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Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) zählte
im vergangenen Jahr 2009 27 RechtsRock-Konzerte (27 im Jahr davor).
Weitere 5 Konzerte (Vorjahr: 0) konnten vor Beginn verhindert werden.
Durchschnittlich jedes zweite Wochenende hatten
demnach rechtsextreme Szenegänger die Möglichkeit ihre
im Kern menschenverachtende Musik live zu hören, sich zu vernetzen
und am Rande CDs, T-Shirts und Ähnliches zu kaufen.
Die musikalische Stilvielfalt der auf den Konzerten auftretenden
Bands war groß. Sie reichte vom einfachen Liederabend, über
klassischen Rock against Communism, NS-Hatecore bis zu NS-Black
Metal. Damit setzte sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort,
die von einer weitgehenden Öffnung der Szene für Kleidungs-
und Musikstile anderer, nicht rechter Subkulturen geprägt war.
Besonders zu erwähnen ist die Konzertserie
in Kirchheim (Ilmkreis), die sich auch in 2010 weiter fortsetzt.
Verantwortlich ist ein ortsansässiger Wirt, der seine Räumlichkeiten
sehr verschiedenen Teilen des regionalen, wie überregionalen
rechtsextremen Spektrums für deren Veranstaltungen zur Verfügung
stellt. So fanden dort neben NPD-Parteitagen und Schulungen bzw.
Propagandaveranstaltungen auch mehrmals im Monat Auftritte diverser
einschlägig bekannter Musikgruppen des neonazistischen Spektrums
statt.
Ebenso muss das diesjährige NPD-Fest "Rock
für Deutschland" in Gera noch einmal gesondert erwähnt
werden. Mit seinen ca. 5000 Teilnehmern handelte es sich um das
drittgrößte rechtsextreme Open Air, dass in der Bundesrepublik
je statt fand.
Um einer weiteren Etablierung Thüringens als
zentral gelegenes Musik- und Festivalland entgegenzuwirken, darf
nicht nur auf die repressiven Instrumente der Sicherheitsbehörden
vertraut werden. Es bleibt eine gemeinsame Aufgabe vieler verschiedener
Akteure diesem Trend zur Verstetigung rechtsextremer Freiräume,
die zugleich zu Angsträumen für Nicht-Rechte werden, entgegenzutreten.
Satzungen und Mietverträge können geändert, die Kommunikation
zwischen beteiligten Ämtern und Zivilgesellschaft kann verbessert
oder eben einfach direkt die bestehende Rechtslage umgesetzt werden.
Letztlich sind viele Wege möglich, um den Rechtsextremen die
Lust an ihrem Treiben zu nehmen.
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