Dichte an extrem rechten Immobilien nimmt in Thüringen stark zu

08.02.2012

Wie heute bekannt wurde, hat der Bundesvorsitzende der Schlesischen Jugend Fabian Rimbach in Marlishausen den Gaststätten- und Pensionsbetrieb "Am Bahnhof" gekauft.
Erst gestern war gemeldet geworden, dass Angehörige der Gothaer Neonaziszene in Crawinkel eine Immobilie erworben haben. Dort fanden bereits erste neonazistische Veranstaltungen statt, die zum Eingreifen der Polizei geführt hatten. "Wir befürchten, dass künftig wieder Zivilgesellschaft vor Ort beim Kampf gegen Rechtsextremismus allein gelassen wird. Dies wäre bei mehr Sorgfalt der Behörden nicht nötig geworden." so Fabian Wagner von der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT).
Mit dem Erwerb der Gaststätte in Marlishausen könnte die Schlesische Jugend Thüringen künftig einfacher ihre extrem rechten völkischen Brauchtumsfeiern durchführen. Die Gruppierung ist in den letzten Jahren wegen Verbindungen zu NPD und Personen aus dem Umfeld der verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) aufgefallen. Zuletzt untersagte die örtliche Polizei der Schlesischen Jugend Thüringen das Feuer zur Wintersonnenwendfeier in Guthmannshausen im Landkreis Sömmerda. Das dortige Rittergut ist ebenfalls im September 2011 an den extrem rechten, geschichtsrevisionistischen Verein "Gedächtnisstätten e.V." veräußert worden.
"Wir sehen mit großer Besorgnis die Verfestigung extrem rechter Infrastruktur durch den Erwerb dreier Immobilien binnen eines halben Jahres in Thüringen." So Stefan Heerdegen von MOBIT. Somit kann die neonazistische Szene für Veranstaltungen derzeit auf mindestens 8 verschiedene Gebäude bzw. Grundstücke zurückgreifen.

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