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mitteilungen - artikel
RechtsRock 2009 - Rechtsextreme Erlebniswelt etabliert sich weiter
22.03.2010

Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) zählte im vergangenen Jahr 2009 27 RechtsRock-Konzerte (27 im Jahr davor). Weitere 5 Konzerte (Vorjahr: 0) konnten vor Beginn verhindert werden.

Durchschnittlich jedes zweite Wochenende hatten demnach rechtsextreme Szenegänger die Möglichkeit ihre im Kern menschenverachtende Musik live zu hören, sich zu vernetzen und am Rande CDs, T-Shirts und Ähnliches zu kaufen.
Die musikalische Stilvielfalt der auf den Konzerten auftretenden Bands war groß. Sie reichte vom einfachen Liederabend, über klassischen Rock against Communism, NS-Hatecore bis zu NS-Black Metal. Damit setzte sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort, die von einer weitgehenden Öffnung der Szene für Kleidungs- und Musikstile anderer, nicht rechter Subkulturen geprägt war.

Besonders zu erwähnen ist die Konzertserie in Kirchheim (Ilmkreis), die sich auch in 2010 weiter fortsetzt. Verantwortlich ist ein ortsansässiger Wirt, der seine Räumlichkeiten sehr verschiedenen Teilen des regionalen, wie überregionalen rechtsextremen Spektrums für deren Veranstaltungen zur Verfügung stellt. So fanden dort neben NPD-Parteitagen und Schulungen bzw. Propagandaveranstaltungen auch mehrmals im Monat Auftritte diverser einschlägig bekannter Musikgruppen des neonazistischen Spektrums statt.

Ebenso muss das diesjährige NPD-Fest "Rock für Deutschland" in Gera noch einmal gesondert erwähnt werden. Mit seinen ca. 5000 Teilnehmern handelte es sich um das drittgrößte rechtsextreme Open Air, dass in der Bundesrepublik je statt fand.

Um einer weiteren Etablierung Thüringens als zentral gelegenes Musik- und Festivalland entgegenzuwirken, darf nicht nur auf die repressiven Instrumente der Sicherheitsbehörden vertraut werden. Es bleibt eine gemeinsame Aufgabe vieler verschiedener Akteure diesem Trend zur Verstetigung rechtsextremer Freiräume, die zugleich zu Angsträumen für Nicht-Rechte werden, entgegenzutreten. Satzungen und Mietverträge können geändert, die Kommunikation zwischen beteiligten Ämtern und Zivilgesellschaft kann verbessert oder eben einfach direkt die bestehende Rechtslage umgesetzt werden. Letztlich sind viele Wege möglich, um den Rechtsextremen die Lust an ihrem Treiben zu nehmen.