt. Dies ist ein Erfolg für das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Neonazis in Thüringen. Die erstmalige Teilnahme eines Ministerpräsidenten bzw. einer Ministerpräsidentin an den Gegenprotesten, lässt zudem hoffen, dass die von den jährlich in Thüringen stattfindenden RechtsRock-Open-Airs ausgehende Gefahr nun ernster genommen wird.
Auch in diesem Jahr wurde das sogenannte „Rock für Deutschland“ von dem NPD-Stadtrat Gordon Richter Angemeldet. Während der neue NPD-Bundesvorsitzende Holger Apfel eine „seriöse Radikaltät“ propagiert, präsentiert sich die NPD in Gera besonders radikal. So rekrutiert sich etwa der eingesetzte Ordnerdienst aus einer Gruppe, die sich „Vollstrecker Gera“ nennt und uniformiert in Pullovern mit einem abgebildeten Reichsadler auftritt, dessen Hakenkreuz lediglich durch ein „G“ für Gera ersetzt wurde. Von der Bühne aus grölt der Sänger der Neonaziband „Oidoxie“ gemeinsam mit dem Publikum die Textzeile „Ruhm und Ehre der deutschen Wehrmacht“. Und der eigentliche Headliner „Max Resist“, deren CD’s SS-Totenköpfe verzieren, muss ausfallen, da dem aus den USA stammenden Sänger die Einreise versagt wurde.
Insgesamt unternimmt die extreme Rechte in Gera nichtmal den Versuch, die menschenverachtende und neonazistische Ideologie zu kaschieren. Umso mehr irritiert die Entscheidung dieses Neonazi-Event auf den Vorplatz des Hauptbahnhofes und damit noch weiter in die Innenstadt zu verlegen.
„Während der zivilgesellschaftliche Protest in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen ist, ist die Verlegung der Neonazi-Veranstaltung auf den Platz vor dem Hauptbahnhof ein Schritt zurück und zugleich ein falsches Signal. Als wolle man die Neonazis mit einer besseren und bequemeren Anreise willkommen heißen“, meint dazu Mikis Rieb von MOBIT.

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