Meiningen stellt sich gegen den 11. „Thüringentag der nationalen Jugend“

07.06.2012

Am kommenden Samstag, den 09.06.2012, plant die thüringische NPD gemeinsam mit parteiunabhängigen Kräften den elften „Thüringentag der nationalen Jugend“. Ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus Meiningen bereitet Aktivitäten unter dem Motto „Meiningen ist bunt“ gegen die extrem rechte Großveranstaltung vor.
Der „Thüringentag der nationalen Jugend“ ist die älteste Veranstaltung dieser Art in Thüringen. Veranstaltungsorte der letzten Jahre sind Sondershausen (2011,2008), Pößneck (2010) oder Arnstadt (2009).
Neben Reden vom Bundesvorsitzenden der NPD Holger Apfel und dem erst kürzlich zum Landesvorsitzenden der NPD-Thüringen aufgestiegenen Patrick Wieschke stehen vor allem die musikalischen Darbietungen im Mittelpunkt. Verkaufsstände erwecken den Anschein eines Volks- und Familienfests. Die menschenverachtenden Botschaften in den Reden, den Musiktexten, auf T-Shirts und in CD-Booklets werden so verschleiert.
Die zuständige Ordnungsbehörde des Landkreises hatte eine Verbotsverfügung erlassen, welche vom Verwaltungsgericht Meiningen bestätigt, jedoch vergangene Woche vom Oberverwaltungsgericht Weimar verworfen worden ist.
Ein breites Bündnis von Meiningerinnen und Meiningern engagiert sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus sowie für Demokratie und Toleranz in ihrer Stadt. Sie haben für den 09.06. ein breites Angebot zur Beteiligung möglichst vieler, unterschiedlicher Menschen organisiert:
14:30 Uhr Friedensgebet in der Stadtkirche
15:00 Uhr Markt - Auftakt - Kundgebung
16:00 Uhr Demonstrationszug ab Marktplatz
17:00 Uhr Fest-Programm - „Meiningen ist bunt“
Daneben rufen auch Antifa-Gruppen zu einer weiteren Demonstration um 12 Uhr ab Bahnhofsvorplatz auf.
„Ein deutliches Zeichen gegen ihre demokratiefeindlichen, rassistischen und nationalistischen Positionen zu setzen, ist ein unverzichtbares Signal gegenüber der extremen Rechten. Neonazis deuten Passivität von Politik, Verwaltung und besonders von der Zivilgesellschaft als Gleichgültigkeit oder sogar als Zustimmung für sich.“ kommentiert Stefan Heerdegen von der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT). Dort wo Neonazi-Veranstaltung in aller Öffentlichkeit weitgehend ungehindert und widerspruchsfrei durchgeführt werden können, verstärken sich Angsträume für nicht-rechte Jugendkulturen, Andersdenkende und Migranten. „Es darf weder für die extrem rechten Teilnehmenden der NPD-Veranstaltung noch für die Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, dass Gesellschaft solche ‚national befreite Zonen‘ hin nimmt“ mahnt Heerdegen.

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